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Gekonnt gehalten: Profitänzer Erich Klann hält den "wunderschönen Traum in Weiß", Lilly Becker.
Gekonnt gehalten: Profitänzer Erich Klann hält den "wunderschönen Traum in Weiß", Lilly Becker.(Foto: dpa)

Gute Chicas, maue Chicos: Larissa tanzt, "the hottest bitch" fliegt

Von Verena Maria Dittrich

Deutschlands beliebteste Tanzshow ist zurück und damit die Frage: Wer wird Dancing Star 2014? Auch wenn erneut der eine oder andere Fußgänger über das Parkett stolperte, bot die Sendung einen gelungenen Auftakt zur neuen Staffel.

"Applaus, Applaus": Moderatorin Sylvie Meis führt im Coloneum in Köln durch den Abend.
"Applaus, Applaus": Moderatorin Sylvie Meis führt im Coloneum in Köln durch den Abend.(Foto: dpa)

"Zwischen euch kann man ja beim Tanzen noch einen LKW schieben", hagelt es von Chef-Juror Joachim Llambi Kritik, nachdem "Verbotene Liebe"-Schauspieler Dirk Moritz (35) und seine Tanz-Trainerin Katja ihre Interpretation eines Quickstepp zum Besten gegeben haben. Der "Let’s Dance"-Dieter-Bohlen legt noch mit "ihr sollt miteinander tanzen, nicht kämpfen" nach.

Zum siebten Mal dürfen die Promis bei der RTL-Tanz-Show ihre noch ungelenken Hüften über den Dancefloor schwingen. RTL-Lieblingsmoderatorengesicht Daniel Hartwich und Hollands Exportgut Sylvie Meis begleiten erneut mit ihren verbalen Feinheiten die Tanzeinlagen, von denen sich einige sogar schon sehen lassen konnten.

Bobbeles Ehefrau Lilly Becker (37), die mit ihrem Trainer Erich eine stimmige und gefühlvolle Performance aufs Parkett zauberte, überzeugte als märchenhafter Tanzschwan auf ganzer Linie. Die bescheidene und sehr sympathische Becker-Gattin schwebte, von ihrem Tanzpartner getragen, durch den Raum. "Ein wunderschöner Traum in Weiß", ergänzt die süße Sylvie fachmännisch. Wollen wir hoffen, dass der Boris, der gerade wegen einer Hüft-OP im Krankenbett liegt, nicht gleich zum nächsten Flieger gerobbt ist.

Die schöne "Chica in Red" und die pure Harmonie

Schlagersängerin Cindy Berger (Cindy & Bert), "die schöne Chica in Red", die mit ihren 66 Jahren die älteste Kandidatin bei "Let’s Dance" ist, brachte vor allem Gefühl in die Bude. Mit Profitänzer Marius versprühte sie zu "Komm Leg Deinen Arm Um Mich" von Esther Ofarim den Zauber vergangener Tage. Auch wenn ihre Schritte nicht formvollendet waren, so bot ihre Darbietung jede Menge Charme.

Männliche Sportler waren, laut einstimmigem Urteil der "Let’s Dance"-Jury, in der Vergangenheit nie so die Tanzbären. Freistil-Ringer Alexander Leipold (44) und seine Partnerin, die tanzende Augenweide Oana Nechiti (26), korrigierten diese Feststellung. Pure Harmonie und die gefühlvollste Leistung des Abends waren der Konsens ihrer Tanzeinlage beim langsamen Walzer zu "Applaus, Applaus" von Sportfreunde Stiller. "Zwar ein wenig hölzern, aber schöne Hebefiguren. Eine ehrliche und schwierige Leistung", korrigierte Joachim Llambi zwar hinterher, aber so kennt man ihn ja.

Von Borg-Drohnen und offene Stromleitungen

Hier wird getanzt: Schlagersänger Bernhard Brink (l.) und Profitänzerin Sarah Latton.
Hier wird getanzt: Schlagersänger Bernhard Brink (l.) und Profitänzerin Sarah Latton.(Foto: dpa)

Der selbst ernannte Schlager-Titan Bernhard Brink (61), der nach eigenen Worten schon seit einer Ewigkeit als "Enten-Trainer", pardon: Entertainer unterwegs ist (ja, der Bernhard ist obendrein Komiker), konnte die Jury leider nicht so recht vom Hocker reißen. Dabei hatte es für den Sänger verheißungsvoll begonnen. Im kurzen Einspieler führte nämlich kein geringerer als Schlagerikone Andy, der Borg, Bernhard mit seiner künftigen Tanzpartnerin zusammen.

