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Monica Lierhaus arbeitet derzeit als Moderatorin bei Sky.
Monica Lierhaus arbeitet derzeit als Moderatorin bei Sky.(Foto: dpa)
Montag, 20. Juli 2015

"Sie zeichnet ein falsches Bild": Lierhaus erntet Kritik, aber auch Verständnis

Mit ihrer Aussage, sie hätte auf eine lebensrettende Operation verzichten sollen, schockiert Monica Lierhaus. Nun äußern sich andere Betroffene zu dem Statement der Moderatorin. Sie werfen ihr ein mangelndes Verantwortungsgefühl vor.

Die vor mehreren Jahren durch ein Hirn-Aneurysma erkrankte ehemalige "Sportschau"-Moderatorin Monica Lierhaus hat angedeutet, dass sie sich im Rückblick womöglich gegen eine damals rettende Operation entscheiden würde, und erntet nun heftige Kritik. Menschen mit Handicap rügen Lierhaus öffentlich für ihre Aussagen und werfen ihr vor, ein falsches Bild zu zeichnen.

Autorin Christiane Link hält der Moderatorin vor, nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das aller anderen Menschen mit Behinderung infrage zu stellen. In einem Artikel bei "Zeit online" schreibt sie: "Wer täglich gegen das Vorurteil kämpft, dass das Leben mit einer Behinderung nicht lebenswert oder zumindest bemitleidenswert sei, dem hat Monica Lierhaus einen Bärendienst erwiesen." Auch die gehörlose Bloggerin Julia Probst, die in ihrem Twitter-Blog "EinAugenschmaus" einen Ableseservice anbietet, bewertet Lierhaus' Interview kritisch: "Lierhaus vergisst, dass öffentliche Menschen wie sie, ne Verantwortung haben. Sie zeichnet ein falsches Bild von Menschen mit Behinderung."

In einem gemeinsam mit ihrer Mutter Sigrid geführten Doppel-Interview für die Zentralredaktion der Madsack-Zeitungsgruppe reagierte die 45-Jährige auf deren Bemerkung, dass sie ohne eine Operation tot wäre, mit der Antwort: "Egal. Dann wäre mir vieles erspart geblieben."

Koch nimmt Lierhaus in Schutz

Schauspieler Samuel Koch, der 2010 bei einem Auftritt in der Sendung "Wetten dass..?" verunglückte und seitdem auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat jedoch Verständnis für Lierhaus. Gegenüber der "Bild"-Zeitung äußerte er: "Da hat sie wohl recht! Ich finde es gut, dass auch Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht immer nur 'Sonnenschein' und 'Alles ist gut'-Parolen verteilen. Dennoch: Tot bin ich noch lange genug."

Lierhaus war 2009 ist seit der Gehirnoperation gesundheitlich beeinträchtigt. Sie leidet unter sprachlichen und Bewegungsdefiziten. Inzwischen sei sie gesundheitlich zu 85 Prozent wieder hergestellt, sagte sie in dem Interview. Nur das Laufen bereite ihr weiterhin Probleme. "Meine Gangart nervt mich nach wie vor sehr."

Quelle: n-tv.de

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