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Selbstvermarktung ist das A und O.
Selbstvermarktung ist das A und O.(Foto: dpa)

Models auf Instagram & Co: Casting auf der Straße ist out

Schnell mal ein sexy Selfie machen und auf Instagram stellen - das kann sich auszahlen. Oder auf YouTube ein Video hochladen. Die Chancen, heute eher im Netz statt auf der Straße entdeckt zu werden, sind hoch. Aber: erst überlegen, dann posten!

Gisele Bündchen beim Burger-Essen, Naomi Campbell beim Shoppen, Kate Moss am Flughafen: Die Gelegenheiten, bei denen die Supermodels in den 90er-Jahren entdeckt worden sein sollen, glichen Märchen. Die gute Nachricht 20 Jahre später: Wer heute als Model auf sich aufmerksam machen will, muss nicht mehr an Flughäfen oder Fastfood-Theken auf den glücklichen Zufall hoffen. Der Weg in den Modehimmel führt über soziale Netzwerke. Und der richtige Instagram-Account kann der Karriere dabei wahre Flügel verleihen.

Anna-Christina Schwartz bei der Arbeit.
Anna-Christina Schwartz bei der Arbeit.(Foto: dpa)

Den besten Beleg für den Erfolg liefert eine, die ihn selbst erlebt hat: die Würzburgerin Anna-Christina Schwartz. Ihr Gesicht warb für BMW bis Mercedes, Garnier bis Maybelline Jade. Sie zierte das Album von US-Sänger R. Kelly, spielte im TV-Spot des Modelabels "Desigual" mit. Dank dafür gebührt auch: Instagram. Schwartz selbst hat dort bald hunderttausend Fans.

"Es ist inzwischen sehr wichtig geworden, dort als Model aktiv zu sein, um sich selbst zu vermarkten", sagt Schwartz. "Sehr viele Kunden schreiben einen gezielt über Instagram an." Gerade im Model-Mekka New York, wo die 25-Jährige vor zwei Jahren von Bayern aus hinzog, geht ohne die Bilderplattform quasi nichts. Schwartz lässt ihre Inhalte seit Februar von einer eigenen Agentur managen. Die "Kitten Agency" kümmert sich gezielt um Social-Media-Stars und handelt für die "Top Girls" Deals aus. Wer sein Produkt mit Hilfe der Models bewerben will, zahlt auch danach, wie viele Follower diese haben. Für Model-Agenturen bedeutet das: Je erfolgreicher "ihr" Model auf Instagram ist, desto mehr Gewinn fällt am Ende für sie ab.

Wir lieben deine Gene

Auch bei der Münchner Agentur "Louisa Models", bei der unter anderem Profis wie Julia Stegner in der Kartei sind, ist Instagram Pflicht. "Als Model kann man sich von der ganzen Welt aus bewerben, als Agentur spart man sich Kosten", sagt Chefin Vanessa von Minckwitz-Denz. Denn statt jedes potenzielle Gesicht einfliegen zu lassen, wird die Vorauswahl ganz einfach online getroffen. Im Trend sind neuerdings sogenannte Hashtag-Castings, die von der Agentur IMG Models ins Leben gerufen wurden, wie von Minckwitz-Denz sagt. Die Agentur, die auch "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerinnen wie Lena Gercke und Barbara Meier unter Vertrag nahm, sucht sich seit Neuestem über das Internet-Schlagwort (Hashtag) #weloveyourgenes Newcomer aus der ganzen Welt. Das Motto: "Egal, wo du herkommst oder von wem du abstammst, wir lieben deine Gene."

Ähnlich lief es auch bei Designer Marc Jacobs ab, der im vergangenen Jahr einen Aufruf über seinen Account startete. Wer das Modelabel auf der Fashion Week 2015 vertreten wollte, konnte sein Bild mit dem Hashtag "#castmemarc" verlinken. Resonanz gab es prompt und weltweit. Auch bei "Louisa Models" soll es bald ähnlich ablaufen. Oberste Priorität für Models hat der Inhalt, der auf Instagram veröffentlicht wird: gesundes Essen, keine Exzesse, Sport. Das sollen Frauen wie Männer gleichermaßen transportieren, sagt von Minckwitz-Denz. Und damit das bestmöglich gelingt, gibt es bei "Louisa Models" inzwischen eigene Coaches. "Wir zeigen ihnen, welche sozialen Netzwerke sie haben und was sie darauf posten sollten."

Hat die Bilderbuch-Karriere per Internet also den Traum von der Entdeckung am Flughafen oder im Schnellrestaurant überflüssig gemacht? "Einen Account aufzubauen dauert", sagt Schwartz. Wichtig sei nicht nur, zu wissen, was man postet, sondern vor allem, wie oft: "Das ist wie Aufstehen, Zähne putzen, zur Arbeit gehen, Mittagessen - und das jeden Tag."

Sich vorher zu überlegen, was genau man ins Netz stellt, ist jedoch durchaus angebracht: Es gibt schließlich Fotos, die man später bereut und die doch immer wieder auftauchen werden.

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Quelle: n-tv.de

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