Unterhaltung
Oliver Edelmann.
Oliver Edelmann.(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)
Sonntag, 31. Juli 2016

Ninja Warrior Germany - Das Finale: Ein Cheerleader wird Sieger der Herzen

Von Kai Butterweck

Kein Europameister im Bouldern, kein muskelbepackter Handball-Profi und auch kein Super Mario: Der "Last Man Standing" der ersten Ninja-Warrior-Germany-Staffel hat zu Hause dutzende Cheerleader-Urkunden an der Wand hängen. Hut ab!

Tausende bierbäuchige Möchtegern-Ninja-Warriors haben in den vergangenen Wochen daheim auf der gemütlichen Fernseh-Couch den großen Macker raushängen lassen. Die Parcours schaffe man doch im Schlaf, schallte es durchs Land. Von Kindergeburtstag und Sixpack-Laufsteg war gar die Rede. Spätestens nach dem Finale sitzt aber auch der letzte Stammtisch-Ninja mit heruntergeladener Kinnlade vor der heimischen Mattscheibe. Die finale Hindernis-Sause hat nämlich endgültig bewiesen: Ninja Warrior Germany wird man nicht mal eben so im Vorbeigehen.

Frank Buschmann hat es dutzendmal ins Mikrofon gebrüllt: "Den Titel bekommst du hier nicht geschenkt!" Recht hat der gute Buschi. Nach knapp zwei Stunden sieht es sogar so aus, als würde es keiner der 28 Finalisten in die zweite und entscheidende Parcours-Runde schaffen. Sage und schreibe 18 Athleten gehen entweder baden, plumpsen in die Matten oder bleiben am Ende verzweifelt und von allen Kräften verlassen in zwei Holzringen hängen. Darunter auch die beiden gestrigen Superhero-Helden Gary Hines aka Captain America und Christian Balkheimer alias Super Mario. Aber auch hoch gehandelte Titelfavoriten mit Parcours- und Boulder-Erfahrung werden irgendwann "vom schwersten Parcours der Welt" (O-Ton Frank Buschmann) gefressen.

Mit letzter Kraft, in letzter Sekunde geschafft

Oliver Edelmann hat alles gegeben.
Oliver Edelmann hat alles gegeben.(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Um kurz nach 22 Uhr schlagen alle schon die Hände vor die Gesichter. Kommt hier wirklich keiner durch? Als auch Mirko Künstler, seines Zeichens Parcours-Coach, sowie Functional- und Personal-Trainer, während des letzten Hindernisses, der sogenannten unsichtbaren Leiter, die Puste ausgeht, winken sogar Buschi und Frank Köppen nur noch ab. Doch dann tritt ein 22-jähriger Europameister im Cheerleading ins Rampenlicht. Sein Name: Oliver Edelmann. Seine Mission: Das Unmögliche schaffen. Und vier Minuten später ist es dann endlich soweit. Schweißgebadet und taumelnd wie Rocky Balboa vor dem letzten Schlussgong, krabbelt Oliver Edelmann aus dem letzten Kamin-Hindernis in Richtung Buzzer. Eine Sekunde bevor die erlaubte Vier-Minuten-Grenze überschritten ist, haut der sichtlich gezeichnete Hesse auf den feuerroten Plastikdeckel. In diesem Moment wird aus dem Karlsruher TV-Studio ein Tollhaus. Endlich hat es einer geschafft. Endlich wurde der scheinbar unbezwingbare Parcours in die Knie gezwungen. Chapeau! Chapeau! Chapeau!

Während Buschi, Jan Köppen und die wie wild umhertanzende Laura Wontorra vor Freude und Begeisterung im Dreieck springen, machen sich Backstage die letzten Kandidaten gegenseitig Mut. Oliver hat's bewiesen: Das Ding kann gerockt werden. Eine knappe halbe Stunde später jedoch kehrt wieder Ernüchterung ein. Keiner der verbliebenen neun Kandidaten schafft es bis ins Ziel. Auch nicht Top-Favorit Jan Hojer. Der amtierende Europameister im Bouldern verliert auf der Wackel-Wippe die Balance. Aus der Traum vom sichergeglaubten Ninja-Warrior-Germany-Titel.

Am Ende bleibt tatsächlich nur einer übrig. Oliver Edelmann ist "The Last Man Standing". Wer hätte das gedacht? 240 Athleten hatten es in die Endauswahl geschafft. Und nun ist nur noch einer übrig: ein Cheerleader. Wow! Alle anderen stehen am Beckenrand Spalier, klatschen motivierend Beifall und wünschen dem letzten Ninja-Mohikaner alles Gute für den finalen Run. Es winken 100.000 Euro Siegprämie und der Titel "Ninja Warrior Germany 2016".

Vor Oliver stehen noch insgesamt sechs Hindernisse sowie der ultimative Endgegner: der "Mount Midoriyama". Hat er noch die Power? Kann Oliver Edelmann noch einmal einen draufsetzen? Nein, kann er nicht. Wie auch? Der Kerl ist einfach durch. Er probiert zwar alles. Doch an den freischwingenden Hängebrettern ist endgültig Schluss. Oliver rutscht ab und platscht ins Wasser. Das war's! Der Drops ist gelutscht. Der Berg bleibt unbezwungen. Und die 100.000 Euro wandern wieder in den RTL-Safe. Zumindest bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: Willkommen zur stärksten TV-Show Deutschlands! Vielleicht küren wir ja dann den ersten Ninja Warrior Germany. Muss aber auch nicht sein. Kann auch noch länger dauern. In den USA wurde der erste "Ninja Warrior" erst nach der siebten (!) Staffel auf den Thron gehievt …

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen