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Romantik pur: Peter hat Nicole fest im Griff.
Romantik pur: Peter hat Nicole fest im Griff.

Die Bauern essen und lieben: Auf Frittiertes ist Verlass

Von Thomas E. Schmitt

Fettiges Essen - Glück in der Liebe? Ja, manchmal ist es so einfach. Das Landleben bei "Bauer sucht Frau" ist geprägt von deftigem Gaumenschmaus. Bis spät in die Nacht wird gegessen, was der Kühlschrank hergibt. Und klar ist: Bauern, die ihre Angebetete kulinarisch verwöhnen, haben deutlich bessere Chancen, anschließend selbst verwöhnt zu werden.

Landluft macht hungrig, das ist erwiesen. Es hat schon spargeldürre Stubenhocker aus Stuttgart oder hilfsbedürftige Hungerhaken aus Hamburg gegeben, die waren nach nur einer Woche "Ferien auf dem Bauernhof" ihrer Jeans hoffnungslos entwachsen, die mussten ihr T-Shirt am Bauch aufschneiden, um noch atmen zu können. Die Landluft ist eben frisch, natürlich, sie heizt den Stoffwechsel an, bringt die Kaldaunen zum Zappeln und die Drüsen in Schwung. Wer wüsste das besser als die Bauern, die bei RTL eine Frau suchen? Kein Wunder also, dass die Landwirte darauf hoffen, dass die Nahrungsmitteleinnahme ihren potentiellen Partnerinnen so etwas wie Leben einhaucht, sie gefügig macht, heiß darauf, in Muttis rustikalem Eichen-Bett wild und bedingungslos geliebt zu werden.

Erstmal eine Stärkung am Morgen.
Erstmal eine Stärkung am Morgen.

So beginnt der erste gemeinsame Tag der Hofwoche für Heinrich, den sensiblen Schweinebauern, und Hauswirtschafterin Emine mit einem üppigen Frühstück. In seiner hellen Kiefer-Einbauküche fährt der 50-Jährige alles auf, was die zarte Frau von heute sich morgens wünscht: Weizenbrötchen, gigantische Käsewürfel und eine beachtliche Platte mit allem, was mal Augen hatte, inzwischen aber nur noch dumm aus der Pelle schaut. Die beiden hauen kräftig rein. Der Bauer meint sogar: "Der Kaffee ist mir aber gut gelungen." Doch trotz der coolen Kohlenhydrate gelingt es Emine nicht, bei der anschließenden Arbeit im Schweinestall richtig begeistert zu sein. 600 Schweine machen eine Menge Mist. So viel, dass es streng riecht. Zu streng, findet die Hauswirtschafterin – und legt die Mistgabel beiseite, bevor die Maloche richtig läuft. "Von dem Geruch ist mir schlecht geworden", beichtet die freundliche Frau hinterrücks in die Kamera. Und zurrt gleich fest: "In den Schweinestall gehe ich nicht mehr." Und auch das anschließende Treckerfahren wird ein Flop. Das angstverzerrte Gesicht und die starre Körperhaltung der Gebeutelten deuten an: Spaß sieht anders aus. Am Ende muss sich Emine sogar bekreuzigen. Der zum Eigenlob neigende Heinrich besinnt sich nun auf bekannte Werte: Essen. Kurzerhand stellt er seiner Angebeteten einen hübschen Teller Pommes vor die Nase. Und siehe da: Gleich sieht die Welt ganz anders aus. Ja, bringt es Hermine zwischen den zerkauten Kartoffelstäbchen hervor, sie könne sich vorstellen, auf einem Hof zu leben. Auf Frittiertes ist eben Verlass.

Clemens macht aus Kartoffeln Kaviar.
Clemens macht aus Kartoffeln Kaviar.

