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Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch (r., SPD) vereidigt Dresen nach seiner Wahl zum Richter.
Brandenburgs Landtagspräsident Gunter Fritsch (r., SPD) vereidigt Dresen nach seiner Wahl zum Richter.(Foto: dpa)

Regisseur wird Verfassungsrichter: Andreas Dresen erhält Zweitjob

Mit großer Mehrheit wählt der brandenburgische Landtag den Filmregisseur Andreas Dresen zum Richter am Landesverfassungsgericht. Für den 49-Jährigen stimmen 70 Abgeordnete bei sieben Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Er wolle mit gesundem Menschenverstand an seinen neuen "Job" herangehen, kündigt der Potsdamer Filmemacher an.

Ministerpräsident Platzeck gratuliert Dresen zu dessen Wahl.
Ministerpräsident Platzeck gratuliert Dresen zu dessen Wahl.(Foto: dapd)

Filmregisseur Andreas Dresen ist im Zweitjob jetzt Verfassungsrichter. Im Brandenburger Landtag wurde er mit großer Mehrheit als Laienrichter an das Brandenburger Verfassungsgericht gewählt. 70 Abgeordnete stimmten mit Ja, sieben mit Nein. Es gab drei Enthaltungen.

Dresen ("Sommer vorm Balkon", "Halt auf freier Strecke") sagte in Potsdam: "Ich will eine neue Perspektive als Laienrichter einbringen." Natürlich müsse er sich mit Gesetzesvorlagen beschäftigen. "Ich bin aber kein Jurist", betonte der gebürtige Thüringer.

Zunächst wolle er Rat bei erfahrenen Kollegen suchen. Wichtig sei, komplexe Sachverhalte auf relativ einfache Fragestellungen herunterzubrechen. "Und das muss ich lernen". Er setze aber auf seinen gesunden Menschenverstand. Ab Januar beginnt sein Zweitjob. Bislang sieht Dresen seine Filmpläne durch die Arbeit als Laienrichter nicht beeinflusst. "Ich werde das säuberlich trennen", meinte er. Im kommenden Jahr wolle er einen Film für Kinder machen. Noch seien die Drehbücher aber nicht so weit.

Dresen kennt die politische Provinz

Dresen war von der Linksfraktion vorgeschlagen worden und kann nun auf Unterstützung aus allen Fraktionen des Landtags bauen. Er rückt für den vor kurzem zum Gerichtspräsidenten gewählten Jens Möller nach. Der Regisseur hatte für zwei Dokumentarfilme den märkischen CDU-Politiker Henryk Wichmann begleitet und dadurch auch die politische Arbeit an der Basis kennengelernt.

Schon einmal gab es im Land Brandenburg einen Laien-Verfassungsrichter. Zehn Jahre lang entschied der Schriftsteller, Komponist und Maler Florian Havemann, Sohn des DDR-Regiekritikers Robert Havemann, als Nicht-Jurist über die dem Gericht vorgelegten Klagen.

Quelle: n-tv.de

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