Unterhaltung
Denny und Timo: Hier ist jedes Wort überflüssig.
Denny und Timo: Hier ist jedes Wort überflüssig.

Bauer findet Mann: Der Kuss der Kettensäge

Von Thomas E. Schmitt

Aus zaghaftem Anbandeln bei Leberwurst und Hühnerbein werden bei "Bauer sucht Frau" langsam handfeste Beziehungen. Die Paare kommen sich näher - manche sehr nahe. Timo und Denny etwa. Sie erliegen der wild-romantischen Ausstrahlung einer Kettensäge.

Es sah die ganze Zeit schon gut aus für den liebevollen Lausitzer Denny und den aufgeweckten Altenpfleger Timo. Die beiden Männer turtelten, was das Stroh hitzemäßig aushielt. Die intensiven Blicke, die romantischen Momente beim Klavierspielen und die lauschigen Abende auf dem einsamen Hof in Brandenburg, umringt von Schweinen, Rindern und zwei Katzen: Hier roch es nicht nach muffigem Bullenmist, sondern nach sauberem Happy End. Letztlich ist es eine Kettensäge, die den beiden alle Hemmungen nimmt.

Nachdem der Kuhstall von hartnäckigen Exkrementen gereinigt ist, geht es ab in den Wald zum Baumfällen. Und Denny packt richtig zu, lässt die Maschine knattern, die Sonne reflektiert auf den Muskeln seiner Unterarme. Denny: "Es ist mir sehr wichtig, dass Timo weiß, wo das Holz herkommt, weil ich brauche sehr viel Holz auf meinem Hof. Das ist sehr viel Arbeit. Wer es warm haben will, muss dafür was tun!" Timo steht staunend, der Welt entrückt und verliebt daneben. Er will es warm haben. Auf einer kleinen Lichtung schließlich können die Männer nicht mehr an sich halten. Denny fragt: "Würdest du es bei mir überhaupt aushalten?" Timo zweifelt keine Sekunde, antwortet glücklich "Ja!" Ihre Münder finden sich zu innigen Küssen. "Bauer sucht Frau", das ist sofort klar, heißt in diesem Moment "Bauer findet Mann".

Das bisschen Haushalt

Das Ende des Weintraube-Käse-Zahnstochers: Küsschen.
Das Ende des Weintraube-Käse-Zahnstochers: Küsschen.

Trauriger hingegen läuft es bei Kuhbauer Dieter, Spitzname Knuddelbär. Der 60-Jährige, der in der Vorfolge zur Beruhigung aller phlegmatischen Männer gezeigt hat, dass Frauen noch mit Weintraube-Käse-Zahnstochern zu beeindrucken sind, muss sich vorerst von seiner "Rose" trennen. Für ihn und Rentnerin Renate endet die Hofwoche mit sanften Zärtlichkeiten neben dem grünen Traktor. "Wenn Renate weg ist, dann vermisse ich die Streicheleinheiten, die Küsschen und das gemeinsame Beisammensein am Abend!" Mit Tränen in den Augen umarmen sich die beiden schließlich ein letztes Mal. Für Renate jedoch ist klar: "Ich komme wieder. Und dann bleibe ich auch." Da lacht der Dieter wieder. Und erwartet ganz nebenbei, dass sie demnächst den Haushalt macht.

Hühnerwirt Jürgen präsentiert sich derweil als ganz ausgebuffter Taktiker. Nachdem der erste Versuch, die Angestellte Anja, die  sich fantasievoll vom Hof gequatscht hatte ("Meine seelische Gefühlsebene sitzt nicht ganz so tief zu dir", "Wir können ja in Verbindung bleiben und telefonieren") scheiterte, ruft er kurzerhand die flotte Zahnarzthelferin Jessica als Ersatzfrau herbei. Seltsamerweise erst jetzt fällt ihm auf: "Ich habe auf dem Scheunenfest Jessica gesehen und da hat sie mir so in die Augen geguckt, dann haben wir miteinander gelacht und da habe ich gemerkt – das ist eine ganz Liebe!"

Als ihm die 27-jährige Blondine schließlich beim Hasenstreicheln gegenübersteht, stellt Jürgen ein "Pumpern" fest – in seinem Herzen, versteht sich. Und das, obwohl sie besonders auf den "strammen Rammler" steht, den Jürgen zeigt. Schnell gießt er sich und der Schönen eine Portion Eierlikör ein, um dann berauscht festzustellen: "Jessica ist genau mein Typ!" Auch hier also: Happy End in Sicht.

Eher so kumpelmäßig

Ihr Tag endet im Gebüsch: Kurt und Sonja.
Ihr Tag endet im Gebüsch: Kurt und Sonja.

Ab in die Büsche, heißt es unterdessen für den munteren Mittelfranken Kurt und Reiseverkehrskauffrau Sonja. Aber nicht aus unsittlichen Gründen. Vielmehr ist der lockigen Blondine im Ringel-Hemd ein Huhn entwischt. Es muss gejagt werden. Kein Wunder, dass die beiden sich näher kommen. Extreme Situationen bringen oft besonders tiefe Beziehungen hervor. Beim verdienten Picknick fragt Sonja schüchtern: "Mir würde das schon Spaß machen hier. Wäre es dir nicht zu viel, mir immer alles erklären zu müssen?"

Kurt schaut Sonja tief in die Augen: "Nein. Für dich würde ich es machen. Ich könnte mir durchaus mehr mit dir vorstellen. Es stehen dir jederzeit alle Türen offen und dann bringst du deinen Sohn auch mit." Das hören alleinerziehende Mütter gerne – nicht nur in Berlin Prenzlauer Berg, sondern auch im Frankenland. Die burschikose End-Dreißigerin fällt ihrem Bauern dankbar in die Arme.

Während Kurt und Sonja schmusen, steht der treue Milchbauer Martin noch ganz am Anfang seiner Romanze. Seine Angebetete ist die Stadtverwaltungsangestellte Cornelia. Mit einem liebevoll geschmückten Mähdrescher und einer Flasche Sekt tackert Martin über die Dorfstraße, um die 37-Jährige von der Bushaltestelle abzuholen. Conny freut sich: "Ich war überrascht, wie groß mein Taxi war!" Doch schnell gibt es Töne des Unverständnisses: "Ich hatte jetzt das Gefühl, dass der Martin jetzt nicht allzu viel Erfahrung mit Frauen hat, er gibt sich so kumpelmäßig. Und mit einem Kumpel spricht man doch anders und lockerer als mit der Angebeteten."

Und was sagt Martin? "Conny ist eine nette, sympathische, liebe Frau. Da ich ein relativ schüchterner Mensch und nicht der Schnellste bin, auf Frauen zuzugehen, hoffe ich, dass Conny da schneller ist als ich!" Martin hat noch nicht verstanden, dass er mal eine Kettensäge zücken könnte, um die Sache deutlich abzukürzen. Wenn er das in der nächsten Folge versteht, gibt es wieder einen Kuss.

Quelle: n-tv.de

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