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"Verfall ehemaliger Supermodels": Dschungel bleibt Maß aller Dinge

In der werberelevanten Zielgruppe erreicht RTL mit dem Dschungelcamp fast jeden zweiten Fernsehzuschauer. Beziehungsweise Zuschauerin, denn vor allem Frauen schalten ein. Eine Medienwissenschaftlerin sagt, die Sendung habe sich als "Event" etabliert. Es sei "eine faszinierende parodistisch verfremdete Miniaturversion der Mediengesellschaft".

Fiona Erdmann leidet - und die Zuschauerinnen fühlen sich gut.
Fiona Erdmann leidet - und die Zuschauerinnen fühlen sich gut.

Die RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" bleibt im Fernsehen das Maß aller Dinge. Am Dienstagabend schalteten um 22.15 Uhr 7,14 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 33,6 Prozent) die vierte Folge des Urwaldspektakels ein, bei dem erneut Ex-Bachelor-Kandidatin Georgina neben Olivia Jones zur Dschungelprüfung antreten musste. Beim RTL-Zielpublikum zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil sogar 46,7 Prozent.

Prof. Joan Kristin Bleicher vom Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg erklärt den Erfolg des Dschungelcamps mit seiner Ausnahmestellung im Fernsehen. Die Sendung werde "als jährliches Event inszeniert und täglich ausgestrahlt, was die Zuschauerbindung erhöht", sagte die Medienwissenschaftlerin der dpa.

"Model-Verfall macht zufrieden"

Zu der Frage, warum vor allem Frauen beim Dschungelcamp einschalten, sagte Bleicher: "Frauen sind ja generell an zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert. Und davon gibt es ja im Camp einiges zu sehen. Gleichzeitig bietet sich im Dschungelcamp die Möglichkeit, mit den optischen Fassaden der Bildschirm-Schönheiten abzurechnen. Der tägliche Verfall von ehemaligen Supermodels lässt die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper wachsen. Gleichzeitig sorgen attraktive Männer für ein wenig Erotiksignale."

Grundsätzlich sei das Dschungelcamp "eine faszinierende parodistisch verfremdete Miniaturversion der Mediengesellschaft". Es gehe "um Inszenierungsstrategien, ihr Scheitern und das immerwährende Ziel, die Aufmerksamkeit der Massen auf sich zu richten".

Die Quoten der übrigen Sendungen

Mit Blick auf die Quoten der übrigen Sendungen lief es am Dienstagabend schlecht für Sat1. Der zweite Teil des Mittelalterthrillers "Das verlorene Labyrinth" interessierte um 20.15 Uhr nur noch 1,96 Millionen Zuschauer (6,0 Prozent). Bereits der erste Teil lief am Montag mit 2,53 Millionen Zuschauern nur mäßig. Am stärksten präsentierte sich um 20.15 Uhr die ARD-Serie "Um Himmels Willen" mit 6,72 Millionen Zuschauern (20,0 Prozent) vor dem ZDF-Krimi "Spuren des Bösen" mit 4,94 Millionen (14,7 Prozent).

Die RTL-Krimiserie "CSI: Las Vegas" interessierte 3,89 Millionen Zuschauer (11,6 Prozent) und die anschließende Produktion "Bones - Die Knochenjägerin" 4,82 Millionen (14,9 Prozent). Die Vox-Hundeshow "Die tierischen 10" erreichte 2,23 Millionen Menschen (6,6 Prozent), die RTL-II-Reihe "Zuhause im Glück" 2,06 Millionen (6,3 Prozent) und die ProSieben-Serie "Two and a Half Men" 2,00 Millionen (6,0 Prozent).

In der Jahresgesamtwertung steht nach zwei Wochen im neuen Jahr das ZDF mit 13,8 Prozent auf Platz eins. Es folgt die ARD mit 12,7 Prozent. RTL holt immer weiter auf und erreicht als stärkster Privatsender 12,4 Prozent. Sat1 liegt mit 8,1 Prozent vor Vox mit 5,7 Prozent. ProSieben bringt es auf 5,3 Prozent. RTL II kommt auf 3,9 Prozent, Kabel eins auf 3,8 Prozent und Super RTL auf 2,0 Prozent.

In der für die Privatsender wichtigen werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen führt RTL recht deutlich - mit 16,9 Prozent. Es folgen ProSieben (10,5 Prozent), Sat1 (9,3 Prozent), Vox (7,8 Prozent) und ZDF (7,2 Prozent). Die ARD folgt mit 7,0 Prozent vor RTL II (6,3 Prozent) und Kabel eins (5,5 Prozent). Super RTL erreicht 2,1 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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