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Oz (James Franco) bekommt es mit allerlei Hexen zu tun, darunter Glinda (Michelle Williams).
Oz (James Franco) bekommt es mit allerlei Hexen zu tun, darunter Glinda (Michelle Williams).(Foto: AP/dpa)

Ein Zauberer in einer fantastischen Welt: Herr Oz kommt geflogen

Ach, was würde Judy Garland wohl zu diesem Film sagen. Sie, die es einst als Dorothy ins magische Land verschlagen hatte. "Die fantastische Welt von Oz" erzählt nun, wie der Zauberer, der Dorothy einst half, in das Land kam. Das ist schön anzusehen, hätte aber etwas mehr Substanz vertragen.

Wer an den "Zauberer von Oz" denkt, dem dürften schnell Dorothy, die Vogelscheuche und der Blechmann einfallen, die in dem wundersamen Land auf den großen Magier treffen. Unvergessen ist Judy Garland aus der Verfilmung des Buches von L. Frank Baum.

Hilfe bekommt Oz von einem fliegenden Affen.
Hilfe bekommt Oz von einem fliegenden Affen.(Foto: AP/dpa)

Nun erzählt ein neuer Hollywood-Kracher mit prominenter Besetzung die Vorgeschichte von Dorothys Abenteuern und zeigt, wie das magische Land wurde, was es ist - und was es eigentlich mit diesem Zauberer genau auf sich hat. "Das Land kennt ihr, die Story nicht", wirbt der Verleih zum Film "Die fantastische Welt von Oz".

So viel schon einmal vorweg: In der Fabelwelt geht es im Grunde genauso zu, wie man  sich das klassischerweise vorstellen dürfte - prächtige Schlösser, ein Schattenreich, Hexen, ein gutes, feengleiches Wesen, der ewige Kampf Gut gegen Böse, Liebe und ein gebrochenes Herz.

Flucht im Heißluftballon

In diese ebenso knallbunte wie zerrissene Welt kracht nun im wahrsten Sinne des Wortes der etwas zwielichtige Zirkus-Zauberer Oscar Diggs - genannt Oz (James Franco, "127 Hours"). Er tourt mit einem kleinen Wanderzirkus durch Kansas, versetzt seine Zuschauer in Erstaunen und seine stetig wechselnden Assistentinnen - zu denen er natürlich kein ausschließlich berufliches Verhältnis pflegt - regelmäßig in Verzückung.

Der Film besticht vor allem durch seine schönen Bilder.
Der Film besticht vor allem durch seine schönen Bilder.(Foto: AP/dpa)

Als er dann eines Tages vor einem Mann flieht, dessen Frau er auch kurzfristig zu seiner "Assistentin" gemacht hat, ändert sich sein Leben schlagartig. Damit der Zuschauer das auch auf jeden Fall merkt, wechselt das Werk von Schwarz-Weiß in Farbe - wie einst der Technicolor-Streifen von 1939. Denn mit dem Heißluftballon, den er zu seinem Fluchtfahrzeug macht, gerät er in einen Wirbelsturm und findet sich schließlich in der knallbunten Welt wieder.

Dort stößt er auf die schöne Hexe Theodora (Mila Kunis, "Black Swan", "Ted"), die in ihm nicht weniger sieht als die Erlösung - ihre eigene und die ihres Landes. Sie verliebt sich nicht nur Hals über Kopf in den charmanten Oz, ihr fällt auch gleich die Prophezeiung ein, die da besagt, dass einst ein Zauberer kommen wird, um das Land vom Bösen zu befreien. Das soll Oz nun im Auftrag von Theodoras Schwester Evanora (Rachel Weisz, "Das Bourne Vermächtnis") tun und Widersacherin Glinda (Michelle Williams, "My Week With Marilyn") außer Gefecht setzen.

Schöne Bilder; maue Story

Unterstützung bekommt er von dem fliegenden Affen Finley (im Original mit der Stimme von "Scrubs"-Star Zach Braff) und einer kleinen Porzellan-Puppe. Das Problem an der Sache: So richtig zaubern kann Oz gar nicht. Trotzdem spielt er die entscheidende Rolle im klassischen Kampf zwischen Gut und Böse. Schließlich steht er vor der Entscheidung, ob er weiter machen will wie bisher, oder Verantwortung übernimmt.

Franco, der 2011 mit Anne Hathaway für die unspektakuläre Präsentation der Oscar-Verleihung auch Kritik einstecken musste, tritt auch in seinem neuen Film eher unspektakulär auf. Allerdings fordert ihn die Rolle des leichtlebigen Tricksers nicht sonderlich viel ab. Ähnliches gilt auch für die Damen Kunis, Williams und Weisz. Letzterer, der Ehefrau von "007" Daniel Craig, gelingt es noch am ehesten, dem Film von Sam Raimi ("Spider-Man"-Trilogie) ihren Stempel aufzudrücken.

Das hochkarätig besetzte Disney-Märchen könnte - was die Tiefgründigkeit der Charaktere angeht - auch durchaus ein Zeichentrickfilm sein. Die zum Teil zwar ganz unterhaltsam und humorvoll erzählte Geschichte ist eher vorhersehbar als spannend, der Plot für einen mehr als zweistündigen Film arg dünn und klischeehaft geraten. Dafür sind die Bilder grandios und die technische Gestaltung mit realen Schauspielern in einer animierten Welt macht streckenweise durchaus Spaß.

"Die fantastische Welt von Oz" startete am 7. März in den deutschen Kinos.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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