Unterhaltung
Sagen wir es so: Kochen kann Attila Hildmann besser als tanzen.
Sagen wir es so: Kochen kann Attila Hildmann besser als tanzen.(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

"Let's Dance" - die zweite Live-Show: Von heißen Hintern und kalten Schnauzen

Von Verena Maria Dittrich

Niels disst Jorge, Sonja geht zu schnell die Pumpe und Attila verwechselt seine Tanzpartnerin mit einem Blumenkohl. Den heißesten Befruchtungstanz des Abends aber legt einer hin, den niemand auf dem Schirm hatte.

"Iss mal ein schönes Filet, hau' einen raus und vernasch' den Hasen", krakeelt Llambi. So schnappatmig hat man den Jury-Guru lange nicht erlebt! Verständlich, denn Würstchen-Querulant Hildmanns Rumba zu "When I was Your man" von Bruno Mars, wirkt im Auge des Betrachters wie eine einzige Verweigerungsgeste. Anstatt die Arschbacken zusammenzukneifen und schön Schmackes auf dem Tanzparkett zu geben, lässt der Möhrchen-Fresser seine Partnerin die ganze Arbeit alleine machen. "Da steht doch kein Blumenkohl neben dir", zählt Llambi den Mann, der "vor fünf Wochen noch nicht einmal wusste, wie Tanzen buchstabiert wird", lautstark an.

Im Vergleich zu Hildmann hüpft Hasi-Hasardeur Hässler wie ein junger Gott beim Tanztee. Und auch Julius "Chulio" Brink, der "Blondi-Casanova" (Jorge), der mit seiner Ekaterina eine Rumba zu "She's The One" von Robbie Williams darbietet, holt die Jury voll und ganz ab: Llambi, vom Balztanz noch leicht neurasthenisch, attestiert den beiden: "Oh, Ihr habt Euch gegenseitig befruchtet."

Wie ein toter Wal auf der Tanzfläche

Ja, Tanzen sieht immer so einfach aus! Wie schwer es aber tatsächlich ist, beweist Sonja Kirchberger, die versucht, mit Ilia Russo den Jive zu "Je Veux" von ZAZ flott zu tanzen. Dass anderthalb Minuten aber barbarst lange sein können, wird einem spätestens klar, wenn die Kondi nach dreißig Sekunden flöten geht.

Hat es auch nicht leicht so eine Jury: Jorge Gonzalez, Motsi Mabuse und Joachim Llambi.
Hat es auch nicht leicht so eine Jury: Jorge Gonzalez, Motsi Mabuse und Joachim Llambi.

Stichwort Kondi: die hat Niels Ruf auch - und zwar im Großfressentum! Der bäuchige "Bad Boy", der einem mit seiner machohaften Exaltiertheit bisweilen tierisch auf den Senkel geht, versucht sich mit einer fast schon arschigen Ambitionslosigkeit an einem Jive. "Wie, wenn man einen toten Wal von der Tanzfläche wegschiebt", schätzt das Backpfeifengesicht seinen "Enten-Walk" wenigstens selbst richtig ein. Wer aber meint, Nielsi gibt sich in der zweiten Show zumindest ein bisschen kleinlauter, irrt. Erneut legt er sich mit Llambi an, der frankenversteinert von ihm verlangt, sich für seinen dreisten Sylvie-Ich-kann-deine-Füße-in-den-Mund-nehmen-Spruch von letzter Woche zu entschuldigen. Dass macht der alte Dünkel dann auch auf seine nielsige Art und sucht sich prompt ein neues Opfer: "Ich tanze schon besser, als du Deutsch sprichst", macht er Jorge spanisch von der Seite an – womit er natürlich nicht ganz unrecht hat.

"Ein unbekümmertes Rehlein"

Dass beim Tanzen aber auch immer wieder "Wunder" geschehen, beweist der Wendler. Obwohl er mit der Gemütlichkeit eines Fahrstuhlführers über das Parkett schlurft und "seinen Po ständig zu weit nach vorne schiebt", findet Llambi die Haltung des lazy Slowfoxers "okay".

Weit mehr als nur okay ist das, was Freebird Pallaske und Massimo Sinató dem Publikum in der zweiten Live-Show bieten. Das "Stehauffrauchen", das irrtümlicherweise lange das Bild transportierte, gewaltig einen an der Murmel zu haben, jivt wie ein "junges unbekümmertes Rehlein" über das Parkett, bringt dabei aber gleichzeitig "die Erfahrung einer reifen Frau" mit - eine hochexplosive Mischung, die Llambi "unheimlich anmacht". "Da stimmt einfach alles!", schwärmt der Tanzonkel.

Sich angemacht fühlen kann man sich auch vom Slowfox von Victoria Swarovski und ihrem Belami, Erich. Obwohl die Swarovski wie ein "Rohdiamant" ist, muss sie dennoch aufpassen, dass ihr Kontrahent Eric Stehfest sie nicht überfunkelt. Von "Hoche" als Multitalent und "British Gentleman" gepriesen, sind scheine Schultern zwar noch ein wenig zu hart, aber so lange die Frauen lieben, wie er tanzt, muss er sich keinen Kopf machen.

Zu viel Kopflastigkeit kann nämlich ratzfatz nach hinten losgehen! Das sieht man vor allem an dem noch "zu braven und zu unerotischen" Tanzmariechen Sarah Lombardi, der vor lauter Nervosität fast das Hirnschmalz verlustig geht. "Lass die Sau raus!", animiert Llambi die Verhopplerin nach ihrer Salsa.

Die liebliche Welt des Tanzes

Ein bisschen zu brav, dafür aber viel besser als in der Auftaktshow tanzt auch Nastassja Kinski. Kurz vor dem Befreiungsschlag huscht die Verhuschte an der Seite ihres Seelenflüsterers, Christian Polanc, in die liebliche Welt des Tanzes.

Diese soll dem törichten Tändler Niels Ruf jedoch für immer verborgen bleiben. Schon in Runde zwei muss die hämische Hüpfburg die Geige einpacken. Welch Glück für seine arme Partnerin Oti, die dieses Drama nicht länger über sich ergehen lassen muss und sich zur Feier des Tages hoffentlich so dermaßen einen anzwitschert, dass sie sich an das Dilemma am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann.

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Quelle: n-tv.de

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