Unterhaltung
Frack, Fliege, blasierter Blick - so kennt man Max Raabe.
Frack, Fliege, blasierter Blick - so kennt man Max Raabe.(Foto: picture alliance / dpa)

Unterkühlt, staubtrocken - witzig: Raabe feiert 50. Geburtstag

Mit Charisma, einer gewissen Steifheit und leiser Ironie schafft Max Raabe es immer wieder, sein Publikum zu begeistern. Und wenn er da so auf der Bühne steht, als sei er gerade den 20er Jahren entsprungen, dann wirkt er, als könne er nie älter werden. Jetzt hat der erfolgreiche Schlagersänger aber doch das halbe Jahrhundert geschafft.

Max Raabe wirkt, wie aus der Zeit gefallen: Blasierter Blick, pomadiges Haar, Frack mit Fliege. Auch seine Lieder aus den Goldenen Zwanziger Jahren sind reichlich retro. Und doch schafft es der Berliner Bariton, mit einer besonderen Mischung aus Steifheit, Charisma und leiser Ironie das Publikum zu begeistern. Die Tourneen mit seinem Palast Orchester sind im In- und Ausland regelmäßig ausverkauft. Sein letztes Album "Küssen kann man nicht allein" gewann Platin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am 12. Dezember wird der unaufgeregte Star 50 Jahre alt. "Ich habe keinen Grund, mich zu bejammern, mir geht's besser denn je", sagt Raabe. "Stimmlich bin ich auf der Höhe wie nie zuvor. Und dann kommt im Frühjahr unser neues Album heraus - da hab ich gar keine Lust, nach hinten zu blicken."

Das neue Album "Für Frauen ist das kein Problem" entstand wie das vorige in Zusammenarbeit mit der Popmusikerin und Produzentin Annette Humpe (Ich + Ich). Es erscheint Mitte Januar 2013 und versammelt 13 neue Songs des erfolgreichen Duos - von "Ich bin nur gut, wenn keiner guckt" bis zum programmatischen "Am Ende kommt immer der Schluss". Der Titelsong wurde gerade als eSingle (Audiodatei auf Internet-Plattformen) veröffentlicht.

Musikalscher Ritterschlag

Wie Raabe (eigentlich Matthias Otto) zur Musik kam, weiß er selbst nicht so genau. "Ich habe schon angefangen zu singen, als ich Messdiener in Westfalen war und bei den Pfadfindern", erzählt er. "Wenn es da so bunte Abende gab, habe ich den Zylinder meines Vaters rausgekramt und losgelegt."

Während seines Gesangsstudiums in Berlin gründet er 1986 mit zwölf Freunden von der Musikhochschule das Palast Orchester, das sich in den Folgejahren von einem Berliner Geheimtipp zum international anerkannten Show-Event entwickelt. Höhepunkte sind eine Tournee nach Israel und ein umjubelter Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall - der Ritterschlag für jeden Musiker.

Seinen Durchbruch hatte der staatlich geprüfte Opernbariton 1992 mit dem selbstkomponierten und elegant vorgetragenen Lied "Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich". Ansonsten aber konzentriert er sich auf die Schlager der 20er und 30er Jahre, die durch die Comedian Harmonists berühmt wurden.

Evergreens mit neuem Witz

Durch seinen unterkühlten, staubtrockenen Vortrag gewinnen Evergreens wie "Der kleine grüne Kaktus" oder "Irgendwo auf der Welt" einen ganz neuen Witz. Mehr als 500 Stücke hat das Orchester inzwischen im Repertoire, viele auf Flohmärkten oder in Archiven entdeckt. Dazu kommen die neuen Songs, die er mit Annette Humpe und dem Klavierspieler Christoph Israel entwickelt hat.

Nach wie vor lebt der gebürtige Westfale gern in Berlin ("allein, nicht ganz, aber allein in meiner Wohnung"). Stundenlanges Üben hat er wegen seines "robusten Stimmorgans", wie er sagt, nicht nötig. Und auch wenn es zum runden Geburtstag eine Fete gibt, will er den Termin nicht allzu ernst nehmen.

"Die 50 ist für mich nur eine Zahl, wenn auch eine sehr blöde", sagt er. "Ich kann mich erinnern, als mein Vater 50 wurde. Da kamen die Feuerwehrkapelle und der Schützenverein, und meine Mutter hat Gläser auf dem Tablett herumgetragen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich so alt bin, wie er mir damals vorkam."

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen