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Johnny Logan Ende Dezember 2012 bei der Generalprobe zur ARD-Sendung "Musikantenstadl".
Johnny Logan Ende Dezember 2012 bei der Generalprobe zur ARD-Sendung "Musikantenstadl".(Foto: dpa)

"Ich habe die Musikindustrie überlebt": Johnny Logan ist "Mr. Eurovision"

Als einziger Musiker hat er dreimal beim Eurovision Song Contest - beziehungsweise Grand Prix - den Titel geholt. Meist stand er dabei auf der Bühne: Johnny Logan. Heute denkt der irische Sänger, dass kein Künstler ihn mehr überbieten kann.

Ruhig ist Johnny Logans Leben noch nicht. Er sei in den vergangenen Wochen umhergereist und komme gerade aus Dänemark, weil er dort bald beim nationalen Song-Wettbewerb auftrete, sagt der 58 Jahre alte Musiker. Als Kandidat? "Nein", erklärt "Mr. Eurovision" und schmunzelt. "Ich nehme nicht mehr an Wettbewerben teil".

Muss er auch nicht: Als einziger Musiker in der Geschichte des Wettbewerbs Eurovision Song Contest hat Logan, der München als seine zweite Heimat bezeichnet, dreimal für seine irische Heimat den Titel geholt. Zweimal davon stand er auf der Bühne. Als junger Mann überzeugte er das Publikum 1980 mit dem Titel "What's another year", 1987 mit seiner selbstkomponierten Ballade "Hold me now", und 1992 schrieb er das Lied "Why me" für die Kandidatin Linda Martin - wieder erster Platz beim Grand Prix. Mit seinen Hits hat er 16 Millionen Platten verkauft. Logan ist längst eine Ikone der europäischen Schlagerlandschaft.

Johnny Logan hat als Schlagerstar europäische Musikgeschichte geschrieben.
Johnny Logan hat als Schlagerstar europäische Musikgeschichte geschrieben.(Foto: dpa)

Auch Jahrzehnte später bangt der Sänger und Komponist nicht um seinen Titel als "Mr. Eurovision". "Das wird nie wieder passieren", sagt der 58-Jährige. "Denn meine Lieder haben den Menschen etwas bedeutet". Der Wettbewerb habe sich im Laufe der Jahre verändert, sei heute schnelllebiger und "formalisierter". Die Lieder seien nach massentauglichem Erfolgsrezept geschrieben, die Kandidaten meist austauschbare Popstars, meint Logan. Es stünden keine etablierten Künstler wie Cliff Richard oder Umberto Tozzi mehr im Rampenlicht.

Kein "One-Hit-Wonder"

Nur ungern lässt er sich auf seine damaligen Erfolge reduzieren, schon gar nicht mag er es, wenn er auf eine Stufe mit einem "One-Hit-Wonder" gestellt wird. "Ich musste dreimal gewinnen, bis ich dieses Etikett loswurde", erzählt Logan. Der groß gewachsene Ire sieht seine Grand-Prix-Erfolge nicht als Höhepunkte, sondern als Beginn seiner Karriere. "Ich habe die Musikindustrie überlebt, bin immer noch hier", sagt Logan. "Das macht mich stolzer als der Titel Mr. Eurovision". Seit Jahren tritt er in Fernsehserien und Casting- Shows auf, sitzt in Talent-Jurys, hat Rollen in Musicals. Silvester war er Gast im Musikantenstadl.

Seine Schlagerhits von damals spielt der Musiker auf Konzerten auch heute noch. "Es sind Erinnerungen, nicht nur für mich, auch fürs Publikum", erklärt Logan. Vor allem die Deutschen mögen seine Evergreens. Deshalb arbeitet er auch hier und ist oft bei seiner Managerin und Freundin in München. Er sagt, er möge viele Dinge an Deutschland, Eurovisions-Star Lena und die Weihnachtsmärkte - auch wenn er nur Kinderpunsch trinke. "Ich habe vor sieben Jahren aufgehört zu trinken."

Im Januar bringt er mit seiner Platte "The Irish Connection" irische Folksongs und Kneipen-Klassiker auf den deutschen Markt. In Skandinavien hat das Album bereits Platin und Gold geholt. Von einem Comeback will der 58-Jährige nichts wissen: "Ich war doch nie weg."

Quelle: n-tv.de

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