Auch Clemens und Sandra futtern – wenn auch eine Liga höher. Der attraktive Lebemann mit dem hübschen Hof weiß zu beeindrucken. Auf seinem Frühstückstisch haben Kalbsmett, grobe Grützwurst und Lamm-Marmelade nichts verloren. Die 38-jährige Blondine in aufreizend roter Latzhose bekommt Lachs, Kaviar und Sekt kredenzt. Folgerichtig zitiert sie dann aus Omas Sprüche-Kalender: "Liebe geht durch den Magen." Einen harten Ritt auf Clemens' Kartoffelroder übersteht das "Herzblatt" blendend. So blendend, dass Clemens am Abend den nächsten Trumpf aus dem Ärmel zaubert: Bei einem feudalen Candlelight-Dinner knallen die Korken. Ein Hoch auf die Agrarsubventionen der EU! Sandra, die Clemens' Popo zumindest in einer Jeans klasse findet, drückt es so aus: "Es war wunderschön."

Das passt: Timo (r.) und sein Denny.
Das passt: Timo (r.) und sein Denny.

Das schwule Pärchen Denny und Timo hat unterdessen an ganz anderen harten Nüssen zu kauen. Der schwere Duft der Trennung hängt über den Weiden, die gemeinsame Hofwoche ist zu Ende. Und doch: Hier muss gar kein Essen mehr helfen. Erstens verschaffen sich die Männer orale Befriedigung durch sensible Küsse. Und zweitens haben beide ähnliche Gefühle füreinander. Denny, der etwas seltsam lacht, sagt: "Ich habe mich schon ein bisschen verliebt." Und Timo resümiert: "Ich bin schon ein bisschen verknallt." Jetzt noch das Bisschen runterschlucken, dann steht die Sache. Perfekt verkuppelt.

Alte, neue, keine Liebe: Martin und Conny.
Alte, neue, keine Liebe: Martin und Conny.

Irgendetwas falsch gemacht hat der treue Milchbauer Martin. Eine Vermutung ist: Er hat seine Hof-Perle Conny nicht ausreichend begaumenschmaust. Zwar packt die Stadtverwaltungsangestellte oft im Stall mit an, doch zwischen den beiden will es einfach nicht funken. Beim emotional eher spartanischen Picknick sitzen sie da wie viele Paare bei mittelmäßigen Italienern, schauen aneinander vorbei und finden keine Worte für den anderen. Die Landluft ist raus, bevor sie überhaupt drin war. "Wie geht es denn jetzt weiter?" fragt der 32-Jährige mit hängenden Mundwinkeln. Conny antwortet karg: "Vorstellen kann ich mir nur eine gute Freundschaft." Darauf steht der weinende Martin auf und geht. Wer kann es ihm verdenken? Niemand hat eine solch schale Floskel verdient. Auch ein merkwürdiger Milchbauer nicht. Immerhin aber gewinnt er seine Würde zurück, als er die Politesse nach Hause schickt: "Besser, du packst nun Deine Koffer."

Hübsche Herzchen-Kissen mit seichten Sprüchen serviert derweil Peter seiner Nicole. Auch hier wird gepicknickt. Eine romantische Burg ist die Kulisse für das Techtelmechtel zwischen der Autoteile-Verkäuferin und dem schüchternen Ackerbauern. Wobei er eigentlich gar nicht mehr schüchtern ist. Zwar sind seine Pausbacken manchmal dunkelrosa wie die Gesichtswurst beim Metzger, doch der 30-Jährige versteht es, auf Tuchfühlung zu gehen. Im Schuppen zärtliche Berührungen und vor dem roten Trecker feuchte Zungenküsse – Peter beherrscht das Spiel auf der Klaviatur der Liebe. Er eröffnet Nicole, dass sie mit Sack und Pack zu ihm ziehen darf. "Du bist völlig verrückt", entfährt es ihr voller Sehnsucht auf das baldige Wiedersehen. Klar ist: Auf diesem Tag wird Peter vorbereitet sein. Kein anderer Bauer hat in der Hofwoche seiner Liebeskandidatin so viele leckere Kalorien auf den Teller geschaufelt wie er. Es hat sich gelohnt. Wenn Nicole wiederkommt, steht ihr Schnitzel ganz sicher schon bereit.

Quelle: n-tv.de

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