Unterhaltung
Die Welt lag ihnen zu Füßen.
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Donnerstag, 20. März 2014

Nach L’Wren Scotts Tod: War's das mit den Rolling Stones?

Von Sabine Oelmann

Sie haben ihre Tour abgesagt. Sie sind am Boden zerstört, alle. Sie wissen auch, dass sie ihre Fans natürlich enttäuschen, wenn sie nicht mehr auftreten. Aber kann diese Band, kann dieser Mick Jagger je wieder der Alte sein, nachdem seine Verlobte sich das Leben genommen hat? Eine Bestandsaufnahme.

Einige finden ja, dass man aufhören sollte, wenn es am schönsten ist. Aber wann ist es am schönsten im Leben eines Rolling Stone? Früher, als das Leben noch wilder war, die Groupies sich den Rockern zu Dutzenden an den noch nicht faltigen Hals warfen? Oder jetzt? Wo es nicht mehr ganz so viele Groupies waren, die Herren-Combo abends vielleicht noch fein Zigarre zusammen raucht und dann jeder - allein - in sein Hotelzimmer verschwindet, Frauen, Kinder und Enkel anruft und dann auf dem iPad "Bubbles" spielt? Zugegeben, wir wissen es nicht, und beides hat was, aber ehrlich mal: Wie wird es weitergehen mit den Rolling Stones?

Daddy's Girl: Mick Jagger und seine Tochter Jade im Jahr 1984.
Daddy's Girl: Mick Jagger und seine Tochter Jade im Jahr 1984.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Alle vier – Keith Richards, Ronnie Wood, Charlie Watts und Sir Mick himself – haben sich inzwischen geäußert zum Tod von L’Wren Scott, der Frau, die den umtriebigsten der Stones gezähmt haben soll. Im Magazin "Rolling Stone" sagt Richards: "Das hat niemand kommen sehen. Mick war immer mein Seelenverwandter. Wir sind alle zu Tode betrübt und fühlen mit ihm mit. Wir sind sehr bekümmert, dass wir unsere Fans nun enttäuschen müssen und die Konzerte (vorerst) absagen mussten, aber wir werden uns bald alle wiedersehen." Gut, das klingt nicht nach einem Total-Abschied von der Bühne. Und auch die Tatsache, dass die Ticketbesitzer informiert wurden, ihre Karten zu behalten, lässt darauf hoffen, dass die Männer nach einer angemessenen Zeit wieder auf die Bühne kraxeln werden. Aber was ist eine angemessene Zeit? Wird Jagger je wieder der Alte sein können?

So fruchtbar, so furchtbar?

Er hat ja auf Facebook geposted, dass er nicht verstehen kann, wie er seine Liebe und seine beste Freundin verlieren konnte. Sie hätten wunderbare Jahre miteinander verbracht und ein tolles Leben gehabt. Das sagt Mick Jagger – aber würde sie das auch sagen? Es heißt, sie hätte Depressionen gehabt. Von den Schulden mal abgesehen, bei deren Begleichung ihr ihr Verlobter sicher gerne geholfen hätte, soll sie sehr darunter gelitten haben, dass sie keine "richtige" Familie hatte.

Auch Jerry Hall hat Kinder mit dem Womanizer.
Auch Jerry Hall hat Kinder mit dem Womanizer.

Sie selbst war ein Adoptivkind, und ihre anderen Geschwister, genauso adoptiert wie sie im Mormonenstaat Utah, haben viele Kinder, eine Schwester hat sogar acht und die "Bild"-Zeitung weiß, dass L’Wren Scott darauf in ihrem tiefsten Innern neidisch gewesen sein soll. Sagt diese kinderreiche Schwester. Und auch ihr Partner kann sich vor Kindern kaum retten: Sieben Stück mit vier Frauen, unzählige, quasi ständig neue geborene Enkel kommen inzwischen aus den Verbindungen mit Bianca Jagger und Jerry Hall hervor. Und immer ist er stolz und glücklich, so ein potenter, fruchtbarer Mann zu sein.

