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Die Popqueen und ihr Töchterlein: Madonna und Mercy.
Die Popqueen und ihr Töchterlein: Madonna und Mercy.(Foto: Instagram / Madonna)

Gut, wenn man ein Reserve-Kind hat : Madonna, Mercy und der Muffin

Von Sabine Oelmann

Es ist schwer, wirklich schwer. Denn wie man es macht, ist es verkehrt. Meist startet es sehr hoffnungsvoll - und was dabei herauskommt, ist etwas ganz anderes. Die Rede ist von Eltern und Kindern - getrennten Eltern und ihren Kindern. So wie bei Madonna.

Wir sehen auf dem Instagram-Account von Madonna, wie Madonna ihrem Adoptivtöchterchen Mercy einen Muffin - oder neudeutsch besser ausgedrückt "Cupcake" - vor die Nase hält. Madonna schreibt dazu: "Make a Wish, Mercy!" (Wünsch' dir was, Mercy!) Das Kind - es steht merkwürdigerweise auf einer Bühne - freut sich. Klar, hat ja nicht jeder so eine berühmte Mutter, und auch nicht jede Mutter kniet sich vor ihr Kind, sobald es aus dem Alter raus ist, in dem man ihm die Schuhe zubinden muss.

Dieses Bild jedoch ist nicht nur eine Geste großer Liebe und Zuneigung, es ist auch ein Bild, das sagen soll: "Hallo, ich bin eine Mutter, und zwar eine Gute. Ich hab' die Nummer mit meinem Sohn zwar gerade verkackt (und zwar unter anderem, weil ich den ständig und ungefragt auf sämtlichen sozialen Medien gepostet habe, ob er nun wollte oder nicht), aber ich habe ja hier das Reserve-Kind, mit dem ich die ganze Nummer nochmal durchexerzieren kann. Und wenn die anfängt zu rebellieren, dann hol' ich mir eben ein neues Kind, jawoll. Und Rocco, du PuberTier - bleib' doch bei deinem blöden britischen Vater und frier' dir den Hintern ab! Du wirst irgendwann schon wieder angekrochen kommen."

Hach, Eltern-Sein, man sollte meinen, es gibt nichts Einfacheres und auch nichts Schöneres. Und doch gilt oft der Spruch: "Kinder kriegen ist nicht schwer, Kinder haben um so mehr" (den übrigens viele, die gern ein Kind hätten, aber keines bekommen können, so nie unterschreiben würden, aber das ist ein anderes Thema). Gehen wir vom Schlimmsten aus: Man hat ein beziehungsweise mehrere Kinder. Und es klappt nicht mit dem Partner. Man trennt sich.

Der Neue, die Neue

Heutzutage doch ÜBERHAUPT kein Problem mehr, schallt es einem dann entgegen. Wer das nicht hinkriegt mit dem Patchwork, ist eben unfähig oder asozial! Ja, bei manchen Ex-Paaren klappt das, die gehen trotzdem noch miteinander essen, bravo! Das ist super, vor allem für das Trennungskind. Die Chancen, dass viele andere Dinge im Leben dieses Menschenkindes glatt laufen werden, stehen nicht schlecht.

Dann gibt es die getrennten Eltern, die es nach der Trennung nicht hinkriegen: So wie Madonna und Guy Ritchie. Das ist schade, blöd, ungünstig, peinlich, aber besonders doof ist es natürlich für die Kinder. Unfähigkeit auf einer oder beiden Seiten macht es für das Kind schwer, mit seinen ohnehin gemischten Gefühlen klarzukommen. Man kann nur hoffen, dass es bei diesem Trennungsmodell ein vernünftigeres Elternteil gibt, das versuchen wird, das Kind zu schützen.

Dann gibt es noch diese Paare, die so tun, als ob alles total supi läuft - einfach, weil sie es gerne so hätten. Weil sie theoretisch intelligent genug sind, zu verstehen, dass Kinder beide Elternteile brauchen, auch wenn das Paar getrennt ist. Weil sie wissen, dass es sich nach außen besser macht, wenn man beiläufig sagen kann: "Mein Ex hat mich neulich zu seinem Geburtstag eingeladen. Ich bin natürlich nicht hingegangen, aber total süß von ihm." Einer ist aber immer am längeren Hebel, meistens Mutti. Wenn dann zum Beispiel der Ex eine neue Beziehung hat, in einer anderen Stadt lebt, vielleicht sogar nochmal neue Kinder bekommt, dann zehrt das natürlich an so einer Ex. Bei dem sieht also alles top aus, und dann setzt der Neid ein: "Warum nicht ich? Warum hat das nicht funktioniert damals, warum bekommt mein/ unser Kind das nicht auch alles, und überhaupt, warum liebt mich eigentlich keiner?"

