Unterhaltung
Suzan in ihrem Element.
Suzan in ihrem Element.
Samstag, 07. Oktober 2017

"Dance Dance Dance": Kommt 'ne Hausfrau auf die Bühne

Von Verena Maria Dittrich

Es ist Halbfinale: Jetzt darf nicht mehr gepfuscht werden, jeder noch so kleine Verhoppler wird angezählt, die Jury hat Argusaugen. Ausruhen ist auch vorbei, jedes Paar muss gleich drei Mal ran.

Gesicht anknipsen und los geht’s. Halbfinale in der Hoppelshow, jetzt keine halben Nummern mehr. Stimmbruch-Hängenbleiber Prince Damien, der zusehends an Steve Urkel erinnert, scheint es nichts auszumachen, mehrere, teils schwere Choreografien hintereinander zu performen. Im "Grundschullehrer-Outfit" mit Hosenträgern und Nerd-Brille tanzt er mit Kompagnon Hänni so dermaßen stilvoll und formvollendet, dass einem glatt die Synapsen einschlafen.

Sandy (in der sexy Version eines Onesie) und Moderatorin Nazan.
Sandy (in der sexy Version eines Onesie) und Moderatorin Nazan.

Apropos Outfit: Im weißen Kapuzen-Strampler mit Seitenschlitz bis zum Gehirn bietet Sandy Mölling die legendär-laszive Kylie Minogue Nummer "Can’t Get You Out Of My Head" dar. Cale, extra fürs Halbfinale hübsch Pailletten paniert, geht ob der fleischig angehauchten Räkelei glatt die Sprache verlustig. "Wumm ha, Wumm ha, Wumm ha ha ha", stammelt er, und der Kartoffelchips mampfende Zuschauer denkt: Mmh, ja, treffender hätte ich es auch nicht sagen können.

"Ackern, bis der Arsch schwitzt"

Weil Bewegungsperle Sandy, glaubt man dem Urteil der Jury, die "beste Tänzerin der ganzen Staffel ist", hat ihre Kollegin, Kurvengeschoss Bahar, ordentlich zu kratzen um mitzuhalten. "Verhalten" ackert sie sich durch eine "sauschwere" Paula-Abdul-Nummer, "bis der Arsch schwitzt". Die Moves sind "mega anspruchsvoll". Aber leider hauen sie "niemanden aus den Socken". Dabei hat die Bahar so tolle "super jazzige Füße" gehabt.

Auch David kommt mächtig ins Schwitzen.
Auch David kommt mächtig ins Schwitzen.

In der Halbfinal-Show muss jedes Paar gleich dreimal antanzen und natürlich gibt es da die bekannten Vorzeige-Dancer wie Luca und Prince, die keine Nummer versemmeln und dabei so motorisch perfekt sind, dass es einen nur noch ermüdet - lebt die Show doch vor allem von Emotionen und Leuten wie Fußball-Ex-Nationalheini Odonkor, der anfangs "noch nicht mal im Takt klatschen konnte."

David hat den Knuddelfaktor schlechthin. Allein schon, wie die tanzende Beton-Rolle, bei den Solis seiner Frau Suzan mitfiebert, birgt erhöhtes Schmacht-Potential. "Wonder Woman" Suzi performt in Wallemähne zuerst zu Knödelstimme Shakira und tanzt dann zu Christina Aguilera in Strapsen auf den Tischen. "Das war die Performance, auf die wir den ganzen Abend gewartet haben", lobt Pailletten-Boy Cale die sexy Leistung der "Hausfrau und Mutter". Darauf Ehemann David: "Wenn'se mal so zuhause rumlaufen würde!"

"Los, aufstehen, das war toll!"

Irgendwie tänzelt sich dieses Halbfinale so weg. Luca Hänni, der das "Beautiful Monster" zu "Ne-Yo" mimt, wird mit Justin Timberlake verglichen und kassiert für seine "geile Nummer" zum Teil sogar die höchste Punktzahl. Er ist so toll, er ist so perfekt, er kann singen, er kann tanzen, er ist dabei auch noch so unheimlich liebevoll und bescheiden, dass es den gemeinen Zuschauer, der in dreckigen Socken auf dem Sofa lümmelt und gerade Sodbrennen von der billigen Beerenauslese hat, ganz aggressiv macht.

Und das Publikum? Das hat sich ebenfalls so an die vielen "Schippen obendrauf" gewöhnt, dass es nur anerkennend gähnt, statt von den Stühlen aufzuspringen. Prince muss die Omis im Studio animieren: "Los, aufstehen, das war toll!" Diese Liebe, diese Lobe - das macht einen echt fertig. (Is' noch bisschen Beerenauslese da?)

"Die kellnernde Bitch"

Und dann kommt sie: Aminata, "die kellnernde Bitch" und "coole Sexbombe". In einem Hauch von Nichts und nur mit Waschschwamm in der Hand schubbert sie sich an einer Motorhaube. Es knistert, das Jurypult hebt sich leicht an. Sogar Breakdance-Burschi Eggers beweist in seinen Cowboystiefeln: "These Boots Are Made For Walking". Genauso glückselig scharwenzelt er zu Elton Johns "I’m Still Standing" über die Bühne. Und weil Elton John schwul ist, muss einer der Background-Tänzer natürlich als einer von den "Village People" mittanzen, logo.

Am Ende war es für die beiden zickenden Models eine knappe Sache. In der Gesamtwertung lagen die "Turnbeutelvergesser und Streithammel" nur einen Punkt hinter den Odonkors und sind somit nicht im Finale. Vielleicht kann die schöne Aminata ja jetzt im Bikini BoBos Auto waschen. Nichts, so "Mutti" Moschner, wünscht sich der singende DJ sehnlicher.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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