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Craig überlegt vielleicht gerade, wie viele Söhne er hat
Craig überlegt vielleicht gerade, wie viele Söhne er hat(Foto: imago/Future Image)
Donnerstag, 29. Oktober 2015

Daniel Craig spricht über seine Rolle: "Ich mach' das nur wegen der Bond-Girls!"

Daniel Craig macht blau? Sehen wir mal. Eher macht er besoffen - vor Freude, Glück und Aufregung. Mit 180 Sachen durch die Stadt? Kein Ding, wenn man auf dem Weg zu einem Interview mit James Bond ist, um mit ihm über seinen neuesten Action-Kracher zu sprechen. Sam Mendes inszenierte nach "Skyfall" zum zweiten Mal in bildgewaltiger Manier das Leinwand-Abenteuer des Agenten 007. Dieses Mal macht sich der Agent mit der Lizenz zum Töten auf die Spuren der Geheimorganisation "Spectre" - und die seiner Vergangenheit. Die Jagd führt um den halben Erdball. Gedreht wurde in Mexiko, Österreich, Italien, Marokko und England. Was uns wirklich interessiert, ist jedoch: Wird Craig weitermachen? n-tv.de traf den coolsten Agenten, der Herzen zum Schmelzen bringt, Frauen zum Kreischen und andere Männer zu Pantoffeltierchen macht, im Hotel Adlon - erhöhter Adrenalinpegel inklusive.

n-tv.de: Schön, dass Sie wieder in Berlin sind.

Daniel Craig: Es ist wunderbar, hier zu sein, Danke.

Was bedeutet Ihnen dieser neue James Bond-Film? Wir haben ja schon einige Gerüchte gehört.

Die größte Herausforderung ist es, "Skyfall" zu übertreffen (lacht) und eine weitere Geschichte zu erzählen. In "Skyfall"  ging es ganz viel um M und auch um Bonds Vergangenheit, aber es spielte sich fast alles in Großbritannien ab und dieses Setting wollten wir erweitern. Wir wollten Bond auch ein bisschen feiern, um ehrlich zu sein, ja, doch das ist einfacher gesagt als getan, denn jeder will ja seinen Senf bei diesem Thema dazugeben: "Warum habt ihr dies nicht gemacht, warum habt ihr das nicht gemacht?" …

Ja, stimmt, warum sehen wir so wenig Haut in diesem Film? Keine Nassrasur vorm Spiegel, kein großes Wundenlecken …

(lächelt, mit sehr blauen Augen, noch blauer als im Film) Ich bin ein bisschen zu fett dafür …

Auf keinen Fall  …

Danke, aber ausziehen können sich doch auch mal andere, das hab' ich echt hinter mir.

Super Team, Bond und Miss Moneypenny, nur Christoph Waltz stört ein bisschen ...
Super Team, Bond und Miss Moneypenny, nur Christoph Waltz stört ein bisschen ...(Foto: imago/Future Image)

Apropos andere: James Bond ist ein richtiger Team-Player geworden, oder?

Ja!!! Ich liebe das! M und Q und Moneypenny, die sind eine richtige Gang geworden.

Mit einer Menge Wortwitz.

Ja, das ist auch so großartig. Es ist wunderbar, mit Ralph (Fiennes), Ben (Wishaw) und Naomi (Harris) zusammenzuarbeiten.

Es geht das dumme Gerücht um, dass dies Ihr letzter Bond sein könnte.

Das sagt man also, aha … (lächelt)

Wir hoffen das natürlich nicht!

Das ist nett, dass Sie das sagen. Ich auch nicht.

Also machen Sie weiter? Es hieß, Sie würden sich eher die Pulsadern aufschneiden, als nochmal 007 zu geben.

Also, da muss ich wohl mal was klarstellen: Ich wurde zwei Tage nach Drehschluss gefragt, ob ich noch einen Bond drehen werde, und da hab ich gesagt: "Im Moment ehrlich gesagt nicht." Im Moment, Sie verstehen? Das war kurz nachdem der Dreh beendet war. Außerdem kann ich meine Meinung ja auch mal ändern, oder? (lächelt, sehr blauäugig)

Sie sind dieses Mal auch Co-Produzent.

