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Es ist vollbracht: Die Siegerin heißt Jenny Elvers.
Es ist vollbracht: Die Siegerin heißt Jenny Elvers.(Foto: Sat.1 / Willi Weber)

Ende eines Irrtums: Elvers gewinnt "Promi Big Brother"

Von Volker Probst

Mit einem gespielten Blondinen-Witz geht die Zeit im kuscheligen TV-Container zu Ende. Die wenig überraschende Pointe liefert Gewinnerin Jenny Elvers. Doch es gibt auch einige kluge Lehren, die sich aus "Promi Big Brother" ziehen lassen.

Verloren und doch gewonnen: Natalia Osada.
Verloren und doch gewonnen: Natalia Osada.(Foto: Sat.1)

Es kann nur zwei geben. Das war eigentlich schon vor dem Finale von "Promi Big Brother" längst klar. Entweder würde Natalia Osada das Rennen machen - die Z-Prominente, die bis dato nur als minderbemittelte Millionärsjägerin mit markigen Sprüchen und markantem Vorbau aufgefallen war, im Container aber zum aufrechten Mobbing-Opfer von Boxer Manuel Charrs Macho-Brigade geriet. Oder aber Jenny Elvers - nicht nur die einzige Insassin im TV-Knast, die neben den "Special Guests" David Hasselhoff und Pamela Anderson bereits im Vorfeld einen einigermaßen generationsübergreifenden Bekanntheitsgrad besaß. Sondern auch die Bewohnerin, bei der viele sich fragten, wie sie von ihrem schauspielerischen Aufblühen in Detlev Bucks "Knallhart" zu Suff und "Promi Big Brother" absteigen konnte. Und der man wenigstens diese kleine Genugtuung gönnte, ihren Ex und Vater ihres Kindes, den einstigen "Big Brother"-Normalo Alex Jolig, im absurden Reality-TV-Wettstreit zu übertrumpfen.

Und so kam es, wie es kommen musste. Von den fünf verbliebenen echten Ureinwohnern, die vor zwei Wochen den Container in Berlin-Adlershof bezogen hatten, mussten am Finaltag Schauspieler Martin Semmelrogge und YouTube-Sternchen Simon Desue als Erste das Feld räumen. Mit Osada, Elvers und Miss "Mini Playback Show" Marijeke Amado beherrschte am Ende blondierte Frauen-Power das Geschehen. Im wirklich allerletzten Showdown siegte mit der Wahl von Elvers zur Gewinnerin beim Publikum das Herz über Osadas erfrischend freche Klappe - eine Entscheidung mit eher geringem Überraschungseffekt.

Und eine Entscheidung, die vermutlich vergleichsweise nicht allzu viele TV-Zuschauer trafen. Nach anfänglich hohen Erwartungshaltungen an die Show hatte das Interesse an "Promi Big Brother" rasch stark nachgelassen. Neben Elvers, Osada, Amado, Semmelrogge und Desue bevölkerten schließlich No Names wie "The Voice Of Germany"-Kandidat Percival Duke, Trash-Tussie Georgina Fleur, Pop-Opa Fancy und "Berlin Tag & Nacht"-Darsteller Jan Leyk den Container. Die einst 14. bei "Deutschland sucht den Superstar", Sarah Joelle Jahnel, war vor allem durch ihre Äußerung, DSDS sei "der größte Puff im deutschen Fernsehen", aufgefallen. Und Ex-"No Angel" Lucy Diakovska war angesichts eines geplanten Auftritts in ihrer bulgarischen Heimat froh, nicht bis zum bitteren Ende von "Promi Big Brother" ausharren zu müssen.

Mit Pam auf der Couch

Hingucker ohne Effekt: Pamela Anderson.
Hingucker ohne Effekt: Pamela Anderson.(Foto: Sat.1)

Das musste dafür Pamela Anderson. Sie hatte Sat.1 nach Hasselhoffs vorzeitigem Abgang und im Angesicht eines drohenden Quoten-Desasters auf den letzten Metern eingekauft. Pams Einsatz beschränkte sich jedoch darauf, in Teilzeit dem trüben Treiben im Container etwas Einhalt zu gebieten, sich lasziv auf dem Sofa zu räkeln und Charr und Semmelrogge wuschig zu machen. Der Show wirklich auf die Sprünge helfen konnte sie damit nicht. "Promi Big Brother" blieb bis zum Schluss ein müder Abklatsch vergleichbarer Formate. Dennoch gibt es einige entscheidende Lehren, die einem "Big Brother", die Moderatoren Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn sowie die  Bewohner des Containers in den vergangenen zwei Wochen mit auf den Weg gegeben haben:

Manuel Charr: Fortwährende Schläge gegen den Kopf haben vielleicht doch heftigere Folgen für das Gehirn als bislang gedacht.

Marijke Amado: Möglicherweise sollte man genauer darauf achten, wem man in TV-Shows jahrelang Kinder anvertraut.

Pamela Anderson: Ihre "Hötzeklötze" waren schon mal größer.

Georgina Fleur: Ihre Lippen waren schon mal kleiner und ihr Intimbereich haariger.

Percival Duke: Kaufen Sie seine neue Single bitte nicht!

Fancy: Auch wer "Slice Me Nice" gesungen hat und den ganzen Tag Sonnenbrille trägt, kann noch normaler als viele andere sein.

Simon Desue: Simon … wer?

Wird die Siegtrophäe wirklich zum Wanderpokal?
Wird die Siegtrophäe wirklich zum Wanderpokal?(Foto: Sat.1 / Willi Weber)

Jenny Elvers: Man muss echt nicht in einen Container ziehen, um der Welt zu zeigen, dass man clean ist und was drauf hat.

Martin Semmelrogge: ??? Keine Ahnung, wir haben kein Wort von ihm verstanden.

Lucy Diakovska: In Bulgarien ist es schöner als bei "Big Brother".

Sarah Joelle Jahnel: Im Puff erlebt man mehr als bei "Big Brother".

Natalia Osada: Fick die Henne!

David Hasselhoff: Man begeht leichter Republikflucht, als das "Big Brother"-Haus zum verdienten Einsturz zu singen.

Jan Leyk: Das Jugendschutzgesetz muss dringend auch den Konsum von "Berlin Tag & Nacht" strenger regulieren.

Cindy aus Marzahn: Sie ist toll und kann ja nichts dafür, selbstverständlich.

Oliver Pocher: Mit seiner Ex Sandy Meyer-Wölden und / oder ihrem Ex Boris Becker im Haus hätte er sicher mehr Spaß gehabt.

Big Brother: Er tut nur so, als wäre er Darth Vader, ist in Wahrheit aber C-3PO mit defekter Sprachsteuerung und akutem Systemschaden.

Die wichtigste aller Lehren, die aus "Promi Big Brother" gezogen werden kann, ist jedoch die: Bitte nie wieder! Jedenfalls nicht so. Sollte die Siegestrophäe, die Elvers am Ende in die Arme schließen konnte, tatsächlich - wie von Pocher und Cindy angekündigt - zu einem Wanderpokal werden und eine Neuauflage der Show im kommenden Jahr geplant sein, dann bitte mit vernünftigem Konzept. Ansonsten müssten wir wirklich unseren großen Bruder zu Hilfe rufen.

Quelle: n-tv.de

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