Unterhaltung
Fürsts "Botox-Boy" hat extra eine Torte eingeflogen.
Fürsts "Botox-Boy" hat extra eine Torte eingeflogen.(Foto: Andreas Friese)

Das perfekte Promi Dinner: Von Sojamilch und Serienkiller-Buden

Von Verena Maria Dittrich

Raucherin Helena sieht in Soja akute Krebsgefahr, Menderes brutzelt sich was und Dr. Darwin philosophiert, bis einem spanisch wird. Nur Nathalie hütet ein mörderisches Geheimnis. Wurden ihre Vormieter im Bad einbetoniert?

"Er muss noch das Fokussieren in sich selbst lernen", sagt Dr. Darwin über Menderes und überreicht ihm eine spirituelle Uhu-Kerze, damit der Dschungel-König seine messie-mäßige Ein-Zimmer-Butze vor bösen Geistern reinigen kann. Dabei müsste in der Hütte eigentlich viel dringender feucht durchgewischt werden!

Das Junggesellen-Appartement macht nicht nur einen chaotischen Eindruck, sondern sieht derart erbärmlich aus, dass man sich am liebsten selbst anbieten möchte, um da mal klar Schiff zu machen. Extra fürs Dschungel-Spezial-Promi-Dinner ist Menderes aber zu Ikea geschlurft und hat Teller, Tischdeko und Besteck für seine Gäste David Ortega, Helena Fürst und Nathalie Volk gekauft. Der süße Ewok, der seine Gerichte auf zwei jämmerlichen Kochplatten zurechtbrutzelt, knallt zwar ordentlich Salz und einen Spritzer Parfüm auf die Auberginen-Scheiben, aber solange man den Gaumengraus mit Wasser nachspülen kann, ist alles halb so schlimm.

Soja - der böse Krebserreger!

Das findet auch Helena Fürst, die sich nach der Vorspeise, einer mickrigen Knifte mit etwas Humusanreicherung an Kartoffelchips, erstmal gemütlich eine ansteckt. Sofort wird sie von Ortega von der Seite angemacht, ob es denn okay sei, wenn sie in Menderes' Kaninchenbau eine durchbläst. Schließlich muss er ja da auch schlafen. "Also hör mal", echauffiert die Fürstin sich, "ich rauche! Ich rauche, seit ich 16, 15 oder 14 bin, aber meine Lunge ist ganz rein!" Echt fetzig, dass die Fürstin sich über ihre Lunge keine Sorgen macht, dafür aber die Krise kriegt, als Nathalie - "wir sind die Volk" - ihr ein Dessert mit reinster Sojamilch unterjubeln will. "Soja macht dumm und erzeugt Krebs", so die grummelige Glimmstängel-Nucklerin.

Vier Orgelpfeifen aus dem Dschungel, vereint an einem Küchentisch
Vier Orgelpfeifen aus dem Dschungel, vereint an einem Küchentisch

Nachdem Auftakt-Koch Menderes für seine seltsame Kochplatten-Komposition mehrere Lobe eingeheimst hat, versucht auch Dr. Darwin Ortega, seine Gäste maximal zu beeindrucken. Das gelingt ihm kurzfristig mit einer Bude, die nicht seine ist. Stolz führt der Philosoph durch die edlen, fremden Gemächer: "Jeder Stuhl ist ein Unikat, es gibt von jedem jeweils zwei". Momentchen, mag jetzt so mancher denken, hab ich mich gerade verhört? Natürlich nicht, denn Deutschlands spanischster Philosoph lässt sich nicht lumpen, seine ortegischen Weisheiten kundzutun. "In echt ist er noch viel intelligenter, im Dschungel war er eher nur philosophisch unterwegs", erklärt eine Freundin den "Auf-Alles-Steher".

Der Mann mit den "aktivierten Cojones" überzeugt mit seinem "Essen der Dummen" und ist im Nachhinein froh, nicht nur nach seinen "Äußerlichkeiten" bewertet worden zu sein. "Es gibt viele Menschen, die äußerliche Wertigkeiten wert legen, sie versuchen, sich von außen nach innen vorzuarbeiten, aber das ist schwieriger, als sich von innen nach außen vorzuarbeiten." Hamse das jetzt verstanden? Nicht? Das kommt davon, weil Sie zu wenig "bodenständige, spanische Küche" essen!

