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Auf geht's in eine neue Runde: die Teilnehmer von "Bauer sucht Frau" 2012.
Auf geht's in eine neue Runde: die Teilnehmer von "Bauer sucht Frau" 2012.

"Ist ja kein Viehhandel hier": Die Bauern sind wieder auf Brautschau

Von Volker Probst

Im Herbste der Amor die Pfeilchen einspannt. Mit anderen Worten: "Bauer sucht Frau" ist zurück. Und damit das TV-Format mit dem vielleicht größten Fremdschäm-Potenzial, das keiner wahrhaben will und doch zig Millionen gucken. In diesem Sinne: Auf geht’s zum Scheunenfest.

Wir sprühen's an jede Wand - neue Bauern braucht das Land. Und voilà, da sind sie auch schon, die Teilnehmer der mittlerweile achten Staffel bei unserer aller Lieblingsfernsehsendung "Bauer sucht Frau". Landauf, landab schicken sich insgesamt neun Landwirte an, es Vorgängern wie Josef, Bruno oder Uwe gleichzutun und eine Partnerin fürs Leben zu finden. Oder einen Partner. Denn mit dem Brandenburger Denny ist auch diesmal wieder ein schwuler Schwerenöter mit von der Partie.

Dass drei der Teilnehmer in Wahrheit nur Teilzeit-Bauern sind, da sie ihren Unterhalt nicht allein auf dem Acker, sondern auch noch als Schreiner, Versicherungsangestellter oder Messtechniker einfahren, juckt den wahren Fan der Sendung bestimmt nicht die Bohne. Und auch sonst ist natürlich längst klar, dass allzu forsche Kritiker der Kuppel-Show ganz sicher der Hafer sticht. Acht Hochzeiten, sechs Babys und bis dato 19 Paare können ja wohl nicht irren, oder?!

Deshalb ist es an der höchsten Zeit, dass Deutschland aus seiner "Wetten dass..?"-Lethargie erwacht und sich wieder dem wirklich Relevanten zuwendet. Und das ist nicht etwa die Frage "Was reimt sich auf Lanz?", sondern die "Was keimt auf dem Land?". Wer das doch tatsächlich vergessen und die erste (Doppel!)-Folge von "Bauer sucht Frau" womöglich verpasst haben sollte, ist hier genau richtig. Wir kompensieren Ihr Informationsdefizit mit den wichtigsten Details zu den Kandidaten und ihren Herzblättern, ihren ersten Höhepunkten und weiteren Aussichten.

Heinrich, der sensible Schweinebauer

Auserwählte: Emine. Sie punktet mit Weisheiten wie "Ich kann früh aufstehen und spät aufstehen". Dass Heinrich "keine Schönheit nach Maß oder so" sucht, nimmt die Kindergarten-Hauswirtschafterin bestimmt als Kompliment. Was reimt sich auf Emine? Richtig, Sabine. Die gleichnamige Konkurrentin zieht bei dem Landwirt den Kürzeren.

Heinrich
Heinrich

Basis: Der 50-jährige Bauer vom Niederrhein schlägt sich seit fünf Jahren allein durchs Leben. Das heißt - nicht ganz. Er kümmert sich liebevoll um 580 Schweine, aber "auch er möchte umsorgt werden". Damit die "Kein Schwein ruft mich an"-Zeiten endlich der Vergangenheit angehören, packt er bei Kaffee und Kuchen seine Liebespost aus. Und um ganz auf Nummer sicher zu gehen, schenkt er Emine und Sabine beim Scheunenfest standesgemäß ein paar Marzipanferkel. Oink!

Erstes Highlight: Positiv fällt vor allem Heinrichs Einsatz vor dem ersten Kennenlern-Treffen mit den Damen auf. Er rasiert sich die Augenbrauen und trifft die Klamotten-Auswahl mit männlichem Sachverstand: "Das riecht auch nicht nach Schweiß, das ist schön."

Bester Spruch: "Ist ja kein Viehhandel hier."

Prognose: Ziemlich schwer abzuschätzen. Heinrich hat ebenso das Potenzial zum Rohrkrepierer wie zum Überflieger. "Ich glaub', ich könnte mich in dich verlieben", meint er zu Emine schon am ersten Abend. Ob die 48-Jährige das wohl genauso sieht?

Martin, der treue Milchbauer

Auserwählte: Cornelia alias Conny. Die Stadtangestellte sticht ihre Mitbewerberin Madlen trotz ihrer verräterischen Berufsangaben aus. "Ich bin da beim Ordnungsamt im Außendienst tätig", sagt die 37-Jährige und ergänzt: "Ich glaube, ich bin nicht wirklich beliebt in dem Beruf." Stimmt, sagen wir und rufen: Conny, du weißt nicht, wo mein Auto steht!

