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Schenken sich in "Billions" nichts: Paul Giamatti (l.) als Chuck Rhoades und Damian Lewis als Bobby Axelrod.
Schenken sich in "Billions" nichts: Paul Giamatti (l.) als Chuck Rhoades und Damian Lewis als Bobby Axelrod.(Foto: Twitter/SHO_Billions)

"Billions" lädt zum Schwanzvergleich: Wenn zwei Alphamännchen sich streiten ...

Von Anna Meinecke

Wie viele Machos will das Fernsehen wohl noch fallen sehen? Im Spannungsfeld von Geld und Macht hetzt die Serie "Billions" zwei exzellente Gladiatoren gegeneinander auf. Ausgerechnet eine Frau könnte dem alten Hut auf die Sprünge helfen.

Wer seine Serie mit Fesselspielen, Lederstiefeln und Natursekt beginnen lässt, darf davon ausgehen, dass die Zuschauer wenigstens für die Dauer des sexuellen Abenteuers nicht wegschalten. Dabei braucht sich "Billions" eigentlich nicht hinter ganz offensichtlicher Effekthascherei verstecken. In der vergangenen Nacht lief beim US-amerikanischen Sender Showtime die erste Folge eines Finanzdramas, von dem man sicherlich bald auch hierzulande hören wird.

Zwei klassische Alphafiguren ziehen das Format. Einer von ihnen ist Bobby "Axe" Axelrod (Damien Lewis). Er hat sich zum Milliardär gemacht - mit Brillanz, Rücksichtslosigkeit und vielleicht nicht ganz legalen Insiderinformationen. Chuck Rhoades (Paul Giamatti) ist Staatsanwalt und will mit Axe endlich einen großen Fisch drankriegen.

Zwar scheinen die Herren das Entgegengesetzte zu wollen - der eine Profit, der andere Gerechtigkeit, doch in ihrem Vorgehen sind sie einander nicht fremd. Man könnte sie liebevoll Taktiker nennen. Wenn der Bildschirm vor lauter Testosteron beinahe zu flimmern beginnt, sind ihre Motive jedoch leicht durchschaubar.

Ist Erfolg ein Verbrechen?

Das heimliche Zugpferd von "Billions" ist nicht Lewis, der als Brody in der Serie "Homeland" bereits Talent zum verhassten Sympathieträger bewies. Es ist auch nicht Giamatti, dem selbiges zuletzt in "Straight Outta Compton" gelang. Maggie Siff wird als Chucks Frau und Axes Vertraute zum Spannungsgaranten der Serie.

Hin- und hergerissen zwischen den Fronten, sind es ihre Interessen, die sich dem Zuschauer nicht immer sofort erschließen und ihn "Billions" vergleichbaren Finanzhai-Formaten vorziehen lassen. Als Wendy Rhoades rückt Siff bei "Billions" endlich so in den Fokus des Geschehens, wie sie es schon als Rachel Menken in "Mad Man" oder als Tara Knowles in "Sons of Anarchy" verdient gehabt hätte.

"Seit wann ist Erfolg in diesem Land ein Verbrechen?", fragt Axe in der Pilotfolge. Sätze wie dieser könnten ein Indiz dafür sein, dass "Billions" nicht davor zurückschrecken wird, sich übergeordneten Fragestellungen abseits von Macho-Kabbeleien zu widmen. Sollte es Showtime nur um ein schmissiges Zitat gegangen sein - und der Verdacht liegt nahe -, wäre das eine grobe Verschwendung eines vielversprechenden Ensembles.

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Quelle: n-tv.de

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