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Yes - he can!: Tango-Stunde mit Barack Obama

Von Sabine Oelmann

"Diesen Tango tanz' ich nur mit dir, zwo, drei, vier, wenn ich auch mein Herz dabei verlier' ..." sang bereits Theo Lingen. Und wenn wir uns erinnern: er war nicht unbedingt der begnadetste Tango-Tänzer. Da macht der Präsident der Vereinigten Staaten schon mehr her.

Wie wir ihn vermissen werden, den Barack! Das wissen die meisten jetzt noch nicht, denn es gibt ja immer was zu meckern und zu viele Katastrophen und Krisenherde auf der Welt, und es gibt ja auch noch unsere Kanzlerin, die alles falsch macht. Und viel lieber informieren wir uns darüber, wie sich Frau Frauke Petry und ihr Parteiliebhaber Pretzell (übrigens die englische Aussprache für "Bretzel", das nur so am Rande, vollkommen unwichtig natürlich, auf das Laugengebäck hinzuweisen) kennengelernt haben. Dem Magazin "Bunte" gaben die beiden Turteltäubchen und Familientiere (jeweils vier Kinder, die sie jetzt mal strenggenommen "verlassen haben") ein mehrseitiges Interview darüber, wie sie so zusammenfanden und wie sie es mit ihren Kindern hinbekommen. Wen interessiert das? Uns würde viel mehr interessieren, wie die Kinder es mit ihren Eltern hinkriegen. Nun ja, das muss die Faszination des Bösen, die uns so was lesen lässt.

Egal, die ersten guten Nachrichten Frau Petry und ihre Mannen betreffend sind die Nachrichten, die uns verkünden, dass die Partei sich wieder im niedertourigen Bereich befindet und die Frau mitsamt Liebhaber ausgewandert ist. Eigentlich war das Thema auch ein ganz anderes, und zwar: Der Präsident tanzt.

Barack Obama wurde schon öfter dabei gesehen, wie er ein paar Zeilen singt, wie er tänzelt, zum Beispiel beim Inauguration-Ball, mit seiner Gattin, eng und vertraut, zum Dahinschmelzen, und auch sonst ist der Mann so locker und unbeschwert im Umgang mit anderen Personen, dass es eine wahre Freude ist. Wir wollen hier weder die Verdienste noch die Versäumnisse des ersten farbigen Präsidenten der Vereinigten Staaten aufzählen, das kommt noch, nur, dass er so dermaßen wie ein Mensch rübergekommen wie kaum ein anderer Präsident zuvor. Kaum auszumalen, was passiert, wenn Donald Trump an die Macht kommt, und sicher ein großes Glück, wenn Hillary Clinton es schafft.

(Foto: REUTERS)

Aber diese Aura, die der Mann mit seinen heranwachsenden Töchtern, seinem Hund und seiner sehr speziellen Frau, die oft kluge Sachen gesagt und gemacht hat, aber wenig eigene politische Ambitionen zur Schau stellte, die großartige Oberarme hat, aber auch leider einen Hang zu zu plissierten Röcken, die eifersüchtig ist, wenn ihr Mann zu sehr mit einer dänischen Premierministerin schäkert und die eine ganze Nation in die Knie gezwungen hat, mehr Sport zu treiben, die werden wir vermissen. Den Mann, der sagt, dass er sehr auf die Kurven seiner Frau stehe und dass sie ein gutes Vorbild nicht nur für seine Töchter, sondern für alle Mädchen ist. 

Dieses Paar verströmt eine Empathie, die ihresgleichen sucht. Man wird lange danach suchen müssen. Wenn Barack Obama seinen Mitarbeiterinnen vom Heli bis zum Eingang den Schirm anbietet, weil es in Strömen gießt und es tatsächlich nur einen Schirm gibt, oder wenn er eine Hundertsechsjährige im Weißen Haus empfängt und mit ihr lacht und singt und tanzt, weil sie es tut aus lauter Übermut, dann spürt man diese Wärme, die vom mächtigsten Mann der Welt ausgeht und der seinem Gegenüber anscheinend jede Scheu nimmt.

Und deswegen ist es auch in Ordnung, wenn der Präsident beim Tango nicht die Hosen anhat und sich führen lässt. Man hat schon schlechtere Tänzer gesehen. Und nein, Michelle hatte keinen Grund, eifersüchtig zu sein, sie tanzt nämlich auch mit einem Profitänzer, gar nicht mal so übel. Die Chancen, sie eines Tages bei "Let's Dance" wiederzusehen, stehen wahrscheinlich dennoch schlecht.

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Quelle: n-tv.de

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