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"Ein Raubtier": John Irving sorgt sich wegen Trump

In wenigen Tagen beginnt John Irving seine Lesereise durch Deutschland. Im Vorfeld lobt der Bestsellerautor die Kanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik. Donald Trumps Pläne, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu errichten, seien hingegen "absurd" und "unmoralisch".

Irving lebt seit einiger Zeit in Kanada.
Irving lebt seit einiger Zeit in Kanada.(Foto: picture alliance / dpa)

Der US-Bestsellerautor John Irving ("Garp und wie er die Welt sah", "Das Hotel New Hampshire") hat sich besorgt über die Vorwahlerfolge des Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump geäußert. "Es macht mich sehr traurig, dass sich ein Raubtier wie Donald Trump die Ignoranz und die Angst der Menschen zunutze machen kann", sagte Irving der "Welt am Sonntag".

Den von Trump geforderten Bau einer Mauer gegen Einwanderer an der Grenze zu Mexiko nennt der Schriftsteller "absurd". "Es ist hässlich, verwerflich, unmoralisch und es ist ein Widerspruch zu dem Fundament der Vereinigten Staaten, die die Einwanderer errichtet haben. Trumps Mauer ist eine Verleugnung dessen, wer wir sind", sagte der 74-Jährige.

Irving, der seit längerem im kanadischen Toronto lebt, zeigte sich auch beunruhigt über den Umgang mit der Flüchtlingskrise in Europa. "Nehmen Sie die Rechtsextremen in Deutschland, die derzeit dabei sind, ihre meiner Ansicht nach wundervolle Frau Merkel zur Rechenschaft zu ziehen, weil sie Flüchtlinge ins Land ließ", sagte Irving. "Ich halte Merkel zugute, dass sie versucht, eine Führungsrolle anzunehmen. Es gibt so viele Führungspolitiker in Europa, die in dieser Krise kein bisschen geführt haben." Merkel sei mutig und habe schwierige Entscheidungen getroffen. "Sie hat versucht, das Richtige zu machen. Ich habe viel Sympathie für sie."

Am 23. März erscheint Irvings neuer Roman "Straße der Wunder" in Deutschland. Darin erzählt er in einer surrealen Mischung aus Traumsequenzen, Erinnerungen und Gegenwart die Geschichte eines mexikanischstämmigen Romanautors.

Quelle: n-tv.de

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