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Hingeschaut: "American Crime Story" weiß den Zuschauer zu packen.
Hingeschaut: "American Crime Story" weiß den Zuschauer zu packen.(Foto: Facebook / American Crime Story FX)

"American Crime Story" ermittelt: Ist O. J. Simpson doch ein Mörder?

Von Anna Meinecke

1994 wird Nicole Brown ermordet, ihr Ex-Mann O. J. Simpson soll der Täter sein. Er wird freigesprochen, doch Zweifel bleiben bis heute. Die Serie "American Crime Story" begibt sich auf die Spuren eines der spektakulärsten Prozesse der US-amerikanischen Geschichte.

"If it doesn't fit, you must acquit" - ein Satz für die Ewigkeit. Übersetzt bedeutet er so viel wie: Wenn er nicht passt, muss er freigesprochen werden. Es geht um einen Handschuh und um O. J. Simpson, den gefeierten Football-Spieler, den Schauspieler, den Promi. Es geht um einen der bekanntesten Mordprozesse der amerikanischen Geschichte, an dessen Ende der Angeklagte von einer Laien-Jury für nicht schuldig befunden wird.

Noch 20 Jahre nach dem Freispruch gibt es kaum jemanden, der die wesentlichen Eckpunkte bis dahin nicht in Erinnerung hat. Damit spielt die Serie "American Crime Story: The People v. O. J. Simpson", deren erste Folge in der vergangenen Nacht beim amerikanischen Sender FX ausgestrahlt wurde. Aber auch all diejenigen, die sich nicht an Simpsons tote Ex-Frau Nicole Brown, an den weißen Ford Bronco und die besondere Rolle der Kardashian-Familie in dem Fall erinnern, wird das FX-Drama begeistern.

Vergessene Stars in großen Rollen

Cuba Gooding Jr. (l.) verkörpert in der Serie O.J. Simpson.
Cuba Gooding Jr. (l.) verkörpert in der Serie O.J. Simpson.(Foto: AP)

Was soll man von Regisseur Ryan Murphy auch anderes erwarten als einen Hit. Mit "Glee" oder "Nip/Tuck" und zuletzt den Horroformaten "American Horror Story" und "Screem Queens" hat er bewiesen, dass er große Fernsehmomente beherrscht. Mit "American Crime Story" wagt sich Murphy erstmals an nicht-fiktionalen Stoff und auf den ersten Blick fällt es schwer, Parallelen zu seinen vorherigen Werken zu ziehen. Was bleibt, ist Murphys unbedingtes Talent, seine Handlungsstränge präzise und rasant eskalieren zu lassen. Er ist der König der Dramatik, man könnte es auch Sensationssucht nennen - und jemand, der sich bestens darauf versteht, den richtigen Cast zusammenzutrommeln.

Seine Lieblinge wie etwa Sarah Paulson, die die Staatsanwältin spielt, paart Murphy mit großen Stars, die man entweder beinahe vergessen oder in diesem Format wirklich nicht erwartet hätte. John Travolta fügt sich überraschend gut in die Rolle als Simpsons Anwalt. David Schwimmer - ewiger Ross aus der Serie "Friends" - funktioniert tatsächlich als Simpsons enger Freund Robert Kardashian. Und auch Selma Blair taucht aus der Versenkung auf - als Kris Jenner ruft sie in Folge eins gleich mal ihre noch jugendliche Tochter Kim Kardashian zur Ordnung.

Rassismus und der Hype um Promis

Basierend auf Jeffrey Toobins Roman "The Run of His Life" kann "American Crime Story" selbstverständlich nicht mit neuen Fakten aufwarten. Der Serie aber gelingt es, Bekanntes ein weiteres Mal überraschend wirken zu lassen. Am besten ist sie aber dann, wenn sie die Motive ihrer Protagonisten erforscht - und gar nicht mal unbedingt die von Cuba Gooding Jr.'s O. J. Simpson.

"American Crime Story" erzählt von mehr als von einem Mord. Es geht um Polizeigewalt, um Rassismus und nicht zuletzt den Hype um Celebrities. Die Serie spielt im Los Angeles der 90er Jahre und wirkt doch wie das Hier und Jetzt. Wegschalten ist keine Option.

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Quelle: n-tv.de

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