Brink fragt erstmal frech in die Kamera: "Wer ist eigentlich dieser Llambi?" Als der Bernhard sich dann bei "U Can't Touch This" von MC Hammer mit einem Cha-Cha-Cha als ausgesprochener Nichttänzer outet, lernt er diesen dann aber gleich kennen. Denn Juror Llambi fragt den Entertainer, warum dieser beim Tanzen nicht seinen Kleiderbügel aus dem Jackett genommen hat. Viel Action, kein Tanzen. Zuckende Improvisation statt Choreografie. Die Frage nach einer offenen Stromleitung kommt auf.

"Erstmal den Affen aus dem Körper kriegen"

Brink, der Kirk Burrell für Arme, mit seiner 80er-Jahre-Aerobic-Show war sicher vom Standpunkt des Komödiantischen das Highlight der Auftakt-Show von "Let’s Dance". Doch zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass dem Eröffnungs-Tanz von Sänger und Musicalstar Alexander Klaws (30) und seiner Partnerin Isabel Edvardsson nicht mehr viel entgegenzusetzen war.

Beeindruckt beim Promi-Schwoof mit einer Giraffen-Tanz-Nummer: Larissa Marolt.
Beeindruckt beim Promi-Schwoof mit einer Giraffen-Tanz-Nummer: Larissa Marolt.(Foto: dpa)

Chica-Meister und Jury-Mitglied Jorge Gonzales muss auf jeden Fall schon vorhergesehen haben, dass die Live-Veranstaltung mit einem herrlichen Opening starten würde, denn er hatte sich eigenes dafür in einen güldenen Strampler geschwungen und verlieh der beliebten Freitagabend-Show zusätzlich Glamour und Lebensfreude.

Klaws, der nach seiner dreijährigen Arbeit als singender "Tarzan", im gleichnamigen Musical, beim Tanztraining "erstmal den Affen aus dem Körper kriegen musste", wurde seitens der Jury mit Lob überhäuft. Der sonst so mäkelige Jury-Boss Llambi überschlug sich mit Komplimenten, war aber auch nicht um einen Seitenhieb auf Wayne Carpendale verlegen, der mit Klaws Tanzpartnerin Isabel vor acht Jahren gewonnen hatte und wohl nicht annähernd so gut gewesen sein soll.

Juror Jorge Gonzales, dem von Moderator Hartwich diesmal sogar eine verständliche Aussprache bescheinigt wurde, fand Alexanders Leistung einfach nur spritzig. Auch Jurorin Motsi Mabuse war komplett von den Socken und so wurde der rhythmische Auftakt von Tarzan und seiner Jane gleich zum besten Opening in der Geschichte von "Let’s Dance" gekürt.

Zu viel West-Berlin, zu wenig "chikichikibumm"

Eigentlich könnte man nach Bernhards Darbietung davon ausgehen, dass es für Moderator Patrice Bouédibéla (39) ein Leichtes sei, mit seiner Tanzeinlage die Stimmung im Studio zum Kochen zu bringen. Denn, obwohl der West-Berliner, was er extra betonte, mit einem Cha-Cha-Cha zu "Blurred Lines" von Robin Thicke mit seinem fast bis zum Bauchnabel aufgeknöpften Hemd optisch beinahe selbst "the hottest bitch in this place" war und es auch seiner Tanzpartnerin nicht an Sex-Appeal fehlte, halfen ihm seine coolen Attitudes leider nur wenig, denn Partrice hatte beim Tanzen die "Bewegungen rausgelassen". Das Ganze war einfach zu viel West-Berlin und zu viel Coolness, oder um es mit Juror Jorges Worten zu sagen, es fehlte noch ein bisschen "chikichikibumm".

Das immer bereite, witzige Knalltüten-Model Larissa Marolt (21) rundete mit einer kleinen Giraffen-Tanz-Nummer das Promi-Schwofen ab. Die Österreicherin knüpft in "Let’s Dance" nahtlos an ihren letzten TV-Erfolg an: Mit dem Song "Hard Out Here" von Lily Allen, der auch der offizielle Dschungel-Song war, holt sie den Urwald in die Köpfe der Zuschauer zurück. Die Stolper-Queen aus dem Camp hat ihre widerspenstigen Gliedmaßen inzwischen einigermaßen unter Kontrolle und lässt Tanzpartner Massimo, der ihr im Tanztraining ein "kurzes Kurzzeitgedächtnis" assistierte, nicht vollkommen im Regen stehen.

Am Ende ist es der super-coole "West-Berliner" Patrice Bouédibéla, der seine Tanzschuhe nach nur einem Auftritt gleich wieder an den Nagel hängen kann. Die anderen neun Kandidaten haben nun eine Woche Zeit, ihre Leistungen zu steigern, wobei man im Fall von Bernhard Brink wirklich gespannt sein darf und auch Millionärsgattin Carmen Geiss kann ihrem "Robääääärt" noch zeigen, was für eine wahnsinnige Tanzmaus in ihr steckt.

Quelle: n-tv.de

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