Die Hormone flippen aus

Kann auch alles umgekehrt sein, keine Frage. Aber bleiben wir im Bild: Meist wird so eine Ex dann zu unfairen Mitteln greifen, also dem Ex das gemeinsame Kind, das natürlich bei der Ex lebt, abspenstig machen. Vereinbarungen nicht einhalten, Wochenenden platzen lassen, Ferienplanungen unplanbar machen. Dem Kind schadet diese Art von Ex massiv. Wie es dem anderen Elternteil dabei geht, ist so einem egoistisch veranlagten Elternteil eh wurscht. Es ist nicht unbedingt mangelnde Intelligenz, sondern einfach nur mangelnde soziale Kompetenz, Großzügigkeit, Weitsicht.

Huiuiui - jetzt sind wir aber abgeschweift, eigentlich wollten wir uns doch bloß ein bisschen über Madonna ereifern. Also, Rocco, Madonnas Sohn, der hatte es nicht leicht. Ohne Rücksicht auf seine Gefühle hat sie Fotos von sich und ihm gepostet, auch wenn er das nicht wollte. Hat ihn bloßgestellt. Einen 15-Jährigen. Der zwar irgendwie schon groß ist und auch so aussieht, im eigentlichen Sinne aber doch noch ein Kind ist. Der sich im Übergang von einer Welt in die andere befindet, in einer Situation, die schon in sogenannten "normalen" Kernfamilien delikat ist. Denn auch in augenscheinlich funktionierenden Familien wenden sich Kinder in einem bestimmten Alter gegen ihre Eltern - sie können gar nichts dafür, ihre Hormone flippen einfach aus, wir kennen das alle! Kluge, gelassene Eltern nehmen diese Zeit mit Humor, Größe und dem Wissen, dass "das" dazugehört.

Bei getrennten Eltern sieht das anders aus. Da wird gern ein Zusammenhang hergestellt zur Trennungsgeschichte, und da nehmen Eltern per se schon mal viel Schuld auf sich, weil sie es ja waren, die grundsätzlich die "heilige Familie" zerstört haben.

Get over it!

Während sich Madonna nun also relativ öffentlich um das Sorgerecht für ihren Sohn mit dem Ex-Mann Guy Ritchie streitet, hat sie den großen Vorteil, dass sie sich noch anderen, insgesamt drei Kindern zuwenden kann: Lourdes, der Ältesten, und den beiden Adoptivkindern, Mercy und David. Bis vor einiger Zeit war Rocco Ritchie gern an der Seite seiner Mutter, selbst auf der Bühne stand er manchmal mit ihr und rockte, wie es sich für seinen Namen geziemte. Doch das ist nun vorbei, denn der 15-Jährige hat die Faxen dicke vom Lifestyle und dem Nomadenleben seiner Mutter, das durch besonders strenge Erziehung wieder wettgemacht werden sollte. Er hatte das Gefühl, wie eine Trophäe behandelt zu werden, heißt es aus engen Kreisen. Der Junge will mehr Stabilität in seinem Leben - und Salzstangen und Schokolade. Bei Mutter Madonna gibt's nur Makrobiotisches.

Um ihren Schmerz über den (vorläufigen) Verlust des Sohnes nun nicht in sich hineinzufressen, postet Madonna wie eine Geistesgestörte Selfies mit ihren anderen Kindern. Neuerdings postet Madonna aber auch gerne Fotos vom Ex-Ex-Ex-Ex, Sean Penn. Mit den Kindern. Wir wünschen den Kindern natürlich, dass es dieses Mal klappt mit dem Familienleben! Und den beiden Wieder-Turteltäubchen wünschen wir es auch, denn das entspannt einen alleinerziehenden Elternteil ja ungemein, so eine neue Beziehung!

Wie in ganz "normalen" Familien auch wäre es natürlich cool, wenn man sich mal an einen Tisch setzen würde, um zu hören, was die Kinder wirklich wollen. Das kann schmerzhaft für einen oder beide Elternteile werden, das ist klar. Aber - get over it!

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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