Martin
Martin

Basis: Milchbauer Martin lebt seit sechs Jahren allein an der Mosel. In erster Linie fehlt dem 32-Jährigen nach eigenen Angaben eine Frau für einen "gemeinsamen schönen Fernsehabend". Potenzielle Herzblätter für dufte "Bauer sucht Frau"-Erlebnisse auf der Couch anzusprechen, traut er sich jedoch nicht so recht. Ohnehin hätte es der emanzipierte Einsiedler ganz gern, wenn die Frauen den ersten Schritt machen würden.

Erstes Highlight: Er kontert die sicher gut gemeinte Frage von Moderatorin Inka Bause, ob seine und Connys gemeinsame Vorliebe für Nudeln denn schon "für eine tolle Beziehung ausreichen" würde, unerwartet geschickt: "Da kann man drauf aufbauen."

Bester Spruch: "Beim Ordnungsamt?!?!" (laut lachend)

Prognose: Da könnte was gehen. Martin macht zwar auf schüchtern, hat es aber faustdicker hinter den Ohren, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Oder um es mit ihm zu sagen: "Da kann man drauf aufbauen."

Clemens, der kernige Kartoffelbauer

Auserwählte: Sandra. Schon als Inka Bause mit Clemens seine Post durchstöbert, attestiert sie der ersten Bewerberin, eine "echte Augenweide" zu sein. Und holla die Waldfee, der 44-Jährige scheint sich als echter Pussymagnet zu erweisen. Anblicke wie die seiner beiden Herzdamen ist man jedenfalls bei "Bauer sucht Frau" nicht unbedingt gewöhnt. Doch am Ende muss er sich entscheiden - und gibt Ibolja den Laufpass.

Clemens
Clemens

Basis: Auch für Inka Bause ist der Landwirt aus dem Münsterland ihr "Traumbauer" - weil er eine Haushaltshilfe hat, die drei Mal die Woche kommt. Trotzdem war der Herr über 500 Schweine bislang immer eher der "Alleinkämpfer". Gut, dass ihm in dieser Situation seine Schwäger beim Durchstöbern der Liebesbriefe zur Seite stehen.

Erstes Highlight: Dass Sandra zum Scheunenfest eine Zucchero-CD als Mitbringsel dabei hat, findet Clemens eine "eine sehr tolle Idee". Puuh, das erleichtert, hatten wir CDs bisher doch immer für Notgeschenke gehalten, falls einem gar nichts anderes einfallen will.

Bester Spruch: "Ich seh das Funkeln in euren Augen." (In den Augen, ganz klar)

Prognose: Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln? Oh ja, da könnte sich etwas entwickeln. Clemens ist mehr als nur - sorry für diesen Kalauer - bauernschlau und die 38-jährige Physiotherapeutin macht sich auch auf dem Kartoffelacker mit Sicherheit blendend.

Denny, der liebevolle Lausitzer

Auserwählter: Timo. Dass sein Konkurrent Pascal nicht die Eier hat, einer Schlachtung beizuwohnen, wird zum Knockout-Kriterium. Da ist Hibbelkopf Denny sogar der 21-jährige Schnarchzapfen Timo noch lieber.

Denny
Denny

Basis: Der 30-jährige Jungbauer ist der Vorzeige-Schwule der diesjährigen Staffel. Seit acht Jahren lebt er ohne feste Beziehung in der Niederlausitz. Denny will sich endlich mal wieder "richtig verknallen", am besten mit der "Liebe auf den ersten Blick" in einen "bodenständigen Mann". Vorerst muss er sich jedoch mit Cremeschnitten in Kuchenform begnügen, während Inka Bause ihm seine Post vorbeibringt.

Erstes Highlight: Während manch anderer Bauer froh sein kann, überhaupt den einen oder anderen Brief in den Händen zu halten, bekommt Denny die meisten Zuschriften überhaupt. Bis zum eigenen Format "Bauer sucht Mann" ist es bestimmt nicht mehr weit.

Bester Spruch: Der kommt stellvertretend von einem von Dennys Brieffreunden: "Optisch bin ich leicht bis mittelmäßig behaart."

Prognose: Schlecht. Denny verkauft sich als hyperaktiver Macher, dessen Hauptwortschatz die Wörter "na klar" bilden. Altenpfleger Timo indes wird sich schon bald wieder wünschen, Windeln zu wechseln, statt Schweine und Kühe auszumisten.

