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Pippa Middleton hat einen Party-Ratgeber veröffentlicht.
Pippa Middleton hat einen Party-Ratgeber veröffentlicht.

Wulffen auf Englisch: Pippa ist ein Ladenhüter

Von Sabine Oelmann

Sie haben vor, eine Party zu geben? Oder ein großes, elegantes Essen? Und da wollen Sie nicht wissen, wie Pippa "Popo" Middleton an so eine Herausforderung rangehen würde? Dafür hat sie doch aber extra ein Buch geschrieben! Will nur keiner lesen. Auch nicht, wie das so ist als Schwägerin des zukünftigen Königs. Ausheulen à la Bettina Wulff ist ja so was von out.

"Celebrate" - mit Pippas Tipps ganz einfach, oder?
"Celebrate" - mit Pippas Tipps ganz einfach, oder?

Wussten Sie, dass man eine Fertigpizza total individuell pimpen kann, indem man ein Basilikumblatt drauf legt? Oder Dosenravioli durch Zugabe von frisch geriebenem Pfeffer zu "Teigtaschen an Porc und Porcini" stylen kann, auch wenn nur olles Hack und Papppilze drin sind? Oder dass man, wenn man eine Orange auspresst, ein wohlschmeckendes Kaltgetränk mit hohem Vitamin-C-Gehalt erhält? Nein? Sehen Sie, dann ist das Buch von Pippa Middleton vielleicht doch was für Sie oder Ihre Liebsten unter dem Weihnachtsbaum, denn spätestens zu diesem Anlass werden Sie sich wieder fragen: "Was koche ich heute bloß?" Da kommt dann Pippa ins Spiel: "Wegen ihrer Größe sind Truthähne perfekt, um bei größeren Anlässen serviert zu werden." Sehen Sie, das hätten Sie nicht gedacht!

Und wenn es dann, nach der Materialschlacht und dem opulenten Mahl, langweilig wird mit der Familie unterm Baum und sich jeder nach ein wenig Bewegung sehnt? Wie wär’s denn dann mal mit Sackhüpfen? Nachzulesen bei Pippa Middleton, jawoll! Sie brauchen bloß einen alten Sack (in jeder Familie vorhanden) und ein bisschen Platz. Das macht die First Lady von Amerika in ihrem "Let’s Move" Programm schließlich auch, und Markus Lanz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ebenso. Bloß Tom Hanks hat keinen Bock auf dieses schöne alte Spiel, in dessen Tradition sich auch Gesellschaftsklassiker wie "Eierlaufen" oder "Topfschlagen" befinden.

Sie fragen sich, was soll das alles? Ja, das ist eine durchaus berechtigte Frage! Pippa wollte wohl zeigen, dass sie mehr zu bieten hat  als ein wohlgeformtes Gesäß. Und auch die zufällige Verwandtschaft zum englischen Königshaus nimmt sie nicht einfach so hin, ohne sie kritisch zu hinterfragen: "Es ist ein bisschen überraschend, noch vor deinem 30. Geburtstag wegen deiner Schwester, deines Schwagers und deines Hinterns weltweite Aufmerksamkeit zu erlangen", schreibt Middleton im ersten Satz des Vorwortes ihres Buches "Celebrate" daher zum Beispiel. Nach Ansicht vieler Engländer hat sie das mit dem Feiern ja in der Zeit seit der Hochzeit ihrer Schwester ein bisschen übertrieben, und die Sympathie, die ihr anfangs entgegenschlug, als man sie fast lieber mochte als ihre stets beherrscht wirkende Schwester, ist in Gespött und Gleichgültigkeit übergegangen. Ein klarer Fall von  übertriebenem "try hard": Pippa war nach der Hochzeit überall.

So fing alles an ...
So fing alles an ...(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Während Kate und William sich in die Flitterwochen verdrückt hatten und das "Do Not Disturb"-Schild selbst von der heimischen Yellow-Press respektiert wurde, brauchte man natürlich Ersatz. Und wer bot sich da besser an als die kleine Schwester der Braut, die ihr doch so ähnlich war und so viel einfacher zu kriegen schien? Pippa ließ keine Party aus, sie spielte mit den Fotografen - eigentlich ganz nett von ihr, denn die waren so beschäftigt, ein weiteres Bild ihres perfekten Pos abzuschießen, dass Kate und William tatsächlich Ruhe vor den Paparazzi hatten.

Wegen der Aufmerksamkeit um ihre Person habe sie "Möglichkeiten, von denen manche nur träumen können", schreibt die 29-Jährige in ihrem Buch. Mit der öffentlichen Häme hat sie wohl nicht gerechnet, denn sie verteidigt ihr Werk, das ihr einen amtlichen Vorschuss von einer halben Million Euro eingebracht haben soll: "Ich hätte ein Buch über die luxuriösesten Veranstaltungen schreiben können, immerhin habe ich drei Jahre für eine Event-Agentur gearbeitet und Partys geplant, aber ich wollte etwas schaffen, was sich die Leute leisten können." Hach, so volksnah, die Beinahe-Prinzessin. Nur nimmt es ihr keiner ab. Auf den britischen Bestsellerlisten dümpelt das Buch auf Platz 37, bei Amazon.co.uk steht es aktuell auf Platz 340. Nur 10.600 Briten wollten bisher wissen, was Pippa zum Thema  Kindergeburtstag (für Mädchen viel pink, für Jungs Piraten, hui!)  oder Picknick am Strand ("Decke nicht vergessen") zu empfehlen hat.

Do you remember Sophie-Gate?

Aus dem Palast hört man auch nicht direkte Jubelschreie - zu viel Geschäftssinn war den Royals der alten Schule schon immer ein Graus. (Wir erinnern uns an die fleißige Sophie, Gattin des Prinzen Edward, die mit ihrer PR-Agentur auf einen als Scheich getarnten Reporter reinfiel, der ihre Lästereien über das Königshaus veröffentlichte, "Sophie-Gate" genannt, mal ganz zu schweigen davon, dass Edward in der Funktion als Onkel von William und Dokumentarfilmer dem eigenen Neffen inklusive Kamerateam auf den Fersen war, als dieser sein Studium im schottischen St. Andrews antrat.) Die Middeltons sind aus dem Volk, so wie du und ich, eigentlich ganz schön, der Gedanke, aber zu viel "du und ich" nun bitte auch wieder nicht!  Kate hat das nach jahrelangem Drill am Hof  zwar hingekriegt - aber der Rest der Familie muss aufpassen, sich nicht als Emporkömmling zu produzieren, da schlagen die royalen Seismographen schon bei den leisesten Abweichungen aus.

Was sollte Pippa nun tun? Tee trinken und abwarten vielleicht? Eine alte britische Weisheit, die in ihrem Buch unter der Rubrik "Mit Teeblättern zur inneren Gelassenheit" zu finden sein könnte. Oder einen seriösen Mann finden - für den sie dann ihre Rezepte nachkochen kann. Dann war die Mühe, Pippas Banalitäten in einem Bildband festzuhalten, nicht gar so umsonst.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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