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"Das war sehr lustig mit Ihnen. In der letzten Sendung noch mehr. Jetzt haben Sie scheiß viel gewusst. Das war langweilig."
"Das war sehr lustig mit Ihnen. In der letzten Sendung noch mehr. Jetzt haben Sie scheiß viel gewusst. Das war langweilig."

James Mean sitzt wieder bei Jauch: Episode II: Das Erwachen des Mützenträgers

Von Nina Jerzy

Otternasen und schwimmende Schweine waren nicht das Kurioseste bei "Wer wird Millionär?". James Mean dreht bei seiner Rückkehr gehörig auf und mutiert plötzlich zum Kylo Ren des heißen Stuhls. "Sie waren tot! Unfassbar", keucht Günther Jauch.

Der tollpatschige Jedi-Lehrling vom vergangenen Montag ist zur dunklen Seite gewechselt. Kaum hatte Überhangskandidat James Mean am Rosenmontag auf dem heißen Stuhl von "Wer wird Millionär?" Platz genommen, da beschlich die Zuschauer das Gefühl: Irgendwas ist hier anders. Statt des unentschlossenen Graus bei T-Shirt und Mütze war der Kandidat dieses Mal ganz in Schwarz gewandet. Der knallgelbe Schriftzug auf der Brust hätte genau so gut "Star Wars" lauten können. Günther Jauch wusste kaum, wie ihm geschah: "Sie waren tot in dieser Sendung. Sie waren tot. Sie haben sich überhaupt nicht mehr bewegt. Unfassbar."

Rückblickend wird klar: Mean hat sich wie Yoda von Jauch alias Luke Sykwalker durch den Sumpf der Fragen schleppen lassen, nur um am Schluss zu obsiegen. Selbst der RTL-Moderator erinnerte zu Beginn an die "denkwürdige Sendung" in der vergangenen Woche, an deren Schluss der Wackelkandidat die 16.000 Euro sicher hatte. Wer nun aber eine Zugabe des fluffig-harmlosen Dortmunders erwartete, wurde überrascht.

Das war "Wer wird Millionär"

Zusatzjoker für Means 64.000-Euro-Frage:

Brian verkauft außerdem noch Otternasen sowie Milch von Ozelot und Dachs – also nur Zeug für römische Imperialisten, wie die Volksfront von Judäa anmerkt. Die Spalter der Judäischen Volksfront würden das vermutlich essen, von der Populären Front ganz zu schweigen.

Noch mehr Kulinarisches aus der WWM-Historie:

"Was trägt man an den Füßen?", lautete am 29. November 2010 die 500-Euro-Frage. Thomas Jäger wählte "Enchiladas" statt der korrekten Antwort "Espadrilles". Er ging mit null Euro nach Hause.

Er beantwortete souverän die 32.000-Euro-Frage. In der folgenden Runde brauchte der 34-Jährige nicht mal die möglichen vier Antworten zu hören. "Das ist einer meiner Lieblingsfilme: 'Das Leben des Brian'", sagte Mean auf Jauchs Frage "In welchem Kultfilm werden Jaguarohrläppchen, Zaunköniglebern, Lerchenzungen, Buchfinkenhirne und Wolfszitzenchips angeboten?".

"Das war langweilig"

Der Moderator war sichtlich perplex. "Ich glaub's nicht", kommentierte Jauch den Umstand, dass er Mean schließlich die 125.000-Euro-Frage stellte. Weder Jedi- noch Sith-Kräfte konnten dem Kandidaten dann aber einflüstern, dass "Scheuertouren" Auskunft über die Widerstandsfähigkeit von Möbelstoffen geben. Der Historiker passte und ging mit 64.000 Euro nach Hause. Jauch war ob dieses schnellen Erfolgs fast etwas enttäuscht: "Das war sehr lustig mit Ihnen. In der letzten Sendung noch mehr. Jetzt haben Sie scheiß viel gewusst. Das war langweilig."

Keine Episode II, IV oder was auch immer gibt es für Anika Schöniger. Die "Communications Managerin" einer großen, deutschen Kosmetikfirma schien erst den weiblichen Mean geben zu wollen. Bei der 2.000-Euro-Frage nach den Ursprüngen des Jumpsuits (richtige und so naheliegende Antwort: Fallschirmspringer) verdaddelte die Haare-aus-dem-Gesicht-Streicherin gleich zwei wertvolle Joker. Bei der Fußball-Frage für 16.000 Euro rief Schöniger ihren Freund an, was zum größten Lacher des Abends führte. Jauch: "Sie schlägt sich … sagen wir mal: mittelprächtig." Freund:"Okay." Jauch: "Hier mal ein Aussetzer, da mal zwei, aber dann auch mal wieder helle Momente."Freund: "So kenne ich sie."

Hier wird nicht getauscht!

Ob Kalkül oder völlig ungekünstelt: Die Kandidatin aus Seligenstadt trieb den Zuckergehalt der Sendung ordentlich nach oben. Neben "Mama", Papa", dem pupsenden Mops Emma, den Urlaub auf den Bahamas mit schwimmenden Hausschweinen und dem Traum, einmal so richtig feste ein Faultier zu drücken (die sind ja so süüüüüß! Und auf Instagram!) bekam Jauch vielleicht auch ein wenig Phantom-Zahnschmerz.

Jedenfalls schien er am Schluss nicht übermäßig gewillt zu sein, Schöniger bei der 64.000-Euro-Frage zu helfen. Ähnlich erging es jedermann im Publikum – kein einziger Zuschauer erhob sich, als die Kandidatin den Zusatzjoker zog. Schöniger wollte den daraufhin in ihren bereits benutzten Telefonjoker umwandeln. "Eintauschen? Haben Sie die Sendung schon mal gesehen?" fragte Jauch und komplementierte die letztlich um 32.000 Euro reichere Kandidatin vom Stuhl herunter. Besitzen Faultiere eigentlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Jar Jar Binks?

Quelle: n-tv.de

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