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Herz zu verschenken - Der Start: Nett, die kleine Schwester von…

Von Kai Butterweck

Kuppeldi, Kuppelda: Deutschland ist im Dating-Fieber. Mit "Herz zu verschenken" geht die nächste Zweisamkeits-Show ins Rennen. Doch das Finden der großen Liebe erweist sich als schweres Unterfangen.

Karsten.
Karsten.(Foto: RTL)

Wem die große Liebe im wahren Leben nur die kalte Schulter zeigt, dem "hilft" irgendwann nur noch der Gang in die Öffentlichkeit. Das Fernsehen ist ja schließlich auch noch da. In der TV-Welt geben sich kunterbunte Dating-Formate mittlerweile regelrecht die Klinke in die Hand. So sammeln beispielsweise die vermeintlich schönen und strahlenden Männlein und Weiblein fleißig rote Rosen ("Der Bachelor", "Die Bachelorette"), während einsamen Herzen mit wahlweise Kuhmist unter den Fingernägeln ("Bauer sucht Frau") oder selbstgestrickten Tiger-Pullis in den Kleiderschränken ("Schwiegertochter gesucht") auf Hoffesten oder Zuhause ihr Liebesglück suchen.

Die neueste Format-Variante nennt sich "Herz zu verschenken"; eine Dating-Show auf RTL, in der es ausnahmslos um die Simplizität des Eigentlichen geht. Soll heißen: Es werden keine Rosen gezählt, keine Konkurrenzkämpfe angezettelt und auch keine landwirtschaftlichen Nutztiere mit eingebunden. Es geht nur um die Liebe, das erhoffte Zusammentreffen zweier passender Herzhälften und das Beenden einer Leidenszeit.

Letztere hält den armen Karsten aus Sachsen nun schon seit über zehn Jahren an der kurzen Leine. Der überordentliche Gebäudereiniger ist der erste, der sich als vereinsamtes Liebesopfer präsentiert. Keine Frau meinte es bisher gut mit Karsten. Nun soll es aber endlich klappen. Das tagtägliche Kuscheln mit Ice Age-Kuschelfiguren und Modelautos soll der Vergangenheit angehören. Dafür setzt sich Karsten erst einmal aufs heimische Sofa und klagt sein Leid. Er berichtet von seinem Putzfimmel, seinem schweren Arbeitsunfall, der ihn Jahre seines Lebens kostete und seiner Leidenschaft: dem Auto-Tuning. Karsten redet Klartext: "Ich will gar nicht groß um den heißen Brei herum reden. Ich hab nicht viel zu bieten", schießt es aus ihm raus.

Und dann kommt Klaudia

Das scheint der ebenfalls aus Sachsen stammenden Klaudia aber wenig auszumachen. Via Internet nimmt sie Kontakt auf. Es folgen: ein erstes zartes Treffen im Park, Gespräche übers Wetter und Nudeln und eine Essenseinladung bei Karsten daheim. Vorher muss aber natürlich noch eingekauft werden. Im Supermarkt um die Ecke sind Penne Rigate und Tomatensoße im Tetra-Pack gerade im Sonderangebot. Großartig. Es kann also groß aufgetischt werden. Doch schon bald ist das erste Feuer bereits erloschen.

Thomas.
Thomas.(Foto: RTL)

Die propere Klaudia ist enttäuscht. Karsten ist ihr zu dünn, auf dem Bett liegen zu viele Kuscheltiere und auf das Thema Sexualität angesprochen, reagiert Karsten eher gehemmt: "Sex wird überbewertet", so der 34-Jährige. Das war’s. Da ist der Drops auch schon gelutscht. Klaudia zieht wieder von dannen. Karsten muss weiter suchen.

Der 50-jährige Thomas aus dem Rheinland kann sich an seinen letzten sexuellen Kontakt schon gar nicht mehr erinnern. Aber halb so wild. Sonst ist im Leben des 50-jährigen Druckermeisters grundsätzlich alles in Butter. Wäre da nur nicht der fehlende weibliche Part an seiner Seite, der mit ihm seine Square-Dance-Leidenschaft teilt, die Bowling-Bahn zum Beben bringt und gemeinsam mit seiner Schwester und seinem Vater die Gesellschaftsspielwelt erforscht.

Auch im Fall von Thomas öffnet das Internet ein Türchen in Herzform. Herausspaziert kommt die Pferdenärrin Jeanette. Dauergrinsend und aufgeregt "bis zum geht nicht mehr" folgt sie Thomas` Einladung zum Bowling-Kennenlern-Abenteuer um die Ecke. Thomas erwartet seine Herzdame stilecht im John Wayne-Gedenk-Outfit, Cowboy-Hut inklusive. Alles scheint zu passen. Die beiden lachen viel und schieben eine beschwingte Kugel. Auch die Mitbewohner in Thomas` Familien-WG sind sichtlich angetan. Schwester und Papa strecken jeweils beiden Daumen nach oben. Es folgt sogar ein zweites Treffen, von dem der Zuschauer allerdings nichts mehr zu sehen bekommt; denn auch bei Thomas und Jeanette bleibt es letztlich nur beim "nett, aber für mehr reicht es dann doch nicht." Ach Herrje, alles nicht so einfach.

Ruth packt die Sammelwut

Ruth.
Ruth.(Foto: RTL)

Bleiben noch die 43-Jährige Silke aus Düsseldorf und die 57-jährige Ruth aus dem niederbergischen Erkrath. Beide Frauen eine Klasse für sich. Während Silke City-Streife-Karriere machen will und in ihrer Freizeit gerne häkelt, strickt, kocht und bügelt und von einem Dasein als Kung Fu-Kämpferin träumt, lebt Ruth in einer  Welt, in der es primär um das Anhäufen von "Vintage-Schnickschnack" geht. Als da wären: Puppen, Comics, Kronkorken, Klamotten, Spielzeugautos, und, und, und.

Ruth sammelt alles. Jetzt will die passionierte Gothic-Manga-Monroe-Liebhaberin aber auch endlich mal wieder einen Mann im Hause haben. "So einer wie Pierce Brosnan wäre toll", jauchzt sie. Und Silke? Auch schon klare Vorstellungen? Sagen muss sie nichts. Im aufreizenden Satin-Nachthemd liegt sie im Bett und winkt dabei mit Plüschhandschellen in die Kamera. Irgendwo ein Toy-Boy in Sicht? Noch nicht. Aber nicht schlimm. Nächster Sonntag, selbe Zeit: Da werden Ruth und Silke garantiert Besuch bekommen. 

Quelle: n-tv.de

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