Warum also hatte er keine Kinder mit L’Wren? Das könnte auch ein Auslöser für ihre Depressionen gewesen sein, wird spekuliert. Es wirkte jedoch immer so, als sei sie eine Frau, die keine Kinder zum Glücklichsein braucht. Sie wirkte wie eine, die mit sich im Reinen ist, deren Kind ihre Mode ist, und die nicht unbedingt einen Ring am Finger und einen Mann braucht, der jeden Abend zu Hause ist. Es wirkte so, als habe sie, durch diese eher außergewöhnliche Art, diesen Mick Jagger genau da, wo andere ihn schon Jahrzehnte vorher haben wollten. Es wirkte immer so, als fräße er ihr aus der Hand. Er bewunderte seine große, stets lächelnde und talentierte, schöne Freundin.

Gern auch mit Männern

Sie helfen - und machen weiter!
Sie helfen - und machen weiter!(Foto: REUTERS)

Er jettete mit ihr um die Welt, sie zog ihn an, er machte Musik, sie war meist dabei, wenn er auf Tour war. Aber ist es an ihr tatsächlich spurlos vorübergegangen, dass der Mann mit quasi jeder Frau, der man im Show-, Musik- und Modebusiness begegnete, im Bett war? Es sollen an die 4000 gewesen sein, eklig eigentlich. Dass andere Frauen sagten, er sei ein "Sex-Vampir"? Diese Aussage stammt übrigens von der Therapeutin, die Ex-Ehefrau Jerry Hall aufgesucht hatte, nachdem die Ehe mit dem Unersättlichen beendet war und die - wie sollte es anders sein - mit dem Ex ihrer Patientin im Bett gelandet ist. Und wenn die Frauen nicht berühmt waren, dann waren es eben Edelhuren, Geishas, Kindermädchen oder - Männer. Auch mit David Bowie soll er ein Techtelmechtel gehabt haben: dessen Frau Angela, die auch eine Affäre mit ihm hatte, soll die beiden in flagranti erwischt haben. Einige Frauen, darunter Marianne Faithfull, sollen versucht haben, sich seinetwegen das Leben zu nehmen.

In letzter Zeit soll alles also nicht mehr so einfach gewesen sein, hört man jetzt aus ihrem Umfeld. Er war glücklich, wieder mit den "Jungs" auf der Bühne zu stehen, sie jedoch soll unglücklich gewesen sein und einsam. Und sie wollte nicht nur "die Frau von Mr. Jagger" sein. Sie hatte aber auch keine Lust, die "Yoko Ono der Rolling Stones" zu werden. Dann noch die Sorgen mit ihrer Firma, die nicht lief, obwohl so gut wie jede wichtige Frau in den USA ein Kleid von ihr trug. Aus den Händen gerissen wurden ihr die Klamotten aber nicht, der kommerzielle Erfolg blieb aus. Schrecklich, sich vorzustellen, dass jemand sich mit einem Schal umbringt, das ist ein qualvoller Tod. Wie schrecklich muss L'Wren Scotts Leben gewesen sein - und dennoch hat es niemand in ihrem Umfeld bemerkt, wie schlecht es ihr ging.

The Show Must Go On!

Ronnie Wood versucht, nach vorn zu blicken: Mick sei sein Bandkollege seit nunmehr fast 40 Jahren, und sie hätten schon viel miteinander durchgemacht. Sie würden ihm jede erdenkliche Unterstützung zukommen lassen. Aber er betonte auch, dass die Band vorhabe, weiterzumachen! Für die Konzerte in Deutschland gibt es nur noch wenige Tickets. Und Charlie Watts fügt hinzu: "Natürlich sind wir erstmal nur für Mick da. Aber wir planen, nach Australien und Neuseeland so schnell wie möglich zurückzukehren!"

Also - aufatmen ist trotz der schrecklichen Zeit für Jagger angesagt, denn seine Kumpels und seine Fans stehen zu ihm, und auch, wenn er vielleicht die Liebe seines Lebens verloren hat - die Arbeit wird ihm wohl helfen, darüber hinwegzukommen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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