Kurzauftritt Elvers nebst Manager

Bodenständig geht’s auch bei Nathalie Volk zu, die ein "traditionelles ukrainisches Paprikagericht" serviert, das auch genau so heißt und wahlweise mit Brot und gedünsteten Auberginen gegessen werden kann. Auch die Wohnung der "Bonzen-Tochter" ist optisch mindestens so beeindruckend, wie das Gedicht vom Erlkönig einen als Kind das Gruseln gelehrt hat. Alles ist im schlimmsten Gelsenkirchener Barock gehalten: braune Vorhänge, eine riesige braune Schrankwand, braune Teppiche, braune abgehangene Decken - die perfekte Kulisse für einen Dreh zum Thema: "Hilfe, mein Nachbar ist ein Meuchelmörder und Serienkiller".

Superb ist auch der Kurzauftritt von Jenny Elvers nebst Bald-Gatte und Nathalie-Manager, Steffen, die der "von Wolfgang Joop sehr gern Abgeknutschten" noch schnell ein paar Servietten bringen, weil die eigenen nämlich höchstwahrscheinlich zum Abdecken der Leichen im Keller draufgegangen sind.

"Naaaaathalie", der es nicht so wichtig ist, ob es richtigerweise nun "Aperitif, Aperativ oder Apela ... ähm" oder so ähnlich heißt, möchte, wenn sie mit dem Kochen fertig ist, vielleicht mal was mit "Medien" studieren. Keine blöde Idee, falls sich ihr fast vierzig Jahre älterer millionenschwerer Otto urplötzlich an einem Apfel verschluckt, während Schneewittchen sich gerade die Lippen nachschminkt.

"Vergangenheit ist Vergangenheit"

"Schuhe aus und Fresse halten" heißt es bei Helena Fürst: Ortega scheint trotzdem recht entspannt bei der Sache zu sein.
"Schuhe aus und Fresse halten" heißt es bei Helena Fürst: Ortega scheint trotzdem recht entspannt bei der Sache zu sein.(Foto: Andreas Friese)

Dafür - und das muss man wirklich noch einmal betonen - ist ihre Butze wirklich sehr sehr "kulturell". Im Flur prangen auf einer gewaltigen Holzvertäfelung die Insignien der Vormieter, die, so wie es im Badezimmer aussieht, möglicherweise dort gleich eingemauert wurden. Aber wollen wir mal nicht so kritisch sein, lieber in die Zukunft schauen und Davids Aphorismen über das Leben und die Vergangenheit lauschen. Ja, "die Vergangenheit ist Vergangenheit, das kann man schon so sagen, dass Vergangenheit Vergangenheit ist".

Zur Vergangenheit gehört auch, dass Nathalies Großvater früher mal Pilot war und "die ersten Hunde zum Mond geschickt hat". Ortega kann kaum glauben, was er hört: "Hunde auf dem Mond? Wie jetzt? Hihi, haha, hääääää?"

Schuhe aus! Ruhe! Hört auf!

Eine Gastgeberin vom Mond ist auch die "staatlich geprüfte Betriebswirtin incl. Fachhochschulreife" Helena Fürst: "Schuhe aus!", Fresse halten! "Hört auf Witze zu machen!", mahnt sie die drei Orgelpfeifen, die ständig auf die krumme Idee kommen, ihr in ihre Plastedeko-Tischparade zu fahren und sich erdreisten, die Kunstblumen gegen ein echtes Gesteck auszutauschen. Dafür gibt sich die Frau, die "halb Europa kennt" mit ihrem Dinner beinahe legatische Mühe, die hungrige Crowd zu unterhalten: "Ich bin jetzt in der Unterhaltungsbranche - ich unterhalte! Ich kann schreien, lachen, tanzen".

Zum Schreien ist auch Helenas Pilz-Sahnesauce, die so "schleimig" ist, dass David vorsichtig moniert, möglicherweise gleich zu ersticken. Dafür munden halbwegs die Falafeln an Pimientos und die vom "Botox-Boy" extra eingeflogene Sachertorte. Im Hause Fürst wird Gastfreundschaft eben großgeschrieben!

Von nun an mögen alle Helena-Nörgler unverzüglich in Nathalies Badezimmer einbetoniert werden! Was möglicherweise nicht ganz so schlimm wäre, wie sich lebenslänglich eine Autogrammkarte von der "Es ist geil, ein Arschloch zu sein" - Performerin auf den Nachttisch stellen zu müssen.

Die meisten Punkte hat am Ende der ortegische Philosoph eingefahren. Sein Menü hat den Dschungel-Absolventen am besten gemundet. Da ging es dann vielleicht doch mal von innen nach außen, oder war es umgekehrt?

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen