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Mit den Adoptivkindern Mercy und David bei ihrem jüngsten Besuch in deren Heimat.
Mit den Adoptivkindern Mercy und David bei ihrem jüngsten Besuch in deren Heimat.(Foto: AP)

"Müssen sie besser behandeln": Madonna in Malawi abgefertigt

Warum mag man Madonna in Malawi nicht? Ihr Engagement für Hilfsprojekte in Malawi ist schon lange umstritten. Und auch ihr jüngster Besuch löste wieder Kontroversen aus.

Der Besuch der US-amerikanischen Pop-Diva Madonna in Malawi wühlt das Land auch noch Tage nach ihrer Abreise auf. Die Bildungsministerin Eunice Kazembe widersprach in Lilongwe energisch Madonnas Behauptung, sie habe in Malawi zehn Schulen gebaut. Es handele sich lediglich um den Ausbau von bestehenden Schulen, sagte sie. Madonna, die zwei Kinder aus Malawi adoptiert hat, besuchte vergangene Woche das bitterarme Binnenland im Süden Afrikas mit ihrer Familie und reiste am Sonntag wieder ab.

Madonna habe - neben Waisenhäusern und Hospitälern - zwei der zehn Schulen besucht, die von der Organisation "Raising Malawi" errichtet worden seien, heißt es auf der Internetseite der Popsängerin. Madonna unterstützt mit dieser Organisation seit vielen Jahren Projekte in Malawi. Allerdings gab es wegen angeblich verschwundener Millionenbeträge heftige Auseinandersetzungen zwischen lokalen Angestellten von "Raising Malawi" und der Organisation; zumindest einige der angekündigten Projekte wurden nie umgesetzt. Die Regierung Malawis hatte Madonnas Engagement im Land mehrfach kritisiert.

Auch diesmal kam es zu einem Konflikt mit der Führung des Landes. Die Präsidentin Malawis, Joyce Banda, wies zornig Berichte zurück, denen zufolge sich Madonna einem Treffen mit dem Staatsoberhaupt verweigert habe. Das Präsidialamt veröffentlichte ein Schreiben Madonnas, in dem die US-Sängerin um eine Privataudienz gebeten hatte - zu dem es aber nicht gekommen war.

Fliegen mit der Holzklasse

Madonna liebt Malawi - das steht wohl nicht zur Diskussion.
Madonna liebt Malawi - das steht wohl nicht zur Diskussion.(Foto: AP)

Präsidentin-Sprecher Steve Nhlane sprach von einer "Lüge", wenn behauptet würde, Madonna habe die Präsidentin brüskiert. Dieser Zwist ist besonders pikant, weil Bandas Schwester Anjimile Mtila-Oponyo früher für Madonnas Hilfsprojekte in Malawi verantwortlich war und dann im Streit von der Organisation ausschied.

Wie wenig angesehen Madonna inzwischen in Malawi ist, erfuhr sie auch bei ihrem Besuch. Bei ihrer Ankunft mit dem Privatjet wurde sie noch als VIP behandelt, von einer Limousine am Flugzeug abgeholt; bei ihrer Abreise musste sie, ihre Kinder und ihre Entourage ganz normal durch die Sicherheitskontrollen des Flughafens. "Sie konnte es nicht fassen, was ihr geschah, als sie durch die ganz normalen Kontrollen mit allen anderen Reisenden musste", sagte ein Flughafenmitarbeiter.

Kontroverse Urteile

Madonnas Engagement in Malawi wird von den Bürgern nach wie vor kontrovers beurteilt. Tamara Manda, Mutter von drei Kindern in Blantyre, meint, Madonna verdiene eine bessere Behandlung. "Präsidentin Banda hätte sich mit ihr treffen sollen, um über neue Wege für das aufgegebene Projekt der Mädchen-Akademie zu beraten", sagte sie. Für das Millionenprojekt für 450 Mädchen in einem Ort nahe Lilongwe hatte Madonna vor Jahren unter großer Medienaufmerksamkeit den Grundstein gelegt - entstanden aber war nichts.

"Madonna liebt unser Land", meinte Manda. Auch Christina Chisi in Blantyre sagte, ihr Land mache einen Fehler, wenn es Madonna schlecht behandele. Die Regierung solle sich besser entschuldigen. Phillip Zimba in Lilongwe sagte dagegen, Madonna müsse sich entschuldigen, da schließlich aus dem Projekt der Mädchenakademie nichts geworden sei.

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Quelle: n-tv.de

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