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Blondinen unter sich - Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, das steht mal fest.
Blondinen unter sich - Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, das steht mal fest.(Foto: obs)

Die schrecklich netten Geissens: Rooobert ist wieder da - und kocht

Von Sabine Oelmann

Minus mal minus ist plus - so einfach geht das: Das ist die Zauberformel, nach der "Die Geissens" funktioniert, und das ist wohl auch das Prinzip, das die beiden Proll-Protagonisten mit Herz und Schnauze nicht nur zu Millionären, sondern auch zu Quotenlieblingen gemacht hat.

"Die Geissens": Man liebt sie oder man hasst sie. Sie sind schrecklich. Ordinär, laut, nörgelig, undankbar, geschmacklos - aber irgendwie auch süß. Erstaunlich süß und geradezu normal im besten Sinne sind ihre Kinder übrigens, die Shania (Sprich: Schäneia) und die Davina (sprich: wie man's schreibt). Mit vollem Namen heißen die niedlichen Girls übrigens Davina Shakira und Shania Tyra, und entgegen manch anderer Annahme müssen auch Kinder von Selfmade-Millionären selbst Hausaufgaben machen und sind stolz, wenn sie gut in Mathe sind. Mama Carmen sieht das jedoch entspannt, Hauptsache, das Kind kann toll malen. So weit, so pädagogisch wertvoll, aber die Blondine mit der Rock-Röhre hat dem natürlich noch etwas Urkapitalistisches hinzuzufügen: "Wenn du toll malen kannst, dann kannst du das später teuer verkaufen!" Ach, so geht das, mit dem Reichwerden.

Baby, you can drive my car? Mitnichten! Hier fährt Vatti!
Baby, you can drive my car? Mitnichten! Hier fährt Vatti!(Foto: obs)

Die beliebte RTL-II-Reihe mit den "Geissens" ist in die fünfte Runde gegangen und fesselte immerhin 1,74 Millionen Menschen (5,3 Prozent) am Montagabend vor ihren TV-Geräten. Wieder lassen uns die nach Monaco übergesiedelten Ex-Kölner an ihrem rasanten Leben auf der Überholspur teilhaben. Moment mal, rasant? "Rooobert" macht in der Folge eigentlich nichts anderes als in der Küche stehen und Marmelade kochen und Hähnchen braten. Wie bitte? Ja, die Kinder sollen wissen, was sie da essen, und wie es zubereitet wird. "Die Geissens" go "Super Nanny" oder was? Trash-TV mit erzieherischem Tiefgang? So schlimm wird's nicht, aber schon lustig, wie der Macho da in der Küche steht und über Happa-Happa philosophiert. Jäh unterbrochen werden seine jamieoliveresken Ausführungen nur durch spontane Schimpftiraden, wenn Carmen die heiligen Hallen betritt und schmutzt.

Wo Robert ist, ist vorne

Heilige Halle ist übrigens noch immer überall da, wo der Meister persönlich sich aufhält: Egal, ob im Bürro, in der Küche, am Strand, im Restaurant, im Hälli (Helikopter) - wo Robert G. ist, da ist nicht mehr viel Platz für andere. Bewundernswert, wie die gute Carmen sich dann doch noch immer ein bisschen Luft zum Atmen (natürlich nur die von Robert vorher ausgeatmete) verschafft. Oder naiv? Oder unsensibel? Bei anderen Paaren würde schon längst die Hütte brennen, kaum ein Mann darf seine Frau heute noch so ungestraft schicken, beschimpfen und bevormunden wie der Robert seine Gattin.

Nicht kleckern, klotzen!
Nicht kleckern, klotzen!(Foto: obs)

Gucken wir das deswegen so gerne? Nun, es ist anstrengender geworden, den beiden beim Leben zuzuschauen, das ewige Gejette zwischen Monaco, Côte d'Azur und anderen Hot-Spots der feinen Gesellschaft verschafft selbst der eingefleischtesten Couch-Potatoe eine Art Jetlag. Und auch die Geissens selbst wirken ein wenig verschlissener als sonst. Es gab Gerüchte über den Zustand der Ehe, und Carmens Alleingang ins Pop-Geschäft wurde von Robert mit Argwohn betrachtet - jedenfalls wurde das so kolportiert. Auch die Erziehungsmethoden der beiden Bling-Bling-Blondinen wurden öffentlich diskutiert - sollten wir da jetzt etwa ins fast normale, alltägliche Leben der Trash-Titanen eingeweiht werden? Sorry, aber das haben wir ja selbst. Gut, wir spielen nicht mit teuren Drohnen und spionieren bei unseren Nachbarn im Garten, und wenn wir sowas kaputt machen würden, dann wäre der Gatte aber sauer - übrigens eine der wenigen charmanten Eigenschaften des 49-Jährigen: er ist nie lange böse, wenn seine Carmen mal wieder Mist gebaut hat. Und wir verfügen wahrscheinlich auch nicht über ein Familienwappen - die Geissens jetzt schon, denn die 47-Jährige wollte ihrem Schatzi auch mal etwas nicht so Materielles schenken und entschied sich für Tradition. Und letzten Endes meint der Robert es ja nicht so: Er liebt seine Carmen, is' ja auch so schön bequem, jede andere müsste neu angelernt werden, und so richtig viele vom Schlage einer Carmen gibt's auch gar nicht mehr, wenn wir mal ehrlich sind. 

Ach ja, und der Robert macht wieder in Mode, Fashionistas aufgepasst. Nachdem er vor Jahren seinen Reichtum darauf begründete, die Bodybuilder-Marke "Uncle Sam" (gegründet mit seinem Bruder, der inzwischen wieder bei Uncle Sam arbeitet) für ein paar Milliönchen zu verkloppen, langweilt sich Vatti. Deswegen gibt es jetzt "Roberto Geissini" - kein Scherz. Für alle, die mal auf dicke Hose machen wollen, den Kleinbürger in sich aber nicht ganz verheimlichen können.

Nächsten Montag gucken wir nochmal, wir wollen wissen, wie die Geissens so in Asien zurechtkommen: "Boah, Roobert, kuck ma', keine einzige Blondine hier!"

Quelle: n-tv.de

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