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In einem Fernsehinterview schildert Sinéad O'Connor das Leiden ihrer Kindheit.
In einem Fernsehinterview schildert Sinéad O'Connor das Leiden ihrer Kindheit.(Foto: Youtube/The Dr. Phil Show)
Mittwoch, 13. September 2017

"Endloses Rad des Missbrauchs": Sinéad O'Connor schildert ihr Martyrium

Es müssen unvorstellbare Qualen gewesen sein, die Sinéad O'Connor bereits als Kind erleiden musste. In einem Fernsehinterview berichtet sie von den Schlägen ihrer Mutter und verrät den schrecklichen Grund für ihren rasierten Kopf.

Was Sinéad O'Connor in der US-Show des TV-Psychologen Dr. Phil offenbart, geht unter die Haut. Unter Tränen erzählte die Sängerin von den jahrelangen Misshandlungen durch ihre eigene Mutter Marie - sowohl physisch als auch emotional. Sie sei in einem "endlosen Rad des Missbrauchs" gefangen gewesen, so die 50-Jährige. Dennoch habe sie ihrer Mutter, die bei einem Autounfall verstorben ist, längst verziehen.

Freiheitsentzug und Schläge bis zur Bewusstlosigkeit - so soll O'Connors Kindheit und Jugend ausgesehen haben. Während sich ihre Mitschüler auf die Sommerferien freuten, bedeutete die freie Zeit für O'Connor schlicht bloße Angst. Sie habe nicht mit ihrer Mutter alleine sein wollen, erzählte sie. Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihren drei Brüdern habe sie damals alles versteckt, womit ihre Mutter ihnen hätte schaden können.

Eine Kindheit ohne Liebe

Schon als kleines Kind habe sie sich zu Hause unerwünscht gefühlt, so O'Connor. Das erste, woran sie sich erinnern könne, seien die Worte: "Du hättest niemals geboren werden dürfen". Und das ließ ihre Mutter Marie sie ihr zufolge deutlich spüren. Mit kurzen Haarschnitten und gezielten Schlägen auf den Unterleib soll sie versucht haben, aus ihrer Tochter einen Jungen zu machen. Immer wieder habe die Heranwachsende während der Torturen die Worte "Ich bin Nichts" über ihre Lippen bringen müssen. Bis sie nicht mehr konnte: "Nach einer Weile glaubt man es einfach", so O'Connor.

Ihr rasierter Kopf ist ihr Markenzeichen. Doch hinter dem Kahlschnitt der Sängerin steckt eine furchtbare Geschichte. Nicht nur ihre Mutter habe sich an ihr vergriffen. Wie O'Connor gesteht, soll sie in ihrer Heimat Irland auch mehrmals von Fremden misshandelt worden sein. Als Selbstschutz griff sie zum Rasierapparat. "Ich wollte nicht mehr hübsch sein", erklärt die Musikerin ihre Entscheidung. Hübsch zu sein sei auf dieser Welt zu gefährlich.

Marie starb, als O'Connor 19 Jahre alt war. Trotz der jahrelangen Qualen könne sie ihrer Mutter nicht böse sein, sagte die Sängerin. Vielmehr warte sie auf den Tag, an dem sie endlich "in den Himmel kommt", um sie dort wiederzusehen. So erklärt sie auch ihre immer wiederkehrenden Suizidgedanken. "Ich vermisse sie schrecklich."

Quelle: n-tv.de

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