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Endlich wieder "Wer wird Millionör?"-Zeit ...
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Montag, 21. August 2017

3899 Mal bei WWM beworben: Grantl-Plaudertasche raubt Jauch den Nerv

Von Nina Jerzy

3899 Mal hat sich der bayerische Rentner beworben. "Rekord", lobt Günther Jauch. Doch dieser Kandidat zwischen Klugscheißer und Stresstest wird kein einfacher sein. "Wer wird Millionär?" startet denkwürdig in die 40. Staffel.

Zack, zack, zack: Nach dem eher entspannten Sommerpausenfüller "500 – Die Quiz-Arena" zieht "Wer wird Millionär?" am Montagabend jetzt wieder andere Saiten auf. Zum Start der bereits 40. Staffel wurde Günther Jauch im Zocker-Spezial mit einem außergewöhnlichen Kandidaten belohnt, der ihn gleich mal einem Stresstest unterzog. Fast unglaubliche 3899 Mal hat sich Pensionär Heinrich Röhrl bei der RTL-Quizshow beworben. Jauch war zunächst beeindruckt. "Das ist für mich der absolute Rekord. Deswegen haben Sie es verdient, dass Sie zu uns kommen", begrüßte er den 68-Jährigen aus Oberbayern. Da dachte Jauch wohl noch nicht daran, was es für eines Charakters bedarf, um sich 3899 Mal bei einer TV-Sendung zu bewerben. Aber das schwante ihm schnell.

"Telefon, online, lange Zeit Postkarten, Briefe... Ich wollte Ihnen mal was trommeln, aber Sie haben es nicht verstanden." Röhrl hielt mit seiner Vorliebe fürs ausschweifende, aber nicht immer zielgenaue Trommelfeuer-Fabulieren nicht lang hinter dem Berg. Im Oktober 1999 hatte er das erste Mal "Wer wird Millionär?" gesehen und sich am nächsten Tag beworben. "Schon sind fast 20 Jahre vorbei, stehen wir bei der 300-Euro-Frage", erwiderte Jauch. Kurz darauf hätte sich der Kandidat mit dem Hang zur Überheblichkeit fast aus der Sendung gekickt. Für 1000 Euro sollte er wissen, was man in fast jedem Baumarkt bekommt: Hasendraht, Hamsterkabel, Rattenrohr oder Mäuseseil. "Von der Logik her versenken wir mal den Hasendraht", meinte Röhrl großspurig. Zum Glück belehrte er sich selbst eines besseren ("Dann nehmen wir den verfluchten Hasendraht") und motzte der Form halber noch etwas ziellos vor sich hin.

Ein Klugscheißer braucht nichts

WWM-Moderatpr Günther Jauch in seinem Element
WWM-Moderatpr Günther Jauch in seinem Element

Jauch war amüsiert, allerdings auch tendenziell reserviert. "Da erzähl ich mal eine schöne Geschichte", kündigte Röhrl kurz darauf an. "Endlich", erwiderte der Moderator sarkastisch. "So einen Klugscheißer hatten wir schon lang nicht mehr da", bilanzierte er kurz darauf und fragte die im Publikum sitzende Gattin: "Ist er daheim auch so?" Deren abwiegelndes "Es hält sich in Grenzen" mochte Jauch nicht ganz glauben. Einer der seltenen Fälle, in denen er eindeutig auf der Seite der Ehefrau stand. Als Jauch Röhrl nach dem Beruf von dessen Telefonjoker fragte, erwiderte der Kandidat barsch: "Das hab ich ja schon vor 20 Sätzen gesagt. Haben Sie nicht aufgepasst?" Nachdem der Telefonjoker seine Antwort bestätigte, blaffte Röhrl: "Hab ich doch gesagt, aber der Jauch wollte es nicht nehmen."

Vielleicht war das Ganze ja auch Ausdruck immenser Nervosität. Röhrl scheint "Wer wird Millionär?" tatsächlich in erster Linie aus brennendem Ehrgeiz heraus verfolgt zu haben. Bei der Frage, was er mit dem Gewinn anstellen würde, verstummte er nämlich das erste Mal. Fazit: Der Mann braucht ein neues Mountainbike, seine Frau hätte gern ein E-Bike. "Da bleibt erschreckend viel von 125.000 Euro übrig", kommentierte der Moderator. "Dann kaufen wir halt zwei, drei", entgegnete der Kandidat. Der 68-Jährige glänzte teils mit exzellentem Allgemeinwissen, drohte aber an Selbstüberschätzung zu scheitern. Zum Glück siegte am Ende die Selbsterkenntnis. Röhrl stieg bei der 250.000-Euro-Frage (eine Sonderstufe im Zocker-Spezial) aus.

Das Porto ging ins Geld

"Das war ein denkwürdiger Abend mit Ihnen", verabschiedete Jauch den Kandidaten. Das letzte Wort hatte dessen Ehefrau. "Er hat über 1000 Postkarten geschrieben", flüsterte sie einer Sitznachbarin zu, als ihr Mann das Studio verließ. Röhrl war mit einer Gewinnsumme von 125.000 Euro der Sieger der Auftaktsendung. Erneut blieb der Hauptgewinn von zwei Millionen Euro in der Zocker-Spezialausgabe unangetastet. Vorgänger Robert Ringel brachte ein Trinkhorn mit und füllte erst einmal das Wasser um. Der Fan von Melodic Death Metal und Pagan Metal scheiterte leider an einer ihm fremden Musikrichtung. Für 16.000 Euro sollte er Sänger Wincent Weiss kennen, tippte daneben und fiel auf 1000 Euro herunter. Der dritte Kandidat Tigran Völschow scheiterte bereits bei der 8000-Euro-Frage.

Übrigens: Röhrl hatte die allererste Ausgabe von "Wer wird Millionär?" nur knapp verpasst. Die wurde am 3. September 1999 ausgestrahlt. Etwas verspätet feiert die Quizshow am 18. September ihren Geburtstag unter dem Motto "Endlich volljährig!".

Quelle: n-tv.de

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