Kurt, der muntere Mittelfranke

Auserwählte: Sonja. Die alleinerziehende Mutter sieht sich selbst als "durchgeknalltes Huhn" und Kurt meint, es "knistert schon ein wenig.".Ach was, ein wenig, er spricht bereits von der "Chance, sich zu verlieben". Leidtragende ist Denise, die nach dem Scheunenfest die Koffer packen muss.

Kurt
Kurt

Basis: Der Mittelfranke ist eigentlich ein Versicherungsangestellter, der nebenher mit der Familie den Hof mit 45 Kühen bewirtschaftet. Er ist passionierter Reiter und ein Franke durch und durch, der die "bassende Frau" sucht. Mit dem Beginn der Hofwoche kann der 38-Jährige darauf hoffen, statt Pferdedame Gina alsbald Sonja streicheln zu dürfen. Vielleicht kann er mit dem Begrüßungsessen mit "Nudelsalad", der "Mudder", dem "Vader" und dem "Bruder Beder" ja bunkden, ..., ähhh, ... punkten.

Erstes Highlight: Die gesprungene Seifenschale in der Gäste-Absteige auf dem abgeranzten Getreideboden und dazu der Kommentar, das Zimmer sei "mit viel Liebe hergerichtet" worden.

Bester Spruch: "Scho glar." (Vielfach verwendbar, unter anderem auch, als Denise eine Geschichte vom Pferd erzählt)

Prognose: Eher negativ. Der Franken-Kurd mit Loddar-Charme und die 37 Jahre alte Reiseverkehrsfrau aus der Hochdeutsch-Zentrale scheinen nicht wirklich zueinander zu passen.

Jürgen, der heitere Hühnerwirt

Auserwählte: Anja. Die Schwäbin macht bereits in ihrer Zuschrift an den 42-Jährigen aus ihrem Herzen keine Mördergrube: "Ich würde gern dein Lieblingshuhn werden." Mitbewerberin Sandra stimmt indes nicht "Ich wollt, ich wär ein Huhn" an, sondern macht stattdessen die Flatter.

Jürgen
Jürgen

Basis: Der 42-jährige Oberfranke hat die Obhut über weit mehr als 1000 Tiere, die meisten von ihnen Geflügel. Nur die Frauen sind ihm bisher immer davongeflogen. Dabei würde er doch nur zu gern mit einer Herzdame kuscheln und sicher auch seinen selbst gemachten Eierlikör vernichten, den er zum Scheunenfest mitgebracht hat. Locken kann man die Spezies der Frauen aber bekanntlich auch mit Pralinen, von denen der Bauer zu Beginn von Anjas Hofwoche ein paar auf dem Gästebett drapiert.

Erstes Highlight: Unübertroffen ist in dieser Staffel Jürgens Aufzug, als er seine Auserwählte vom Bahnhof abholt. Der Mini-Traktor zieht einen Anhänger, der geschmückt ist, als ginge es bereits zu einer dreitägigen türkischen Hochzeit.

Bester Spruch: "Ey, cool, des war mei Jugend." (als Anja ihm auf dem Scheunenfest eine CD der Toten Hosen als Geschenk überreicht)

Prognose: Durchwachsen. Eine Beziehung mit Anja führt wohl nur über die sieben Ziesel (Erdhörnchen) der 45-Jährigen. Falls es nicht klappen sollte, wäre das allerdings auch kein Beinbruch. "Stammtischbruder" Thomas, der Jürgen schon bei der Auswahl seiner Post geholfen hat, steht sicher auch künftig für allerlei Schandtaten anderer Art bereit.

Dieter, der einsame Kuhbauer

Auserwählte: Renate. "Ich heirate eine Familie" wäre das Motto, falls es mit Dieter und der 59-jährigen Rentnerin klappen sollte. Schließlich hat Renate einen ganzen Sack Flöhe im Gepäck - inklusive dreier bereits erwachsener Kinder, Enkel und Urenkel. Dagegen kann Konkurrentin Veronika nicht anstinken.

Dieter
Dieter

Basis: Dieter hat 35 Hektar Ackerland in Niedersachsen und eine Reihe Milchkühe. Blöd nur, dass auf dem Hof nichts ist, "womit ich sprechen kann". Da käme doch eine Frau "für mein Herz" gerade recht. Vielleicht, aber nur vielleicht, bekommt sie auch die Briefmarkensammlung des Bauern zu Gesicht. Und, oh là là, womöglich sogar noch etwas anderes? An der Zeit dafür wäre es ja. Schließlich hatte der 60-Jährige noch nie eine Liebesbeziehung.

Erstes Highlight: Abgesehen davon, dass er seinen Schnauzbart vor dem Scheunenfest kämmt, glänzt Dieter insbesondere durch seine altersweise Besonnenheit. Als Renate ihn beim ersten Treffen bereits kurzerhand auf die Gästeliste der Hochzeit ihrer Enkeltochter setzen will, reagiert er gelassen: "Danke für die Einladung - werden wir abwarten."

