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Gil tanzt für seinen kranken Vater.
Gil tanzt für seinen kranken Vater.

"Let's Dance": Die bitteren Tränen des Gil Ofarim

Von Verena Maria Dittrich

Eine Show voller magischer Momente: Faisal fackelt fast das Parkett in Köln Ossendorf ab, Giovanni ist der "Man in The Mirror" und Motsis Tränen trocknen nicht. Grund dafür ist auch Gils emotionale Geschichte.

"Von mir aus können sie mir für jeden Tanz einen Punkt geben, solange sie mir meine Emotionen lassen", sagt Heinrich Popow über die Wertung der Jury. Der Paralympics-Sieger, der durch die Tanzshow "so viel gewonnen hat", ist einfach nur froh, dabei sein zu dürfen, auch wenn tänzerisch, wie Llambi krittelt, die Fahnenstange inzwischen erreicht sein dürfte.

Nur noch wenige Shows, dann ist schon wieder Finale. Das Motto dieser Woche: "Magic Moments". Jeder offenbart seinen ganz eigenen, ganz persönlichen magischen Moment und bei so manchem Promi, von dem man es nicht unbedingt erwartet hätte, liegt dieser sogar bei "Let's Dance". So berichtet etwa Gil, dass er zur Show nur durch seinen Vater gekommen sei. Abi Ofarim, vor seiner Karriere als Musiker selbst Tänzer, habe sogar ein Stipendium der Martha Graham School in New York erhalten.

Inzwischen ist das Familienoberhaupt sehr schwer krank und Gil erzählt, sein Vater habe sich in der Klinik zusätzlich auch noch mit Influenza A angesteckt. Mit Ekat tanzt er, wie übrigens alle Promis an diesem Abend, einen Freestyle. Gils Motto wie auch das seines Vaters: "The Show Must Go On".

So geht Bollywood - Faisal Kawusi.
So geht Bollywood - Faisal Kawusi.

Er tanzt diesen Tanz für seinen alten Herrn und jeder im Publikum ist von dem "ausbrechenden Vulkan" entzündet. "Ich bin begeistert", sagt Llambi in feinstem Zwirn, "wenn er mein Sohn wäre, wäre ich stolz auf ihn." Dann gibt es kein Halten mehr: Gil bricht in Tränen aus und schickt seinem Vater Liebesgrüße in dessen Heimatsprache, Hebräisch.

Einmal Bollywood mit Faisal, bitte!

Schon erstaunlich, wie stark die Promis in diesem Jahr sind. Klar, es gibt die "Giganten" wie Gil und Vanessa, aber auch Faisal Kawusi schafft es immer wieder, die Leute zu beflügeln. Weil sein "Magic Moment" mit seiner Familie, Afghanistan und der Liebe seiner Schwester zu Bollywood zu tun hat, tanzt der Spaßvogel in feinsten indischen Gewändern einen Wahnsinns-Freestyle zu "Chaiyya Chaiyya" von Sukhwinder Singh & Sapna Awasthi und fackelt plötzlich die komplette Hütte ab. Motsi, die empathische Diskokugel, findet Kawusis Performance "mega" und auch Jorge, der in Show Nummer Neun aussieht wie ein Martial-Arts-Krieger der Ossendorfer Malerinnung, ist von der "indischen Hochzeit" mehr als angetan.

Und so geht’s in einer Tour weiter. Es gibt niemanden, der kein Lob verdient hat. Jeder Einzelne und jeder dabei auf seine ganz eigene Art und Weise ist richtig gut. Genauso wie Angelina Kirsch, die einen Emo-Freestyle zu "Beautiful" tanzt und sich dabei an die fiesen Worte ihrer ehemals besten Freundin erinnert, die ihr einst sagte, "noch nie ein fettes Supermodel gesehen zu haben".

Mittlerweile ist Motsi emotional schon wieder so fix und foxi, dass sie vorsichtig anfragt, ob man es mit den "Magic Moments" doch nicht langsam wieder belassen wolle, sie habe schließlich inständig gehofft, wenigstens in einer einzigen Show mal nicht zu heulen.

Vanessa hört auf ihre innere Stimme.
Vanessa hört auf ihre innere Stimme.

Und selbst wenn Giovannis Freestyle zu Ehren seines großen Vorbilds, Michael Jackson, einen tänzerisch nicht aus den weißen Tennissocken haut, so berührt doch, wie sehr die "Man In The Mirror"-Darbietung dem Moonwalk-Nachmacher am Herzen liegt.

"Forever Young" mit "Let's Dance"

Was man auch mal anmerken muss: "Let's Dance" scheint wirklich ein Jungbrunnen zu sein. Jeder, der bei der Show mitmischt, sei es als Tänzer oder in der Jury, sieht optisch etliche Jährchen jünger aus: Sylvie Meis zählt tatsächlich fast vierzig Lenze, Hartwich und Zarrella sind ebenfalls Ende Dreißig und Jorge Gonzalez, der Fünfzig wird, sieht man sein Alter auch kein bisschen an. Sogar Llambi schaut mit seinen zweiundfünfzig Jahren mindestens aus wie einundfünfzig einhalb.

Bei einer aber möchte man gerne rufen: Mädsche, mach langsam, du kriegst es sonst im Alter mit der Bandscheibe! Vanessa Mai, deren Freestyle zu "The Voice Within" von Christina Aguilera zugegeben ein wenig theatralisch anmutet, scheint in ihrem früheren Leben Akrobatin gewesen zu sein. Unglaublich diese Hebefiguren! Und dann springt sie auch noch volle Pulle den Polanc an, der ja auch nicht mehr der Jüngste ist! "Du hast eine Gabe", nuschelt Hoche anerkennend und Motsi – na, Sie wissen schon!

Ein Highlight der Show sind dieses Mal auch die Tanzbattle. Jeweils zwei Paare tanzen gemeinsam eine Performance. "Amazing" Angelina tritt mit "leicht gezogener Handbremse" gegen den coolen "Mafioso Italiano" Giovanni an und Faisal liefert sich ein "Kopf an Kopf-Rennen" mit seinem Homie Heinrich. Streetdance is in the house: "I Like To Move It, I Like To Move It..." "Eigentlich müsstet Ihr so auftreten", schwärmt Motsi berufstechnisch von den Abzapplern, die durch "Let's Dance" dicke Freunde geworden sind.

Der Stolz in der Wirbelsäule

Am Ende battlen sich "die Giganten" Vanessa und Gil zu einem Flamenco, bei dem keine Ferse stillbleibt. "Jumping Ovation", lobt Motsi die tänzerisch Stärksten dieser Staffel. "Vanessa, du bist eine Bombe und Gil - diese Haltung, diese Eleganz, dieser Stolz, den du hast - in deiner Wirbelsäule!" Zu Recht fliegen bei beiden alle Zehnerkellen in die Höh'.

Ausgebattled hat es sich ausgerechnet für einen, der auch heute wieder "alles gegeben hat": Giovanni muss noch vor Heinrich die Show verlassen. Dafür hat er jetzt einen so "knackigen Hintern", dass seine Frau ganz wuschig wird, obwohl er noch die verschwitzte Trainingshose anhat. Sexy in schlunzigen Jogginghosen - das verdient ja auch Anerkennung

Quelle: n-tv.de

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