Unterhaltung
Denny (l.) ist ein echter Kerl und will aus Timo auch noch einen machen.
Denny (l.) ist ein echter Kerl und will aus Timo auch noch einen machen.

Bauer sucht echten Mann: "Das sieht total tuckig aus"

Von Thomas E. Schmitt

Die Harmonie ist dahin – zumindest für kurze Zeit. In der zweiten Folge von "Bauer sucht Frau" zelebriert RTL vor allem die Suche des lieben Lausitzers Denny nach einem echten Kerl. Der soll natürlich schwul sein, darf aber auf keinen Fall so aussehen. Ein gewaltiges Problem für Dennys möglichen Kuppelpartner Timo.

Ereilt Denny und Timo ein jähes Ende ihres Liebesglücks? Noch in der vergangenen Sendung von "Bauer sucht Frau" sprach Denny, der liebevolle Lausitzer, von diesem "bestimmten Kribbeln im Bauch", freute sich, dass Timo nicht davor zurückschreckte, von seiner Salami aus Selbstgeschlachtetem zu kosten. Und jetzt? Plötzlich ist Timo Denny nicht mehr männlich genug! Dramatik in RTLs Kuppelshow vom Lande. Aber eines nach dem anderen.

Hans-Georg bietet seiner Bettina zwei Tage altes Brot zum Frühstück an. Mit einer Treckerfahrt will er das wiedergutmachen.
Hans-Georg bietet seiner Bettina zwei Tage altes Brot zum Frühstück an. Mit einer Treckerfahrt will er das wiedergutmachen.

Die jüngste Folge fängt an, wie die vergangene aufhörte – harmonisch. Abgesehen vom obligatorischen Aufbauen der Fallhöhe im schnell geschnittenen Vorspann zumindest, dem Cliffhanger, der die ganze Tragik der Geschichte um Denny und Timo erahnen lässt: Denny äfft Timo nach, imitiert seine Körperhaltung, bis selbst Timo vorm vermeintlichen Ich aufschreckt ("Oh mein Gott!"). Auf die Auflösung muss der Zuschauer dann natürlich bis zum Ende der Sendung warten – wie es eben so ist bei Doku-Soaps.

Zunächst darf der Zuschauer verfolgen, wie der liebevolle Lausitzer seinen 21-jährigen Altenpfleger tatsächlich ausgesprochen liebevoll weckt: "Guten Morgen, du Schlafmütze, du." Gefolgt von einem mindestens genauso liebevollen Kissenwurf.

Landlook aus der Stadt

Doch schon die Auswahl der Arbeitskleidung erscheint als Vorbote des drohenden Unglücks: Stadtmensch Timo hat seine ganz eigenen Vorstellungen vom Landlook: "Wenn ich auf dem Hof rumlaufe, möchte ich ja trotzdem irgendwie gut aussehen. Ich möchte hier so ein bisschen Stadtleben reinbringen – so ein bisschen Farbe, was Knalliges."

Für Timo heißt das: eine knallgrüne Jeans. Denny: "Himmel, damit erschreckst du mir ja meine Kühe." Timo muss seine Hofvisite ganz in Beige hinter sich bringen. Doch dabei belässt es Denny nicht: "So wie du da stehst – geht gar nicht. Das sieht total tuckig aus!", sagt der Lausitzer. "Ich mag es nicht, wenn man direkt auf den ersten Blick sieht – der ist schwul."

Nachdem Denny Timo daraufhin mit erschreckender Präzision nachahmt, folgt ein Grundkurs im männlich Gehen und Stehen. "Stell dich doch mal richtig hin. Kernig, männlicher! Probier‘s mal." Timo versucht sein Bestes, aber überzeugt ist er nicht: "Dieses männliche Stehen und Bewegen – schrecklich!"

Doch um das sich anbahnende Liebesglück der beiden zu zerstören, reicht dieser Mangel dann letztlich nicht. "Das kriegen wir schon hin", heißt es bei Denny.

Der Eierschalensollbruchdingsdabummsda

Kurt und Sonja sind bald vielleicht zu dritt. Sie will ihm ihren Sohn vorstellen.
Kurt und Sonja sind bald vielleicht zu dritt. Sie will ihm ihren Sohn vorstellen.

Auch die Probleme von Jürgen und Anja lassen sich letztlich bewältigen. Ausgerechnet dem Hühnerwirt fehlt ein Eierschalensollbruchstellenverursacher. Das stellt zumindest Anja beim Frühstück fest. Da hätte sie sich mehr erwartet. Doch ein Besuch im gut sortierten Fachhandel sorgt für Abhilfe. Nur an der Aussprache des Küchengeräts müssen beide Protagonisten noch ein wenig feilen. "Sollbrucheierstecher", "Eierbruchverursacher" …

Schwerwiegender sind da aber die Fauxpas von Bauer Hans-Georg. Der 43-Jährige will seine Bettina nach dem Frühstücksdesaster vom Vortag beeindrucken und überrascht die Nageldesignerin mit einem Frühstück im Garten. "Ich habe auch extra an die Marmelade gedacht", erklärt er stolz. Bettina: "Und Brötchen oder ein Ei?" Hans Georg: "Das können wir dann morgen machen!" Stattdessen gibt es zwei Tage altes Brot.

Bettina: "Da hätte er mich doch ruhig vorher fragen können, wie ich mein Brot oder Brötchen ess‘. In der Richtung muss er sich noch ein bisschen mehr Mühe geben."

"Dafür hast du jetzt ja mich"

Doch am Ende ist bei "Bauer sucht Frau" dann doch wieder alles harmonisch. Bei Kurt, dem munteren Mittelfranken und Sonja etwa. Die Verkehrskauffrau zeigt ihrem Bauern Bilder ihres Sohns – denn ohne ihn kann sie nicht Kurts Bauersfrau werden. "Kannst du dir denn vorstellen, mit noch so einem verrückten Huhn wie meinereiner Zeit zu verbringen? Ich würde ihn dir ja nicht vorstellen wollen, wenn ich nicht einen Schritt weiter denken würde." Kurt: "Für mich gibt es dich nur im Doppelpack. Ich freu mich drauf, den Nils kennenzulernen."

Selbst beim einsamen Kuhbauern Dieter, der mit seinen 60 Jahren noch nie einer Frau seine Briefmarkensammlung zeigen konnte, läuft es blendend. Seine Renate ist nicht nur geschickt beim Melken. Auch beim Kochen überzeugt sie Dieter. Mit einem Candlelight-Dinner. Auch das hat noch nie eine Frau für ihn getan. Und dann schmeckt's auch noch "wie bei meiner Mutter".

Wirklich nahe kommen sich die beiden dann, als Renate von ihrem verstorbenen Ehemann berichtet. "Er ist viel zu früh verstorben, denn er war auch so ein lieber Mensch wie du." Dieter nimmt Renate in den Arm: "Das ist ja traurig. Aber dafür hast du ja jetzt mich!" Im Hintergrund läuft der Richard-Rodgers-Klassiker "You'll never walk alone" - du wirst niemals allein gehen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen