Unterhaltung

Rach unterwegs als Food-DetektivFast-Food-Family auf Zuckerentzug

18.06.2013, 13:23 Uhr
imageVon Sabrina Pfeiffer

Wo kommen die vermeintlich regionalen Produkte im Supermarkt wirklich her? Wieso essen die meisten so gerne Fast Food, obwohl es ungesund ist? In Zeiten von Pferdelasagne, Dioxineiern und Fettleibigkeit berechtigte Fragen. Christian Rach stellt sie, und zwar in seiner neuen gleichnamigen RTL Reportage-Reihe "Rach deckt auf".

Ex-Sternekoch Christian Rach geht ab sofort in der vierteiligen Doku-Reihe "Rach deckt auf" den Lebensmitteln auf den Grund. Der beliebte Restaurant-Tester, Koch-Mentor und seit Neuestem eben auch Food-Detektiv will den Zuschauern in seiner neuen Rolle die Augen öffnen und wird dabei wohl auch weniger appetitliche Wahrheiten auf den Tisch bringen. Diesmal schaut er allerdings nicht in Restaurants nach dem Rechten, sondern begibt sich auf Spurensuche in Sachen Ernährung, Einkauf und Verbraucherschutz.

Rach hat eine Mission - und das lässt auch schon die Titel-Musik "Mission Impossible" vermuten. Ob sie tatsächlich unmöglich sein wird, erfährt der Zuschauer in den nächsten 60 Minuten. Gleich in der ersten Folge wird die dem Deutschen zunehmend beliebter werdende Junk-Food-Liebe tüchtig unter die Lupe genommen, damit einhergehend natürlich auch die Volksdroge Zucker. Wer bis heute dachte, im Döner sei kein Zucker enthalten, wird gleich von Herrn Rach eines Besseren belehrt. Bis zu 23 Stück Zucker können es in den türkischen Fladen schaffen. Wie abhängig viele schon sind, ohne es zu wissen, verdeutlicht Rach im Laufe der Sendung an der vierköpfigen Familie Dahmen. Ein Selbstversuch der anderen Art: Zucker-Entzug auf ganzer Linie und zwar für jedes einzelne Familienmitglied, eine ganze Woche.

Wer glaubt, dass es ja nicht so schwer sein kann mal eine Zeitlang auf Zucker zu verzichten, der irrt. Viele Produkte, die es auf den ersten Blick gar nicht vermuten ließen, enthalten Zucker. Und da fängt das Problem auch schon an: Familie Dahmen kann im Grunde gar nicht mehr anders, als täglich zuckerhaltiges Essen in sich reinzustopfen, weil sie es eben nicht besser weiß. Nachdem die Dahmens ihre Küchenschränke geräumt und Platz für gesundes Essen geschafft haben, wird ihre Abhängigkeit von den süßen Kristallen schnell klar. Das ganze Drama innerhalb der Fast-Food-Family kann sich der Zuschauer sodann unverblümt vom Sofa aus (hoffentlich ohne Chips und Schokolade auf dem Couch-Tisch!) anschauen: Alle Beteiligten gehen bereits nach kürzester Zeit auf dem Zahnfleisch. Streitereien sind programmiert und auch körperlich macht sich der Zuckerentzug alsbald bemerkbar. Schmerzen und Tränen machen sich breit - der Vater verliert schon kurz darauf die Nerven.

Zuckerabhängigkeit wird unterschätzt

Rach analysiert jedoch nicht nur, er gibt auch hilfreiche Tipps, wie sich die Familie aus der Sucht befreien kann. Eine Schocktherapie erleiden die Vier dann bei einem Arzt, der ihnen mittels neuester Technik vor Augen führt, dass Zucker für eine vorzeitige Hautalterung sorgt. In der Salzburger Uniklink bekommen sie es dann noch einmal Schwarz auf Weiß. Bei einem MRT wird die Hirnaktivität von Mutter Dahmen während des Verzehrs von Süßigkeiten genauer unter die Lupe genommen. Erschreckend, aber auch nicht wirklich überraschend: Es reagieren die gleichen Hirnregionen verstärkt wie bei einem Suchtkranken. Danach scheint Familie Dahmen wie ausgewechselt und ist bereit, sich endlich mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen.

Um die Auswirkungen der Fast-Food-Sucht noch besser zu verstehen, ermittelt Rach sowohl in London als auch im Fast-Food-Paradies Amerika. In London macht sich derzeit jedoch ein ganz neuer Trend breit: gesundes Fast Food. Ein Widerspruch? Ganz und gar nicht: Vom Avocado-Salat mit Flusskrebsen über Erbseneintopf mit Minze bis hin zum gegrillten Lachs - alles innerhalb kürzester Zeit zubereitet und nicht teurer als ein fetter Burger.

Nach den grünen Leckerbissen in London erwartet Rach dann aber das genaue Gegenteil in Las Vegas. Dort stößt er auf ein Fast-Food Restaurant, in dem sich Menschen schon zu Tode gefressen haben. Rach, der 1991 einen Michelinstern für seine Kochkünste verliehen bekam, traut seinen Augen nicht. Unfassbar, was hier über die Küchentheke geht: Jeder Doppel-Whopper würde gegen den dort servierten Achtfach-Burger blass aussehen. "Der Achtfach-Burger ist meiner Meinung nach der beste Weg, um Selbstmord zu begehen", wirbt der Erfinder mit seinen opulenten Brötchen. Der Betreiber kennt übrigens keine Grenzen des guten Geschmacks - seine Gäste werden gewogen wie ein Stück Vieh und bekommen den Burger bei einem Kampfgewicht ab 350 Pfund sogar gratis.

Alles bitte in Maßen

Zurück in Deutschland bricht Rach eine Lanze für junge Startup-Unternehmen, die sich auf gesunde Ernährung spezialisiert haben. Rach will in seiner neuen Doku-Reihe wachrütteln, nicht mit erhobenem Zeigefinger fuchteln. "Ich möchte es gar nicht zu hoch aufhängen und sagen, du darfst keinen Zucker essen und der böse Burger und so weiter und sofort, das ist, glaube ich, alles Quatsch. Entscheidend ist die ausgewogene Ernährung. Wenn Sie mal ein Glas Cola trinken oder mal einen Whopper essen oder Pommes mit Ketchup, dann ist das überhaupt nicht schlimm. Aber wenn diese Dinge die Grundpfeiler Ihrer Nahrungsaufnahme darstellen, dann läuft da gehörig was verkehrt."

Soweit, so gut, doch wie die Zuschauer am abschreckenden Beispiel der Familie Dahmen sehen konnten, ist es bei Weitem kein Zuckerschlecken, seine alten Essgewohnheiten einfach so über Bord zu werfen.

"Rach deckt auf" läuft am 24. Juni, 1. und 8. Juli um 20.15 Uhr bei RTL.

Quelle: ntv.de