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Und immer noch so verdammt cool!
Und immer noch so verdammt cool!(Foto: imago stock&people)

"Goldfisch" und "Klapperschlange": Kurt Russell macht's anders und richtig

Gerade erst haben wir ihn wieder in "The Hateful Eight" erlebt: Ein Mann wie ein Baum, ein Gesicht wie ein altes Bilderbuch und Augen, die so wach sind, dass sie den langatmigsten Film retten: Kurt Russell, der Stiefvater von Kate Hudson, wird 65.

Goldie fand diesen Bart nicht sonderlich "kissable" ....
Goldie fand diesen Bart nicht sonderlich "kissable" ....(Foto: imago/ZUMA Press)

Kurz vor seinem 65. Geburtstag kann sich Kurt Russell über ein nettes Kompliment freuen. Russell sei in Wirklichkeit ein noch besserer Kerl, als er sich das je vorgestellt hätte, schwärmte US-Regisseur James Gunn Mitte Februar auf seiner Facebook-Seite. Zu dem Lob gab es gleich eine Rolle dazu. US-Schauspieler Russell, der am 17. März seinen 65. Geburtstag feiert, ist der prominente Neuzugang für die schräge Gruppe von Space-Helden in der Fortsetzung von Gunns "Guardians of the Galaxy".

Nun steht er gemeinsam mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Vin Diesel, Bradley Cooper und Glenn Close vor der Kamera. Mit inzwischen grauen Haaren steht Russell in Hollywood hoch im Kurs. Mit Vollbart, buschigem Mantel und Pelzmütze war er in seinem jüngsten Film auf den ersten Blick kaum zu erkennen. "Ich bin wirklich froh, dass das Gestrüpp jetzt wieder ab ist", erzählte er im Interview mit n-tv.de im Januar zur Premiere von "The Hateful Eight". "Es ist, als ob man einen alten Hund im Gesicht hat. Aber: Ich habe viel gelernt über Frauen in dieser Zeit: Es gibt zwei Sorten von Frauen: die, die Gesichtsbehaarung mögen, und die, die es nicht mögen. Meine mag es nicht."

In Quentin Tarantinos Western-Thriller "The Hateful 8" wird er zum Kopfgeldjäger. Die meiste Zeit ist er an eine Frau (Jennifer Jason Leigh) angekettet, weil er die hohe Prämie auf den Kopf der Mörderin haben will.

... arbeitet Kurt seit 32 Jahren an ihrer Beziehung.
... arbeitet Kurt seit 32 Jahren an ihrer Beziehung.(Foto: imago stock&people)
Mit seinem Goldstück ...
Mit seinem Goldstück ...(Foto: dpa)

Im wirklichen Leben ist der Hollywood-Star einer Frau seit Jahrzehnten fest verbunden, und das ohne Trauschein: Goldie Hawn, seine Leinwandpartnerin in dem Filmdrama "Swing Shift - Liebe auf Zeit" im Jahr 1984. Beide waren da schon geschieden, die sechs Jahre ältere Hawn brachte zwei Kinder in die Beziehung mit, Russell einen Sohn. Ihr gemeinsames Kind, Wyatt, ist jetzt 29 Jahre alt. Im vorigen Jahr sagte Hawn ("Groupies Forever") im Interview der Zeitschrift "Porter", eine dauerhafte Beziehung hänge nicht von einer Ehe ab. "Es geht um Kompatibilität und Kommunikation." Und beide müssten es wollen und daran arbeiten.

Der "Family-Guy"

Hawns Tochter, Schauspielerin Kate Hudson, hat nur Gutes über ihren Stiefvater zu sagen. Zu Russells 64. Geburtstag gratulierte sie ihm auf Instagram mit den Worten: "Das ist ein Mann, der seine Familie zur Nummer Eins in seinem Leben gemacht hat."

Der beste Steifpapa der Welt - findet Kate Hudson!
Der beste Steifpapa der Welt - findet Kate Hudson!

