Unterhaltung
Mann, ist das dermaßen deep hier - Milo, Jens, und La Kern
Mann, ist das dermaßen deep hier - Milo, Jens, und La Kern
Sonntag, 13. August 2017

"Promi Big Brother" - Tag 2: Kein Dope, kein Kerl zum Schaukeln

Von Verena Maria Dittrich

Willi weint, Milo weint und Sarah weint auch. Alles ist sehr intensiv, überall ist Liebe da - auch für Fußfetischisten. Erste Duschszenen aber werfen eine eklatante Frage auf: Sind die da bei Sat1 alle besoffen?

Stellen Sie sich bitte Folgendes vor: Ihr Chef kommt auf Sie zu, palavert was von wegen, es ginge um "Alles", Sie müssten zu einer wichtigen Challenge, bei der Sie mit nackten Füßen in einem Block mit Eiswasser stehen. Jeder weiß, das tut weh. Aber Sie halten durch - zehn Minuten lang, zwanzig ... Sie unterdrücken den Schmerz, schließlich geht es um "Alles". Irgendwann spüren Sie nichts mehr, inzwischen stehen Sie sich schlappe 47 Minuten die Beine in den Hintern, um am Ende ... na wofür? Aus dem Eisblock wieder herauszusteigen und doch bitte zu schätzen, wie viel der dämliche Klotz wohl wiegen mag. Ein Konzept, direkt aus der Eishölle von Hoth. Problem: Im Eisblock ist zu wenig Wasser, um denjenigen, der sich diese strunzblöde Aufgabe ausgedacht hat, kurzerhand darin zu ersäufen.

Die Eisheiligen
Die Eisheiligen

Schönling Dominik jedenfalls gewinnt diese Prüfung und darf sich zu seinen Kompagnons Willi, Zachi und Eloy ins "Alles" gesellen. An dieser Stelle ein Lob an alle, die Promi Big Brother Tag 2 vor der Glotze gerockt haben, ohne mit dem Kopf auf der Tischplatte aufzuschlagen.

Zweimal Eloys Penis, bitte!

Nichts haut nämlich auch nur halbwegs hin. Alles ist so dermaßen konfus zusammengeschnitten, dass der Zuschauer rasch keinen Durchblick mehr hat. Während Willi in der einen Szene durchs "Alles" schlumpft, ist er in der anderen wieder im "Nichts". "Alles", "Nichts", "Alles" ist beliebig aneinander gestopselter Alltag aus dem Container: kippenloser Willi, nachtverdrossener Willi, weinender koksbeichtender Willi, Willi wieder im "Nichts". Der Verantwortliche beim Schnitt: höchstwahrscheinlich sternhagelvoll.

Die Homies bei Sat1 müssen wegen dieses Fauxpas sehr verzweifelt sein, so verzweifelt, dass sie gleich zweimal eine Duschszene von Eloy zeigen. Oh, hat der Eloy einen Penis? Wäscht der Eloy sich schön artig den Hintern unter der Dusche? Können wir das bitte nochmal sehen - in Zeitlupe! Danke! Ah, da ist er ja nochmal - ui, wie schön - ein Peeeeeeenis!

Willi muss nach seiner Drogenbeichte weinen.
Willi muss nach seiner Drogenbeichte weinen.

Dennoch sorgen die "Nichts"-Bewohner für semi-spannende Bespaßung. Milo und Maria erzählen von ihren Erfahrungen mit Fußfetischisten auf Facebook und halten ihre niedlichen Schweißpropeller in die Kamera. Fußfetischisten seien auch scharf auf Stinkesocken, heißt es. Lässt sich da kein Geschäft anleiern? (Memo der Autorin an sich selbst: Businessplan machen, Socken zählen).

Auch über Sex wird nach wie vor gern gesabbelt. Enthaarungs-Boy Hilbert näselt, dass er auch mal was mit Frauen am Start hatte und Eloy … Moment, Eloy... war der nicht eben schon im "Alles"?

Das zumindest ist wurscht, als er von seinem Sohn berichtet, ein Zwilling, der kurz vor der Geburt der Schwester auf die Welt kam und starb. "Ja, ich habe auch einen Zwillingsbruder", schiebt Sarah Kern ein und - na, klar! - "wir sind sehr closer zusammen."

"Ich bin ein großer Star"

Traurige Storys ließen sich mit etwas Dope im Haus natürlich besser wegstecken. Aber nix da. Keine Kippen, kein Alk - "nichts"! Claudia Obert, die verwöhnte Proseccoschnepfe geht schon auf dem Zahnfleisch: "Kein Wein, kein Bier, ah, jetzt ein Glas Champagner oder zwei, Moet, das wär' schon gemütlicher." Und dazu: "Einen Kerl, der mich schaukelt."

Eloy zeigt das Tattoo seines verstorbenen Kindes.
Eloy zeigt das Tattoo seines verstorbenen Kindes.

Ein Beefchen gibt es auch: Consultant von der Beeck keift sich ein bisschen mit La Kern an, weil es seiner Meinung nach einen Unterschied macht, ob ein Promi ein "Shoppingsenderstar" oder ein "Schauspielstar" ist - also, so wie der Zachi bei sich zu Hause - in Israel. Sarah Kern findet derlei Vergleiche äußerst respektlos.

Hier die Sarah-Kern-Fibel mit Merksätzchen für Berühmte, denen man starstatusmäßig ans Bein pinkeln will:

"Ich bin ein großer Star."

"Ich war schon ein viel größerer Star, bevor ich Shoppingsenderstar wurde."

"Ich war schon vorher sehr bekannt. Dadurch kennen mich noch mal mehr!"

"Ich habe einen sehr hohen Bekanntheitsgrad!"

"Ich war extrem oft im Fernsehen."

Irgendwann in diesem unsäglichen Verschnitt gibt es plötzlich für alle Schampus. Das ist auf einmal alles so "intensiv" und aufreibend, all diese "Action" - "voll das Overcoming!" Bei Milo kullern glatt die Tränen.

Und weil sowieso niemand mehr durchsieht, quatschen die Bewohner aus dem "Nichts" plötzlich mit den Bewohnern aus dem "Alles". Man steht wie am Tresen, die Trennwand ist geöffnet und Zachi, der süße "Sitzsack" trägt Hugh Hefners Bademantel auf, während er sich ganz alleine ne Pulle Rotwein hinter die Binde kippt.

Kurz vorm Einpennen dann das: Steffen und Jens H. sollen in einen Betonklotz gegossene Münzen aus Selbigem wieder heraushämmern. Die Damen dürfen nicht helfen und nur anfeuern. Alle bitte Schutzbrillen auf! Hemd aus, Griff zum Hammer und - los! "Jens, Jens, Jens, Jens, Jens, Jens, Jens", feuern Knappik und Co. den Betonklotz-Hammerheini minutenlang an. Aber, ähm, Moment, das ist doch: STEFFEN!

Voraussage für Tag 3: Ab jetzt wird alles sehr viel deeper. Seriously.

Quelle: n-tv.de

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