Unterhaltung

Friedensnobelpreis für Dirigenten?Intellektuelle für Barenboim

18.08.2011, 08:00 Uhr
19640146
Barenboim mit der Staatskapelle Berlin in Granada. (Archivbild vom 9. Juli 2010) (Foto: picture alliance / dpa)

Der Stardirigent Daniel Barenboim dringt wie kaum ein anderer auf die Versöhnung von Israelis und Palästinensern. Nun wollen Intellektuelle, dass ihm der Friedensnobelpreis verliehen wird. Barenboim selbst schweigt lieber dazu.

Künstler, Intellektuelle und Verleger haben eine Initiative für die Verleihung des an den in Berlin lebenden Stardirigenten vorgestellt. Der argentinische Verleger Isay Klasse, einer der Gründer der Initiative, kündigte in Buenos Aires an, dass der von 2500 Persönlichkeiten und Institutionen unterzeichnete Vorschlag im September dem Nobelpreiskomitee überreicht werden soll.

Zu den Unterstützern zählen der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der ehemalige Präsident Uruguays Julio María Sanguinetti, die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Eva Wagner-Pasquier, und der Kulturminister der Stadt Buenos Aires, Hernán Lombardi. Die argentinischen Kunst- und Literatur-Akademien und die Internationale Verleger-Union (IPA) in Genf gaben ebenfalls ihre Zustimmung bekannt.

Der argentinisch-israelische Dirigent und Pianist ist seit 1992 Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und Chefdirigent auf Lebenszeit der Staatskapelle Berlin. Der 68-Jährige tritt weltweit mit dem israelisch-palästinensischen West-Eastern Diwan Orchestra auf. Am Montag hat er mit diesem Orchester an der Grenze Südkoreas zum kommunistischen Nordkorea in einem Freiluftkonzert Beethovens 9. Sinfonie aufgeführt.

"Eine Utopie"

"Es ist nicht die Lösung (der Konflikte), aber doch eine offene Brücke, eine Utopie, die über die Kunst möglich ist", sagte Klasse zur Begründung der Nobelpreisinitiative.

"Dazu möchte ich eigentlich nichts sagen", erklärte Barenboim, angesprochen auf das Projekt. "Entweder man bekommt den Preis, und dann muss man sich gut überlegen, was man dazu sagt, oder man bekommt den Preis nicht - dann sollte man lieber schweigen."

Quelle: dpa