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Jean Rochefort sah die Arbeit vor der Kamera als Nebenerwerb, sein eigentliches Interesse galt dem Theater.
Jean Rochefort sah die Arbeit vor der Kamera als Nebenerwerb, sein eigentliches Interesse galt dem Theater.(Foto: dpa)
Montag, 09. Oktober 2017

Mit Schnauzbart in den Olymp: Schauspieler Jean Rochefort ist tot

"Der Große Blonde mit dem schwarzen Schuh" und "Der Graf von Monte Christo": Jean Rochefort gehörte zu den Lieblingsschauspielern der Franzosen. Der Nachwelt hinterlässt er mehr als 150 Kino- und Fernsehfilme.

Sein Schnauzbart gehörte ebenso zu seinen Markenzeichen wie seine eigenbrötlerischen Rollen. Zu den bekanntesten zählt der verkniffene Geheimdienstchef Colonel Toulouse in "Der Große Blonde mit dem schwarzen Schuh". Die Agentenfilm-Parodie machte Jean Rochefort auch in Deutschland bekannt. Nun ist der Schauspieler in der Nacht zum Montag im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Nachwelt hinterlässt Rochefort mehr als 150 Kino- und Fernsehfilme, darunter die unvergessliche Historienkomödie "Wenn das Fest beginnt" von Bertrand Tavernier. Darin spielt er brillant einen zynischen Frauenhelden.

Vom englischen Dienstboten, der sich vor der Arbeit scheut in "Die Leiden eines Chinesen in China" bis hin zu einem vereinsamten Radiojournalisten in "Tandem": Rochefort fühlte sich in allen Rollen wohl - denn er hatte ein einfaches Erfolgsrezept. "Bevor ich eine Rolle annehme, frage ich mich, ob der Film unseren Zeitgenossen etwas Entsprechendes anbieten kann", erklärte er.

Mitte der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre war er bereits ein gefragter Schauspieler. Außer mit Tavernier arbeitete Rochefort mit Regiegrößen wie Luis Buñuel, Philippe de Broca, Robert Altman, Patrice Leconte. Aber auch Nachwuchsregisseure wie Philippe Haim holten ihn vor die Kamera. Mit "Kerzenlicht" wandte sich Rochefort auch ernsthafteren Rollen zu, denen viele weitere folgten, darunter die als Inspektor in dem Krimidrama "Der Uhrmacher von St. Paul". In dem deutschen Liebesdrama "Grandison" von Achim Kurz verkörpert er einen zu Reichtum gekommenen Perückenmacher, der sich das Leben nimmt. Zu seinen späteren Erfolgen gehören die Titelrollen in "Der Mann der Friseuse" (1989) und "Der Killer und das Mädchen" (1993).

Die Arbeit vor der Kamera sah der in Paris geborene Schauspieler eigentlich mehr als Nebenerwerb, denn sein Interesse galt ursprünglich dem Theater. Er spielte auf vielen Pariser Bühnen und feierte Erfolge in Stücken von Harold Pinter, Peter Ustinov, Henry Miller und David Mamet. Erst Tavernier weckte Rocheforts Interesse für die siebte Kunst.

Rochefort mied das Rampenlicht. In seiner Freizeit widmete er sich den Pferden. Er besaß einen Pferdehof in der Nähe von Paris. Über sich selbst sagte er einmal, dass er zu Frankreichs Kulturgut gehöre, so wie der Schinken von Bayonne.

Quelle: n-tv.de

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