Ja, das ist weniger ein finanzieller als ein kreativer Aspekt. Als mir vor zehn Jahren die Rolle des James Bond angeboten wurde, da hab ich gesagt: Das wird nicht einfach, aber ich will es gerne machen. Ich hätte aber gern mehr Einblick und ein Mitspracherech, und das gewährte man mir, unter anderem Barbara Broccoli, die Produzentin. Und inzwischen stehe ich sogar im Abspann. Und manche meiner Ideen sind auch drin, das ist wirklich großzügig vom Filmteam (lächelt).

Haben Sie Einfluss auf die Wahl der Bond-Girls?

Natürlich! (lacht), das ist eigentlich alles, was mich interessiert! Dieses Mal ist alles ein bisschen romantischer, aber wir wollen echt nicht zu viel verraten, oder? So viel noch: Lea Seydoux ist mit Bond auf Augenhöhe, das ist doch mal was anderes.

Video

Die Entwicklung Ihrer Bond-Figur ergibt absolut Sinn, wenn man sich die letzten vier Filme ansieht. Wo sehen Sie sich …

(unterbricht) Wenn ich anfangs einen Plan gehabt hätte, wie dieser James Bond einmal aussehen soll, dann sollte er genauso aussehen wie jetzt. Ich hatte aber keinen Plan. Seit "Skyfall" hat Sam Mendes seinen Fingerabdruck hinterlassen - und deswegen ist das seine Arbeit, sein Verdienst.

Was kann denn jetzt noch kommen? Ohne dass wir an dieser Stelle das Ende verraten wollen.

James Bond hat immer noch Raum für Entwicklung. Der Spielraum ist riesig. (überlegt) Das ist ja kein Stück von Ibsen – das ist ein Bond-Movie. Er ist immer noch ein Killer, ein bisschen "fucked up".

Lieben Sie Luxus?

Auf gar keinen Fall ist er zu fett ...
Auf gar keinen Fall ist er zu fett ...(Foto: imago/Future Image)

(zögert) Ja, schon, ich mag gut geschnittene Anzüge, mein Großvater war Schneider, das liegt also in der Familie. Und Autos liebe ich natürlich auch sehr.

Früher war der Feind ja immer Russland oder ein anderes aggressives Land. Jetzt ist es die Überwachungscloud, die Informationsgier …

Ja, das hat sich geändert. Vom Kalten Krieg zur Cloud.

Ihre Produzentin hat letztes Mal gesagt …

Meine Produzentin? (An dieser Stelle erzählt Daniel Craig einen Witz): Wann weiß man, dass ein Produzent lügt? … Seine Lippen bewegen sich. Tut mir leid, ich wollte Sie nicht unterbrechen …

Werden Sie oft mit Mr. Bond oder James Bond, angesprochen?

Ja, immer mal wieder, aber das nervt ein bisschen. (murmelt) Sie sagen auch einfach Daniel oder nur James oder Bondy, oder Blondy … (lacht)

Ist es schwer, Bond zu sein?

Es ist eine Herausforderung, aber es ist toll: Ich meine, jetzt mal ehrlich, die Autos, die Frauen - ich liebe meine Arbeit. Ich liebe es, mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten. Das einzig Schlimme ist, dass man so lange von zu Hause weg ist.

Irgendwann wird Bond alles an den Nagel hängen?

Wahrscheinlich, ja.

Dann wird es einen Nachfolger geben oder eine Nachfolgerin.

Ja, das wäre gut, das ist eine Filmreihe mit viel Potenzial, der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht sehen wir dann James Bonds Sohn?

Vielleicht. (lächelt) Aber woher soll James Bond wissen, wie viele Söhne er hat?

Mit Daniel Craig sprach Sabine Oelmann

"Spectre" startet am 5. November in den deutschen Kinos.

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Quelle: n-tv.de

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