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Unter dem Titel "L'Humour à mort" ist in Frankreich eine Dokumentation über die Anschläge auf "Charlie Hebdo" angelaufen.
Unter dem Titel "L'Humour à mort" ist in Frankreich eine Dokumentation über die Anschläge auf "Charlie Hebdo" angelaufen.(Foto: picture alliance / dpa)

Filmpremiere in Frankreich: "Je suis Charlie" feiert das Lachen

Charb, Cabu, Wolinski: Drei Karikaturisten, die bei dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" starben. Ihnen setzt eine Doku nun ein weiteres Denkmal - unter dem Namen "Der Humor ist gestorben" ist der Film in den französischen Kinos gestartet.

"Je suis Charlie": Millionen Menschen haben mit diesem Slogan ihre Solidarität mit den erschossenen Redaktionsmitgliedern der Pariser Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" bekundet. In einer bewegenden Dokumentation, die am Abend in den französischen Kinos angelaufen ist, werden die dramatischen Ereignisse vom 7. Januar rekonstruiert.

Schmerzhafte Erinnerungen von Überlebenden werden wieder wach, wie die von Corinne Rey. Mit einer Kalaschnikow an der Schläfe hatte die Zeichnerin den Code eingetippt, der die Tür öffnete, die zu den Redaktionsräumen der Wochenzeitung führte. Viele hätten sie für feige gehalten, erklärt sie in dem Film unter Tränen, aber in diesem Moment konnte sie nicht anders handeln.

Bei dem blutigen Angriff in der Rue Nicolas-Appert töteten die beiden Attentäter acht Redaktionsmitglieder und Karikaturisten. Die junge Frau hatte vor der Eingangstür des Gebäudes gestanden. Sie hatte den Konferenzraum verlassen, um eine Zigarette zu rauchen. Das Schicksal hänge stets am seidenen Faden, erzählt sie in dem 90-minütigen Film. Das "Tak Tak" sei ein Scheißgeräusch gewesen, das nichts mit dem aus den Filmen gemein habe. Bei dem Terrorangriff waren insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen.

"Sie haben gefragt, wo ist Charb"

In dem Film, der in Frankreich unter dem Titel "L'Humour a mort" - zu deutsch: "Der Humor ist gestorben" - erschienen ist, hinterfragen Daniel Leconte und sein Sohn Emmanuel auch, was Satire darf und was nicht. Dabei lassen sie mit Hilfe von Archivmaterial die Opfer selbst zu Wort kommen. Allah sei groß genug, um Mohammed allein zu verteidigen, erklärte der Chefredakteur Stéphane Charbonnier in einem der aufgezeichneten Interviews.

Wie Rey in dem Film erzählt, hätten die Terroristen vor allem nach ihm gesucht. "Sie haben gefragt, wo ist Charb". Charb war der Künstlername, unter dem der Chefredakteur auftrat. Leconte geht in der Doku auch auf das Jahr 2007 zurück, in dem die Redaktion wegen ihrer Mohammed-Karikaturen die ersten Morddrohungen erhielt.

"Für mich repräsentiert 'Charlie Hebdo' unsere republikanischen Werte: die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Kunst, das Recht, über eine Karikatur zu lachen", sagte Leconte in einem Interview mit der "Deutschen Welle". "Gerade in dieser Gesellschaft, in der es ständig heißt 'Ich möchte nicht beleidigt werden', ist so etwas wichtig. Man hat genug Möglichkeiten, sich zu verteidigen: über die Presse, über die Justiz. Aber man kann nicht einfach Leute umbringen. Das ist ein Schritt in die Vergangenheit."

Der Film "L'Humour a mort - Je suis Charlie" kommt in Deutschland am 7. Januar, dem Jahrestag des Blutbads, in die Kinos.

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Quelle: n-tv.de

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