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Kurz danach war Schluss: Legat im Parcours
Kurz danach war Schluss: Legat im Parcours(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)
Sonntag, 24. Juli 2016

Ninja-Legat stößt an seine Grenzen: Kasalla geht baden

Von Kai Butterweck

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon paddelt Thorsten Legat wie ein hilfloser Welpe im Wasser. Für den "Star"-Kandidaten der Ninja Warrior Germany-Premiere ist bereits nach drei Parcours-Hindernissen Schluss.

Es sollte das Highlight der Ninja Warrior Germany-Staffel werden: Der Auftritt des Dschungelexperten, Sommerhausbesetzers und Pressekonferenz-Profis Thorsten Legat. Wochenlang flirrten bereits kurze Statement-Snippets durchs World Wide Web, in denen der Kasalla-Hero aus dem Pott der TV-Welt versprach, Fernsehgeschichte zu schreiben. Und nun war es endlich soweit. Dschungelcamp? Kindergeburtstag! Das Sommerhaus der Stars? Pillepalle! Thorsten Legat braucht stets den ultimativen Kick. Und den versprach er sich als Kandidat von Deutschlands stärkster TV-Show der Gegenwart. Für ihn zählte nur der Sieg. "Ich werde da einfach durchmarschieren", verkündete er mit dem Selbstbewusstsein eines Entertainment-Shootingstars.

Und dann steht er endlich da. Lediglich mit einer knallroten Badeshorts bekleidet lässt er bereits vor dem ersten Fünfsprung-Hüpfer die Muckis spielen. Das Diagonal-Gehopse geht auch noch gut. Mit reichlich Schwung in der Hüfte nimmt er die erste Parcours-Hürde mit einem Lächeln im Gesicht.

Auch die neu ins Programm aufgenommene "Stamm-Rutsche" stellt für den ehemaligen Profi-Kicker kein größeres Problem dar. Wie ein glatzköpfiger Silberrücken schwingt sich der 47-Jährige ans rettende Mattenufer.

Legat lässt die Beine baumeln

Verpasste den Sprung ins Finale ganz knapp: Roxana Strasser
Verpasste den Sprung ins Finale ganz knapp: Roxana Strasser(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Dann die Wackelpilze: Das Karlsruher Studiopublikum hält für Sekunden die Luft an. Legats Waden vibrieren auf den beweglichen Schaumstoffpilzköpfen wie die Stimmbänder einer Opernsängerin kurz vor ihrem majestätischen Schlusseinsatz. Man könnte im Studio eine Stecknadel auf den Boden fallen hören. Sogar Jan Köppen und Frank Buschmann verschlägt es für einen kurzen Moment die Sprache. Ein letzter Satz noch. Dann ist Thorsten Legat durch. Geschafft. Jetzt nur noch der Seilschwung ins Cargo-Netz und die finale Wand hochkraxeln. In knapp fünf Meter Höhe wartet dann der erlösende Buzzer.

Mit reichlich Kasalla auf der Pfanne nimmt das Kraftpaket Schwung. Doch am Netz hängend setzt kurzzeitig die Feinabstimmung zwischen Hirn und Körper aus. Thorsten Legat lässt die Beine baumeln. Seine Fußspitzen berühren das Wasser. That’s it. Aus die Maus. Das Fehler-Signal ertönt und Sekunden später zappelt auch das legatsche Restmaterial im kühlen Nass.

"Was war los? Du warst so nah dran", jauchzt Laura Wontorra ins Beckenrand-Mikrofon, während neben ihr ein klatschnasser Thorsten Legat sichtlich um Fassung bemüht ist: "Ich habe die Kontrolle verloren. Ich habe die Beine gestreckt. Eigentlich hätte ich sie anwinkeln müssen. Aber…" Und jetzt ist es wieder soweit. Thorsten Legat lässt ihn wieder frei: den rhetorischen Kamikazeflieger: "Ich bin auch nur ein Mensch mit Gefühlen", lauten seine Abschiedsworte. Großartig. Genauso kennen und lieben wir ihn: als den kantigen Feingeist, der einfach sagt, was er denkt. Auch wenn…Ach, egal. Immer wieder ein Genuss.

Kiloweise Muskeln am Start

Mit Thorsten Legats vorzeitigem Aus kommt die Spannungsbalance des Abends erwartungsgemäß etwas ins Wanken. Doch unerwartete Top-Leistungen von nicht ganz so im Rampenlicht stehenden Männern und Frauen sorgen schnell wieder für reichlich Feuer unter der Haube. Nach zwei halsbrecherischen Parcours-Durchläufen stehen am Ende abermals sieben Vorzeige-Athleten auf dem Final-Podest. Darunter ein Star Wars-Statist, zwei Studenten und ein junger Kölner, der im Schlaf-Shirt seiner Freundin an den Start ging. Natürlich hatte auch diesmal wieder der eine oder andere Finalist "Klettern" oder "Bouldern" als Lieblingsbeschäftigung auf seinem Bewerbungsbogen zu stehen. Im Gegensatz zu Body Buildern, Kampfsport-Experten und Profi-Wrestlern. Die hatten wieder mal nur kiloweise Muskeln am Start.

Es hat sich scheinbar auch nach zwei Folgen bisher noch nicht so richtig herumgesprochen, dass man für das Überqueren von Chaosbällen, das Hangeln an Stahlringen und das Kaminklettern nicht zwingend Oberarme wie Arnold Schwarzenegger benötigt. Leider hat es auch diesmal keine Frau ins Finale geschafft. Zwei Damen waren zwar nah dran. Aber am Ende reichte es dann doch nicht ganz. Eine Quali-Runde vor dem großen Finale steht aber noch aus. Da geht also vielleicht noch was. In diesem Sinne: Kasalla! Und auf ein Neues!

Quelle: n-tv.de

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