Unterhaltung
(Foto: Netflix)

Schmerzhaft nah am Original: "Full House"-Remake ist nur was für Fans

Von Anna Meinecke

Nostalgie ist eine schöne Sache - gemütlich, wohlig, emotional. Aus der 90er-Jahre Kult-Show "Full House" hat Netflix "Fuller House" gemacht. Das Format ist wie damals, nur schämt man sich mehr dafür.

Als Netflix ankündigte, die Kult-Sitcom "Full House" neu aufzulegen, horchten groß gewordene Kinderherzen auf. "You got it, dude", wollte man dem Streaming-Dienst in Michelle-Tanner-Mannier lässig zuzwinkern. Dabei sollte es doch mittlerweile im gesamtgesellschaftlichen Popkulturgedächtnis angekommen sein, dass Remakes sich nur selten zu alter Größe aufschwingen.

Ganz tappt die Neuauflage "Fuller House" in diese Falle nicht. Statt mit Alles-anders-Konzept Fans zu verprellen, ist die Show ganz im Gegenteil so nah am Original, dass es fast schmerzt. Das gleiche Haus, der gleiche Cast. Einzig die Olsen-Zwillinge Mary-Kate und Ashley fehlen - doch die haben ja auch ein Modeimperium zu lenken.

Theatralische Gags und unzählige Umarmungen

Ganz anders sieht es bei den mittlerweile in Hauptrollen gehobenen Kinderstars Candance Cameron-Bure, Jodie Sweetin und Andrea Barber aus. Von den Dreien konnte keine in den vergangenen 20 Jahren schauspielerisch punkten, dafür sitzen die theatralischen Gags noch mindestens genau so gut wie die "Full House"-typischen Umarmungen. Als D.J., Steff und Kimmy plus Anhang sind sie der Netflix-Version das, was die Single-(Zieh-)Papas Jesse, Danny und Joey dem Original waren.

Zugegeben, die Rückkehr des erweiterten Tanner-Clans lässt es einem warm ums Herz werden. Selbst das nicht unbedingt nachvollziehbare Geklatsche im Hintergrund erinnert doch irgendwie zärtlich an Nachmittage, die man einst ausschließlich mit vergleichbaren Dosengelächter-Formaten füllen konnte.

Jetzt sagen Sie schon "Hach"

Bevor man ein Urteil über "Fuller House" fällt, sollte man bedenken, dass das Original bereits kein cineastisches Meisterwerk war. In dem Sinne erfüllt der Remake alle Erwartungen. Immer wieder erinnert "Fuller House" an Handlungsstränge und Insider-Witze von einst. Klar, das ist manchmal ziemlich mit der Faust aufs Auge. Etwa wenn im Split-Screen alte und neue Szenen nebeneinander gespielt werden.

Bei all dem Gemecker muss zum Schluss auch ein wenig Ehrlichkeit her: Auf eine dumme Art fühlt sich "Fuller House" einfach gut an. Wer die Originalsendung auch nur ein wenig verfolgt hat und während der ersten Episoden "Fuller House" sich nicht bei einem einzigen grenzdebilen "Hach" ertappt, der hat kein Herz.

"Fuller House" ist ab dem 26. Februar abrufbar über Netflix

Quelle: n-tv.de

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