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Kaminer: "Echt ein tiefer Fall": Depardieu erregt Mitleid

Schriftsteller Wladimir Kaminer hat Gérard Depardieus Schauspielkunst einst bewundert, aber nun ist nur noch Mitleid übrig. Sein Verhalten sei eine Ohrfeige für die politische Opposition Russlands, das zu einer Diktatur der Schurken und Beamten geworden sei.

Aus Kaminers Bewunderung für Depardieu wurde Mitleid.
Aus Kaminers Bewunderung für Depardieu wurde Mitleid.(Foto: dpa)

Der Neu-Russe Gérard Depardieu erregt Mitleid bei Schriftsteller Wladimir Kaminer. "Das ist echt ein tiefer Fall. Auf der Leinwand hat er mich oft verblüfft mit seiner wunderbaren Kunst, jetzt hab ich Mitleid mit ihm", sagte der in Moskau geborene Kaminer im Interview mit der "taz".

Es sei eine Ohrfeige für die politische Opposition, dass der französische Schauspieler in Russland alles besser finde als in seiner Heimat Frankreich. Russland habe sich in eine Diktatur der Schurken und Beamten gewandelt, sagte der Bestseller-Autor. "Die kreative Elite und frei denkende Russen verlassen das Land."

Putins Freund

Depardieu hatte der sozialistischen Regierung in Frankreich wegen einer neuen Reichensteuer damit gedroht, die französische Staatsbürgerschaft abzugeben. Anfang Januar holte er sich in  Russland persönlich seinen neuen russischen Pass ab, nachdem ihn Staatschef Wladimir Putin per Dekret zum Bürger seines Landes erklärt hatte. Beide bezeichnen sich gegenseitig als Freunde.

Am vergangenen Sonntag nun hatte Depardieu Russlands Opposition kritisiert. "Die russische Opposition hat kein Programm, nichts", sagte er in einem Interview im russischen Fernsehen. Zwar gebe es dort "intelligente Leute" wie den ehemaligen Schachweltmeister Garri Kasparow - "aber nur, wenn es um Schach geht". Die Politik sei dagegen viel komplizierter.

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Quelle: n-tv.de

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