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Ob es wirklich eine gute Idee ist, mit der Handytaschenlampe in dunkle, stinkende Löcher zu leuchten? Borowski (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekili) werden es gleich herausfinden.
Ob es wirklich eine gute Idee ist, mit der Handytaschenlampe in dunkle, stinkende Löcher zu leuchten? Borowski (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekili) werden es gleich herausfinden.(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Auf Knopfdruck Mord: Der Kieler "Tatort" im Schnellcheck

Von Julian Vetten

Ein Versandhandel für Auftragsmorde, gibt es das wirklich? Auf der Suche nach der Antwort stürzen sich die Kieler Ermittler in die Untiefen des Darknets - und kommen einer Verschwörung auf die Spur, die in die eigenen Reihen führt.

Das Szenario

Hat der Mörder (Maximilian Brauer, Mitte) Selbstmord begangen? Der LKA-Chef (Michael Rastl, r.) und Kommissar Borowski (Axel Milberg) haben darüber geteilte Meinungen.
Hat der Mörder (Maximilian Brauer, Mitte) Selbstmord begangen? Der LKA-Chef (Michael Rastl, r.) und Kommissar Borowski (Axel Milberg) haben darüber geteilte Meinungen.(Foto: NDR/Christine Schroeder)

Ein Mann mit Wolfsmaske ballert sich durch ein Fitnessstudio, doch er tut es nicht wahllos: Sein eigentliches Opfer scheint der Chef einer LKA-Sondereinheit zu sein, die im Darknet operiert. Die Kieler Kommissare Borowski (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekili) stehen vor einem Rätsel: Borowski, weil er noch nie von diesem Darknet gehört hat, Brandt, weil der Mörder selbst für die ehemalige Hackerin zunächst unauffindbar bleibt. Mit der Hilfe zweier Polizeinerds (Yung Ngo, Mirco Kreibich) finden die Beiden schließlich heraus, dass der Auftrag von einer Seite im Darknet stammt, auf der man Morde bestellen kann wie sonst Bücher im Onlineshop. Nach einer wilden Verfolgungsjagd stellt Brandt den Mörder, doch die Freude über den Fang währt nicht lange - bevor der Mann (Maximilian Brauer) aussagen kann, wird er erhängt in seiner Zelle gefunden. Alles sieht nach einem Selbstmord aus, wären da nicht seine letzten Worte: "LKA."

Die eigentliche Botschaft

Wir denken, wir kennen uns im Internet aus, dabei sehen wir gerade einmal die Spitze des Eisbergs. Unter der Oberfläche von Google & Co. existiert eine Schattenwelt, die allerdings nicht einfach nur böse ist: Es gibt nicht nur die im Film thematisierten Auftragsmorde (die wohl in Wahrheit nur als Abzockseiten dienen) und die diversen Drogen- und Waffenbörsen, auch Menschenrechtsaktivisten und Journalisten nutzen das Darknet, um beispielsweise in Diktaturen ungefährdet miteinander kommunizieren zu können. "Borowski und das dunkle Netz" versucht, ein wenig Licht in die Untiefen dieses Teils des Internets zu bringen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Kann man wirklich so einfach einen Auftragsmord im Internet bestellen? Und wenn ja, was kostet das wohl?

Der Plausibilitätsfaktor

Mittelmäßig. Während die grundsätzliche Funktionsweise des Darknets in einem hübsch gemachten Einspieler ganz nett erklärt wird und dabei auch technikfernere Zuschauer auf ihre Kosten kommen, schlägt die Story teils hanebüchene Volten. Das ist allerdings auch so gewollt. Hoffentlich.

Die Bewertung

7 von 10 Punkten. Gilt aber nur für Zuschauer, die Spaß am Absurden haben und verschmerzen können, dass sich "Borowski und das dunkle Netz" zwischen alle Stühle setzt und versucht, nebenbei auch noch die klassische Krimischiene zu bedienen. Apropos: Beinharte Fans der alten Schule werden ohnehin eher 3 oder 4 von 10 Punkten vergeben.  

Quelle: n-tv.de

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