Er habe nie eine Schulaufführung, ein Fußballspiel oder eine Tanzdarbietung verpasst. "Egal, was er in seinem stressigen Leben zu tun hatte, er war immer da. Nicht weil er musste, sondern weil es für ihn keinen Ort auf dieser Erde gab, an dem er lieber gewesen wäre als bei seiner Familie."

Von seinem Vater, dem Baseballspieler und "Bonanza"-Darsteller Bing Russell, hatte er die Liebe zum Sport und zur Schauspielerei geerbt. Russell stand schon als Junge in den frühen 1960er Jahren vor der Kamera. Sein Debüt gab er an der Seite von Elvis Presley in der Komödie "Ob blond, ob braun". Mit 26 Jahren glänzte Russell in der Titelrolle als "King of Rock'n'Roll" in John Carpenters Fernsehbiografie "Elvis".

Der kleine Kurt an Elvis' Seite.
Der kleine Kurt an Elvis' Seite.(Foto: imago stock&people)

Der Starregisseur machte Russell weitere vier Male zu seinem Hauptdarsteller, auch in dem Endzeitspektakel "Die Klapperschlange" (1981) mit Russell als Anti-Held, der den US-Präsidenten im verbrecherischen Manhattan aus einer lebensgefährlichen Lage befreit. Russell drehte Komödien ("Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser" mit Hawn) Polit-Dramen ("Silkwood" mit Meryl Streep), Science-Fiction ("Stargate" für Roland Emmerich), Katastrophenfilme ("Poseidon" für Wolfgang Petersen) und Gewalt-Thriller (Tarantinos "Death Proof - Todsicher").

Understatement hat einen Namen: Kurt Russell

Im Interview mit n-tv.de verriet Russell vor kurzem: "Es gibt wirklich viele gute Regisseure, und ich habe mit einigen von ihnen zusammenarbeiten dürfen. Aber es gibt nicht so viele, mit denen man selbst genau dann zusammenkommt, wenn sie selbst auf ihrem Höhepunkt sind. Bei Quentin Tarantino war das jetzt so. Ich habe mit ihm schon früher zusammengearbeitet (Anm.: "Death Proof", 2007), und das war toll, aber jetzt denke ich, dass Quentin als Regisseur momentan geradezu perfekt ist. Und er weiß das." Russell zählt weitere Regisseure auf, und man denkt unweigerlich, dass er tatsächlich für jeden, der Rang und Namen hat, vor der Kamera stand. "Ich hatte immer viel Glück", fügt er, fast ein bisschen bescheiden, hinzu. "Denn wenn man als Schauspieler für jemanden arbeitet, der weiß, was er will, dann hat man, ehrlich gesagt, gar nicht mehr viel zu tun." Da lacht er ein bisschen, aber er liebt es auch, der große Mann des Understatements zu sein.

Wobei er gar keinen Spaß versteht, ist die Frage nach dem Waffenbesitz in den USA, vor allem, wenn sie ihn in eine bestimmte Ecke drängen soll. Er würde seine Familie immer beschützen, zur Not eben mit Waffengewalt:"Wenn man in Colorado lebt, genauer gesagt in Aspen, und ein Verbrecher aus dem Gefängnis ausbricht, und weiterhin Leute umbringt, dann bin ich sehr dafür, eine Waffe an mir zu haben. Das heißt nicht, dass ich den Gebrauch gut finde, aber es heißt eben auch nicht, dass es die Gewalt eindämmen würde oder den Terrorismus auf der Welt verhindern würde, wenn die Waffengesetze in Amerika strenger wären." So wie er dann da sitzt, ein Bild von einem Mann, nimmt man ihm sowieso jedes Wort ab.

Über seine neue Rolle in dem Space-Abenteuer "Guardians of the Galaxy Vol. 2" wurde noch nichts bekannt. Das Original brachte 2014 witzige Charaktere ins Kino, darunter einen frechen Waschbär und ein wortkarges Baumwesen, die sich mit dem Vagabunden Peter Quill im Kampf gegen einen galaktischen Bösewicht verbünden. Russells Fans müssen sich noch eine Weile gedulden, die Fortsetzung soll im Mai 2017 in die Kinos kommen.

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Quelle: n-tv.de

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