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"Er war mein bester Freund": Chris und Vicky Cornell am 12. April 2017 bei einer Filmpremiere.
"Er war mein bester Freund": Chris und Vicky Cornell am 12. April 2017 bei einer Filmpremiere.(Foto: imago/ZUMA Press)
Freitag, 19. Mai 2017

Tod des Soundgarden-Sängers: Cornells Frau zweifelt an Selbstmord-These

Der Tod von Grunge-Legende Chris Cornell macht viele betroffen. Erst recht, da sich der erst 52-jährige Soundgarden-Frontmann offenbar selbst das Leben nahm. Ausgerechnet seine Frau will das jedoch nicht wahrhaben.

Das Ergebnis der Autopsie von Chris Cornell ist eindeutig: Selbstmord. Doch seine Ehefrau Vicky Cornell zweifelt an der bislang offiziellen Version des klassischen Suizids - zumindest im Detail - und spricht in einem Interview mit "Entertainment Tonight" offen über die letzten Stunden ihres Mannes. "Er war ein treusorgender Mann und Vater", sagte sie in bewegenden Worten. Es sei ein Verlust, der eine Leere in ihrem Herzen hinterlassen würde, die niemals wieder gefüllt werden könne: "Er war mein bester Freund."

Aber: "Ich weiß, dass er unsere Kinder geliebt hat und er sie niemals verletzt hätte, in dem er sich absichtlich das eigene Leben nimmt." Was passiert sei, sei für sie "unerklärlich". Es hätte überhaupt keine Anzeichen für einen Selbstmord gegeben.

Noch den Urlaub besprochen

Rat und Nothilfe
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Ganz im Gegenteil: Noch einen Tag zuvor habe man gemeinsame Zeit mit den Kindern verbracht, bevor ihr Mann in Richtung Detroit geflogen sei, so Vicky Cornell. Dort starb der Soundgarden-Frontmann nur Stunden nach einem Konzert. "Wir haben noch kurz vor der Show geredet", sagt seine Frau nun weiter, "haben Pläne für einen Urlaub besprochen und andere Dinge, die wir vorhatten."

Dennoch sei ihr bei einem späteren Telefonat nach dem Konzert an ihrem Mann auch etwas komisch vorgekommen. "Ich habe gemerkt, dass er seine Worte nur gelallt hat, er war anders", erklärt Vicky Cornell. Ihr Mann habe ihr gebeichtet, dass er möglichweise "ein oder zwei" Ativan-Tabletten zu viel genommen habe. Deshalb habe sie später die Security alarmiert, um nach ihm sehen zu lassen. Wenig später fand man Chris Cornell tot in seinem Hotelzimmer. Er wurde nur 52 Jahre alt.

Medikament als Suizidauslöser?

Ativan ist ein starkes Beruhigungsmittel, das den Wirkstoff Lorazepam enthält und hauptsächlich bei Angst und Panikstörungen eingesetzt wird. Das Medikament könnte noch wichtig werden in der weiteren Untersuchung des Falls. Cornells Anwalt erklärte, die Familie vermute, das Arzneimittel habe den Selbstmordentschluss des Musikers entscheidend beeinflusst. Man wolle die toxikologische Untersuchung des Leichnams abwarten und sich dann erneut äußern.

Neben seiner Frau Vicky hinterlässt der in der Grunge-Hochburg Seattle geborene Cornell insgesamt drei Kinder. Zwei mit seiner letzten Ehefrau, eines aus einer früheren Beziehung. Cornell litt viele Jahre unter einer starken Drogen- und Alkoholabhängigkeit, galt allerdings seit spätestens 2003 als clean.

Quelle: n-tv.de

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