Unterhaltung
Joey Heindle ist der Dschungelchef.
Joey Heindle ist der Dschungelchef.(Foto: RTL / Stefan Menne)

Sieg nach Ekel-Prüfung: Flitzpiepe Joey ist Dschungelkönig

Von Thomas E. Schmitt

Auf den letzten Metern überholt der DSDS-Knaller Joey Heindle im Dschungelcamp die Top-Favoritin Olivia Jones. Er ist der neue König, die neue Urwald-Majestät. Vorausgegangen waren Prüfungen für jeden Finalisten. Die 19-jährige Flitzpiepe meistert die härteste und darf nun für ein Jahr das Zepter schwingen.

Tageswertung

Dschungelkönig 2013:
Joey Heindle

2. Platz:
Olivia Jones

3. Platz:
Claudelle Deckert

Bester Spruch:
Olivia Jones mit "Ich hab sogar meine Brüste weggeworfen - mehr geht nun wirklich nicht"

Als er erfährt, dass er der neue Dschungelkönig ist, sieht es fast so aus, als verliere er endgültig den Verstand. DSDS-Knalltüte Joey Heindle hat Sekunden zuvor von den RTL-Zuschauern bei "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" die meisten Stimmen bekommen. Den zweiten Platz ergattert Multifunktionstranse Olivia Jones, Platz drei geht diesmal an Soap-Gesicht Claudelle Deckert. Die Flitzpiepe schießt durchs Camp, als hätte sie Hummeln im Hintern. Joey ist endlich alleine und wartet auf seine Krone. Er hatte Schweine gejagt, Anus gegessen, war "mentalisch" öfter schlecht drauf und hatte Angst davor, irgendwann "tot aufzuwachen". Nun ist alles vorbei. "Dieter Bohlen, ich bin Dschungelkönig", ruft der DSDS-Versager in die Wildnis, als er von den Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich eine Blätterkrone auf die Birne gesetzt bekommt. Sekunden später darf er auch noch seine Jacky in die Arme nehmen, das junge Knack-Girl, das ihm mit einem Liebesbrief so sehr weitergeholfen hatte.

Der Sieg des Dödels ist sowas wie ein Lob dafür, sich durchgekämpft zu haben - weitgehend ohne Strategie. Heindle war einfach da. Er war er selbst. Ein bisschen wirr, ziemlich bräsig, durchdrungen von schrägen Gedanken. Aber er ist eben auch nicht bösartig, kein Lästermaul. Ein netter Junge mit ein paar Problemen, könnte man wohl sagen.

Bilderserie

Der Inthronisierung gehen drei Prüfungen voraus. Jeder der Rest-Dschungeleros muss ran, kann nochmal zeigen, was so in ihm steckt. Soap-Darstellerin Claudelle Deckert hat "Nervenstärke" zu zeigen. In zwei hohen Tanks setzt sie sich selbst unter Wasser, bekommt dabei Besuch von verschiedenem Getier. Ehrlich gesagt: Die Prüfung ist so gefährlich wie Memory mit zwei Kleinkindern und so spannend wie eine Möhre schälen. Nervenstärke? Die tumben Aale, die der Bikini-Nixe entgegen schwimmen, glotzen genervt wie ein Berliner Busfahrer schon morgens beim Aufstehen. Die bereits bekannten Schlammkrabben sind so aggressiv wie das A in einer Buchstabensuppe, die klitzekleinen Wasserspinnen haben die kriminelle Energie einer frisch polierten Tischplatte.

Das Ganze ist so aufregend, dass die Deckert zwischendurch Gelegenheit hat, sich Sorgen um ihre Optik zu machen: "Scheiße, mein Fingernagel ist ab." Da kullert dem geneigten Zuschauer glatt der Harzer Roller vom Zwiebelbrot. Ja, Hergott, brüllt er Richtung Flatscreen, du hast doch noch neun andere! Das Soap-Sternchen mit dem Wonderbra bringt trotz der schwerwiegenden Beeinträchtigung ihren Tauchkurs zu Ende. Wofür viele auf den Bahamas oder im schlecht gekachelten städtischen Hallenbad viel Geld bezahlen, bringt ihr die Vorspeise für die Gruppe ein. Später rutschen ihr beim Umziehen die prallen Tüten aus dem Container. Kurz nur, leider. Ganz sicher ein Missgeschick. Bei vielen reicht es aber ganz sicher für angenehmes Einschlafen.

Runter mit dem Gummi

DSDS-Dödel und jetziger Sieger Joey Heindle erwischt mit "Überwindung" die klassische Ekel-Prüfung. Er könne sich dabei "in die Herzen deiner Fans knabbern", verspricht Sonja Zietlow süffisant. Und ja: Mit dem öden Schnickschnack für Claudelle hat das nichts zu tun. Der 19-Jährige kann sich immer zwischen zwei Mahlzeiten entscheiden: lecker oder widerlich. In etwa so, wie es täglich Hunderttausenden geht: Esse ich unterwegs noch oder das, was meine Frau gekocht hat? Nur: Die Flitzpiepe erwischt es zum Schluchzen schlimm. Zunächst entscheidet er sich gegen ein Glas frische Milch und für eine Kuheuter-Zitze. Das lederige Ding scheint so schwer zu kauen wie ein alter Lkw-Keilriemen. Jedenfalls muss die Blendgranate ganz schön kämpfen, schafft es aber in letzter Sekunde, das radiergummiartige Rinderteil herunterzuwürgen.