Bester Spruch: "Die Kühe sprechen ja nicht mit mir."

Prognose: Gut. Renate könnte Dieter tatsächlich aus seinem Trott befreien und mit einem Schlag vom Einsiedler zum Paten einer Großfamilie machen. Vorausgesetzt, er hat das Sprechen nicht verlernt und spricht die Enkel nicht mit "Muh" an.

Hans-Georg, der herzliche Hobbybauer

Auserwählte: Bettina. Die Nageldesignerin weiß noch nicht so richtig, wie ihr geschieht. Schließlich scheint sie den Jackpot der aktuellen Staffel gewonnen zu haben. An Mitbewerberin Anja indes geht der Kelch vorüber.

Hans-Georg
Hans-Georg

Basis: Wie sein putziges Pseudonym bereits verrät, ist der drollige 43-Jährige eigentlich nur Hobbybauer. Ansonsten verdient er sein Salär im Schwarzwald als Schreiner. Kein Wunder also, dass neben seinen Tieren "noch viel Platz für eine Frau" ist, zumal Hans-Georg diesen Platz noch nie zu füllen wusste. Das droht ihm zugleich zum Verhängnis zu werden. "Ich weiß jetzt gar nicht, was ich mit euch reden sollte", gibt der Landwirt auf dem Scheunenfest unumwunden gegenüber seinen beiden Herzdamen zu, "weil ich auch mich mit den Frauen noch nicht so auskenne".

Erstes Highlight: Hans-Georg ist ein einziges Highlight. Das wird dann schon mal gern mit dem 80er-Jahre-Gassenhauer "Words don't come easy to me" unterlegt. Oder mit den Worten "Den perfekten Platz hat er schnell gefunden", als er zu Beginn von Bettinas Hofwoche noch schnell ein Bild über einem Tapetenriss im Gästezimmer anbringt. Oder als Inka Bause den ersten Damenbesuch auf Hans-Georgs Hof mit dem Satz "Dieses Feld hat er noch nie beackert" kommentiert. Oder ... Und natürlich sind es seine Tränen beim Scheunenfest.

Bester Spruch: "Wo ich halt noch jünger war, da haben mich, sag ich jetzt, übertrieben gesagt, die Frauen nicht so interessiert - da hab ich halt mehr nach Traktoren geschaut."

Prognose: Au weia. Dass Bettina am ersten Tag auf dem Hof einfach so ins Bett gegangen ist, ohne die angebrochene Flasche Sekt auf dem Tisch auf ex runterzustülpen, grenzt an ein Wunder.

Peter, der schüchterne Ackerbauer

Auserwählte: Nicole. Die Auto-Monteurin ist eine Wiederholungstäterin bei "Bauer sucht Frau". Sie hat schon einmal mitgemacht und hofft nun erneut auf einen dicken Fang auf dem Land. Nachdem Peter der Erdbeer-Verkäuferin Rebecca den Laufpass gibt, ja vielleicht zu Recht.

Basis: Der Saarländer lebt allein auf dem Hof seiner verstorbenen Eltern. Seit vier Jahren ist er Single, doch jetzt ist es soweit - er "möchte Zärtlichkeiten austauschen". Inka Bause findet: "Du hast dir tolle Mädels ausgesucht" - obwohl Peter leider mit nur zwei Zuschriften leben muss. Als außerordentlich willensstark entpuppt er sich beim Gespräch mit Nicole über die Familienplanung. Er wolle "Kinder eventuell", erklärt Peter. "Also nicht ganz sicher?", hakt Nicole nach. "Doch ...", reagiert er kleinlaut. "Doch!", frohlockt Nicole.

Erstes Highlight: Rebecca wirbt für sich damit, dass sie sich schon einmal für einen Job bei Beate Uhse interessiert hat. Nicole hält dagegen, dass sie schon gerne mal selbst an der Schlachtbank Hand anlegt. Wenn Peters Damenwahl da mal kein Highlight ist!

Bester Spruch: "Warum habt ihr euch für mich beworben?"

Prognose: Verhalten. Nicole sucht zwar offenbar auf Biegen und Brechen den Bauern fürs Leben, doch dass sie ihn in dem lispelnden 30-Jährigen findet, darf bezweifelt werden.

Das sind sie also, die tapferen Recken, mit deren Schicksal wir in den kommenden Wochen mitfiebern werden. Oder frei nach Ina Deter: Wir sprühen's an jede Wand - neue Bauern hat das Land.

Peter
Peter

Quelle: n-tv.de

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