Für Jacksons Tod verantwortlich?Murray angeklagt
Knapp acht Monate nach dem Tod von Michael Jackson ist der ehemalige Leibarzt des Popstars wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden.
Michael Jacksons früherer Leibarzt, Conrad Murray, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Er habe ohne Vorsatz den Tod des Sängers herbeigeführt, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, berichtete der US-Sender CNN. Der Kardiologe soll nun dem Richter in Los Angeles vorgeführt werden. Er werde auf "nicht schuldig" plädieren, meldete der Internetdienst "Tmz.com". Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Conrad Murray habe Michael Jackson getötet, dabei aber ohne Vorsatz gehandelt, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Nach ach dem überraschenden Tod Jacksons im vergangenen Juni hatte Murray eingeräumt, den Popstar mit starken Medikamenten - darunter dem Narkosemittel Propofol - behandelt zu haben. Dem Totenschein zufolge starb der "King of Pop" an einer "akuten Vergiftung" mit Propofol. Murray hatte dem 50-jährigen Jackson am frühen Morgen des 25. Juni etliche Beruhigungsmittel gegeben, die dem Star zum Verhängnis wurden. Murray hat stets seine Unschuld beteuert. Der Sänger litt an schweren Schlafstörungen und hatte in der Nacht vor seinem Tod trotz der vielen Beruhigungspillen keine Ruhe finden können.
82 Minuten gewartet, 47 Minuten telefoniert
Propofol wird normalerweise nur vor Operationen oder auf der Intensivstation im Krankenhaus gespritzt und erfordert die ständige Überwachung des Patienten. Dennoch ging Murray nach der Injektion von Propofol eigenen Angaben zufolge kurz zur Toilette und ließ Jackson allein. Bei seiner Rückkehr habe der Popstar nicht mehr geatmet. Seine Wiederbelebungsversuche scheiterten, erklärte der Kardiologe der Polizei.
Statt umgehend über den Notruf 911 Hilfe anzufordern, ließ er nach den Angaben des Polizeiberichts 82 Minuten verstreichen. Nachforschungen ergaben, dass er in dieser Zeit drei Gespräche von insgesamt 47 Minuten Dauer über sein Mobiltelefon führte. Nach Murrays Aussage war er nicht der erste Mediziner, von dem Jackson Propofol erhielt.
Jacksons Familie drängt seit langem auf eine harte Bestrafung Murrays. "Ich denke, dass er Schuld hat", sagte Michael Jacksons Schwester, die US-Sängerin Janet Jackson, im November in einem TV-Interview. Der Leibarzt habe derart leichtfertig gehandelt, dass eine Anklage wegen Totschlags angebracht sei, sagte Familien-Anwalt Brian Oxman dem Sender CBS.