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Wer sagt die Wahrheit? Dr. Luke (2011 bei den ASCAP Pop Music Awards) oder Kesha (am Freitag nach dem Prozess)?
Wer sagt die Wahrheit? Dr. Luke (2011 bei den ASCAP Pop Music Awards) oder Kesha (am Freitag nach dem Prozess)?(Foto: AP / Collage: n-tv.de)

"Ich habe sie nicht vergewaltigt": Keshas Produzent tobt auf Twitter

Die Vorwürfe, die Sängerin Kesha gegen ihren Produzenten Dr. Luke erhebt, wiegen schwer: Missbrauch, Nötigung, Gewalt. Stars wie Lady Gaga und Taylor Swift unterstützen sie. Doch jetzt feuert der Beschuldigte massiv zurück: Alles Lüge, schwört er.

Der Streit von Kesha mit ihrem Produzenten Dr. Luke entwickelt sich mehr und mehr zum Krimi. Während die Popsängerin schwere Vorwürfe gegen ihren einstigen Mentor erhebt, weist er alle Anschuldigungen weit von sich. Nach den Solidaritätsbekundungen zahlreicher Popstars wie Lady Gaga und Taylor Swift mit Kesha platzte Dr. Luke, der mit bürgerlichem Namen Lukasz Gottwald heißt, bei Twitter nun förmlich der Kragen.

Bei den ASCAP Awards 2011 freuten sich Kesha und Dr. Luke noch zusammen über die Auszeichnung als "Songwriter of the Year".
Bei den ASCAP Awards 2011 freuten sich Kesha und Dr. Luke noch zusammen über die Auszeichnung als "Songwriter of the Year".(Foto: AP)

Binnen knapp einer halben Stunde feuerte der Produzent nacheinander 22 Kurznachrichten in dem sozialen Netzwerk ab. "Bis jetzt habe ich mich zu dem Rechtsstreit nicht geäußert, der im Gericht und nicht hier auf Twitter gelöst werden sollte", begann Dr. Luke seine Tirade. "Es ist eine Schande, dass da draußen ohne großes Wissen so viel spekuliert wird", fuhr er fort und ließ es sich dann doch nicht nehmen, auf die Anschuldigungen einzugehen: "Ich habe Kesha nicht vergewaltigt und hatte nie Sex mit ihr. Kesha und ich waren viele Jahre lang Freunde und sie war wie meine kleine Schwester."

Welche Rolle spielt der Anwalt?

Kesha habe bereits 2011 unter Eid zugegeben, dass er sie nie vergewaltigt habe, schrieb der 42-Jährige und postete zum Beweis Ausschnitte aus Artikeln, die von der "New York Daily News" beziehungsweise dem Promiportal "TMZ" dazu veröffentlicht worden waren. Keshas Anwalt Mark Geragos habe ihm in der Vergangenheit auch schon unterstellt, sich an Lady Gaga vergangen zu haben - was die "Pokerface"-Sängerin selbst öffentlich dementiert habe.

Demonstranten vor dem New Yorker Gericht am Freitag - für sie scheint der Fall klar zu sein.
Demonstranten vor dem New Yorker Gericht am Freitag - für sie scheint der Fall klar zu sein.(Foto: Rainmaker Photp/MediaPunch/MediaPunch/IPx)

Es gehe in der ganzen Auseinandersetzung ums Geld, beteuerte Dr. Luke - und wies Geragos dabei indirekt eine Schlüsselrolle zu. Dieser habe unter anderem auch schon Rapper Chris Brown - nicht zuletzt bekannt geworden, weil er seine damalige Freundin Rihanna verprügelte - vertreten. "Wie kann er so tun, als interessiere er sich für Frauenrechte?", fragte Dr. Luke in einem seiner Tweets rhetorisch.

Er selbst habe drei Schwestern, eine Tochter und einen Sohn mit seiner Freundin sowie eine feministische Mutter, die ihn richtig erzogen habe, verteidigte sich der Produzent. "Stellt euch vor, jemand, den ihr liebt, würde öffentlich der Vergewaltigung beschuldigt und ihr wüsstet, dass das nicht stimmt", rechtfertigte er sich weiterhin. Mit Blick auf seinen bisherigen Schützling ergänzte er: "Kesha und ich haben viele Songs zusammen gemacht und es war oft gut, aber hier und da gab es kreative Unstimmigkeiten." Es sei traurig, dass sie eine Vertragsfrage in etwas derart Schreckliches und Unwahres verkehre.

Keshas Karriere auf Eis

Kesha erhebt schwere Vorwürfe gegen Dr. Luke. Ihrer Darstellung zufolge soll er sie sexuell missbraucht, mit Drogen gefügig gemacht und physisch wie psychisch misshandelt haben. Gleichwohl musste sie am vergangenen Freitag eine Niederlage im Rechtsstreit mit ihrem Produzenten einstecken. Ein New Yorker Gericht lehnte einen Antrag auf einstweilige Verfügung der Sängerin ab, so dass diese bis auf weiteres nicht aus ihrem Vertrag mit ihm und ihrer Plattenfirma kommt. Die Karriere des Popstars liegt aufgrund der anhaltenden Streitigkeiten seit rund zwei Jahren auf Eis.

Angesichts der Vorwürfe, die die "Tik Tok"-Sängerin gegen den Produzenten erhebt, erklärten sich zahlreiche andere Popstars mit der 28-Jährigen solidarisch - neben Lady Gaga und Taylor Swift etwa auch Kelly Clarkson, Lorde, Lily Allen, Iggy Azalea, Ariana Grande und Demi Lovato. Swift spendete zudem 250.000 Dollar an Kesha, um sie in der juristischen Auseinandersetzung mit Dr. Luke zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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