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Sie sagt, es sei einfach eine Rolle mit blonder Perücke, doch Iris Berbens Kathrin Ferrante (r.) erinnert gewaltig an Veronica Ferres (l.).
Sie sagt, es sei einfach eine Rolle mit blonder Perücke, doch Iris Berbens Kathrin Ferrante (r.) erinnert gewaltig an Veronica Ferres (l.).(Foto: picture alliance/Rainer Jensen/dpa, Facebook/Schulz & Böhmermann; Collage n-tv.de)
Montag, 07. August 2017

"Viel auf den Knien gespielt": Böser Scherz trifft Veronica Ferres

Von Anna Meinecke

Sie macht so viel mit Kino - auch international und überhaupt. In einer ungewöhnlichen Folge der Talkshow "Schulz & Böhmermann" gibt Iris Berben die blonde Diva. Ein Schelm, wer an Veronica Ferres denkt.

"Wir sind auf mehreren Meta-Ebenen über unserer intellektuellen Leistungsfähigkeit", sagt Jan Böhmermann schon recht früh in der Sendung. Da ist die Runde gerade vom Schein-Thema seiner Talkshow "Schulz & Böhmermann" abgekommen. Dabei ist der Knackpunkt der neuen Folge des Formats wirklich nicht "Enttäuscht von Deutschland". Es ist eine herrliche Persiflage auf die Talkrunde.

Am runden Tisch von Böhmermann und seinem Kollegen Olli Schulz haben vier deutsche Schauspieler der ersten Riege Platz genommen: Lars Eidinger, Iris Berben, Karoline Herfurth und Katharina Thalbach. Sie alle tragen an diesem Abend andere Namen.

"Ich bin immer enttäuscht, wenn Schauspieler als Privatpersonen im Fernsehen sind. Das mag keiner", hatte Böhmermann im Intro verkündet. Anstelle der Fernseh- und Bühnengesichter diskutieren deswegen ein erklärter Anti-Feminist, eine rasant frisierte Youtube-Unternehmerin, eine rotzige AfD-Sympathisantin und, nun ja, Veronica Ferres.

"Dann doch sehr viel Kino"

Unter der blonden Wallemähne am Tisch verbirgt sich zwar Berben, doch die Figur, die sie da zum Besten gibt, erinnert gewaltig an besagte Kollegin. Kathrin Ferrante, wie die Dame vorstellt wird, hat ihre Wurzeln im deutschen Fernsehen, wohnt jetzt aber in den USA und macht, darauf besteht sie mit Nachdruck, "dann doch sehr viel Kino"

Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres scheinen die Zielscheibe der Späße bei "Schulz und Böhmermann zu sein.
Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres scheinen die Zielscheibe der Späße bei "Schulz und Böhmermann zu sein.(Foto: picture alliance / Britta Peders)

Ferres spricht gern über ihre Arbeit an internationalen Produktionen wie etwa "Ladies Room" und "Casanova Variations" an der Seite von John Malkovich oder "Salt and Fire" mit Michael Shannon und Gael García Bernal. Das ist aber nicht die einzige Ähnlichkeit zwischen ihr und Ferrante.

Wie bei Ferres und ihrem Mann Carsten Maschmeyer spielte auch bei Ferrante die unternehmerische Tätigkeit des Gatten eine Rolle beim Umzug nach Übersee. "Sie pendeln aber noch zwischen Sauerland und Malibu?!", frotzelt Schulz. Beide Orte sind nah dran, an Ferres' Heimat, dem bergischen Land, beziehungsweise ihrem Wohnsitz, Beverly Hills.

Als Berbens Ferrante verkündet, sie habe "sehr viel auf den Knien gespielt", gewinnt der Scherz an Schärfe. "Das ist Teil meiner Arbeit, die ich als Schauspielerin zu leisten habe", erklärt sie. Man kann darin durchaus eine böse Anspielung auf Ferres' Beziehung zum verstorbenen Regisseur Helmut Dietl sehen. Er hatte sie in jungen Jahren gefördert.

Gern gehasst

Mit Veronica Ferres verhält es sich ein bisschen wie mit Matthias Schweighöfer. Beide zählen zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern, beide dürfen ganz offen gehasst werden. Irgendwie sind sich da immer alle einig.

Dass der Witz bei "Schulz und Böhmermann" auf Ferres' Kosten ging, will offiziell aber keiner wissen. "In der Sendung sind fiktive Charaktere erschaffen worden", zitiert die "Bild"-Zeitung aus Berbens Lager. "Frau Berben trägt eine blonde Perücke, mehr ist da sicher nicht hineinzuinterpretieren." Doch dafür ist es längst zu spät.

"Schulz und Böhmermann" läuft am ersten Sonntag des Monats bei ZDFneo.

Quelle: n-tv.de

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