Jones gab auch alles.
Jones gab auch alles.

Der nächste Gang ist ein Kamel-Fuß. Er sieht ein bisschen aus wie diese scheußlichen Ugg-Boots, die junge Mädchen heute haufenweise tragen. Den dazugehörigen Penis hatte Fiona kürzlich noch verdrückt. Das fermentierte Ei ist traditionell ein erster Höhepunkt. Es sieht wirklich ekelerregend aus und erinnert an die "Alien"-Reihe. Der geneigte Zuschauer legt kurz die Chips aus der Hand legen und stößt diskret auf. Und das Ding, das vor Jahren mal aus einer inzwischen verdauten Ente flutschte, schmeckt "hässlich", bringt die Sänger-Nulpe hervor, ohne es pünktlich schlucken zu können. Da hatte auch sein Leitspruch "Let's getty to rambo" nichts geholfen. Schlussendlich konfrontieren die australischen Spitzenköche die Flitzpiepe mit einem Glas Sperma vom Buschschwein. Nachdem Joey den Samen verputzt hat wie ein Tempo-Taschentuch, bemerkt er: "Auf keinen Fall nachmachen, schmeckt wirklich für den Arsch." Die Idee für diese Art Ferkelei stammt übrigens aus dem nach außen prüden, im Inneren aber verkommenen Japan. Genau, das ist das Land, in dem sich Männer an Automaten Tütchen mit Schülerinnen-Schamhaar ziehen können. Noch Fragen?

Turbo-Transe Olivia Jones macht für den Nachtisch eine "Grenzerfahrung" mit. Da ihre beiden Konkurrenten ordentlich vorgelegt haben, ist sie unter Zugzwang. "Fesselt mich an die Pritsche", zitiert sie einen Satz, den sie in rot beleuchteten Hamburger Hinterhöfen öfter sagt. Auf einer klapperigen Lore zieht sie sich dann durch verschiedene Kammern. Dort warten jeweils muffige Viecher auf das Mannweib. Um es klar zu sagen: Die Prüfung ist so gefährlich wie eine Kaffeefahrt nach Kassel und so spannend wie Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. Dem geneigten Zuschauer fällt da gar nichts mehr aus der Hand. Immerhin überwindet die Reeperbahn-Schabracke in einer Kammer ihre Angst vor Spinnen. Ansonsten fallen süßer Sirup, geifernde Grillen, muffige Mehlwürmer und affektierte Ameisen auf sie drauf.

Nach der Reise in die Erde sieht die Jones aus wie eine pürierte Waffel am Stiel. Sie ist so vollgekleckert mit Insekten-Glibber, als wäre sie - ach, lassen wir das. Fakt ist: Die Jones nimmt es locker. Sie ist eben extrem belastbar, wie es in ihren nach altem Eiweiß riechenden Kreisen gerne heißt. Der Tunnel sei wie ein "Darkroom" gewesen - und dort kenne sie sich je bestens aus. Das glaubt man gerne. "Jetzt sehe ich aus wie eine Dreck-Queen."

Der Lohn der letzten Dschungel-Strapazen ist für die Dschungeleros ein festliches Abendessen inmitten der Urwald-Landschaft. Es gibt Lachs mit Salat, Rotwein, dann Hamburger mit Pommes, zum Abschluss Mousse au Chocolat. Joey, der ja gerne Dinge sieht, die nicht da sind, wittert zunächst eine "Fata Morgana", als er den hübsch gedeckten Tisch sieht. Doch später, als alles weggefuttert und die verdrängte Luft hochgerülpst ist, fühlt er sich "müde wie ein Känguru". Völlegefühl. Unruhiger Schlaf. Sodbrennen. Leichte Übelkeit. Alles inklusive. Der Urwald verabschiedet sich freundlich wie ein schmieriger Versicherungsmakler von den Dschungeleros. "Hallejulia", wie Joey noch treffsicher bemerkt.

Nur wenige sagen das auch in TV-Deutschland. Mit dem RTL-Dschungelcamp endet schließlich die sechste Jahreszeit für Millionen Zuschauer. Das ist irgendwie traurig. Alte Regeln kehren heim und hängen ihren Schlüssel ans Türbrettchen. Die Ordnung kommt zurück. Ab jetzt wieder Flurwoche, es kommt nicht mehr täglich dick Butter auf das harte Brot der Kommunikation. Ab sofort regiert in Deutschlands Kantinen, bei Twitter, Facebook und der 24-Stunden-Spielothek nebenan wieder das Wetter. Damit Sie weiterhin was zum Mitreden haben: Experten rechnen damit, dass es im April wechselhaft ist. Juli und August könnten warm werden. Im September kühlt es ab, möglicherweise fallen erste Blätter von den Bäumen. Und ab November herrscht die Gefahr eines überraschenden Wintereinbruchs mit chaotischen Zuständen auf den Straßen, vor allem im morgendlichen Berufsverkehr.

Bilderserie
Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen