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Kira Potschka, die liebenswerte Ahnungslosigkeit in Person
Kira Potschka, die liebenswerte Ahnungslosigkeit in Person

Blondine schmiert bei Jauch ab: Wir fahren mit dem Kaviarschiff!

Von Nina Jerzy

Bei so viel Unvermögen wurde Günther Jauch ganz pseudo-beschwipst. Derart hilflos wie Kira Potschka hat sich selten eine Kandidatin bei "Wer wird Millionär?" durchgekämpft. Immer wieder scheiterte sie an der deutschen Sprache – das aber extrem sehenswert.

So eine Ausgabe von "Wer wird Millionär?" gibt es höchstens alle vier Jahre. Und nein, das nicht nur, weil am Montag Schalttag war. Ein "Dummerchen" wie Kira Potschka ist fast schon rarer als ein Sieger und es dürfte abgemachte Sache sein, dass jetzt die Macher von Realityshows bei der blonden Studentin Schlange stehen. Die hat nämlich ein äußerst lockeres Mundwerk und unzweifelhaft sehr viel auf dem Kasten, versagte aber bei der Doppelfolge am Montagabend dennoch spektakulär auf ganzer Linie. Günther Jauch war irgendwann schier fassungslos und verfiel nahezu in Kicherkrämpfe. "Ich hab gesagt: Hauptsache, ich blamier mich hier nicht", meinte die Kandidatin. Jauch: "Sie sind da auf einem richtig guten Weg."

Das war Wer wird Millionär

Nicht genug von Potschka bekommen?

Die Angestellte einer Firma für Reinigungstechnik stellt auf YouTube Reinigungsgeräte vor. Jauchs Urteil über die Reihe "Emily hat nachgefragt": "Es war wie in der Sendung: Sie hatten von nichts 'ne Ahnung und haben es super gemacht."

Wer kommt auf solche Fragen?

"Was sind Schweden und Norweger? A) Drukdinaeins, B) Coppydinazwei, C) Faksdinadrei, C) Skandinavier" (der erste Teil spielt auf eine Bürotätigkeit hin, der zweite Teil auf ein Papierformat)

Kurioses aus der WWM-Historie:

Michael Ipolt aus Thüringen schaffte es am 24. April 2009 auf den heißen Stuhl. Ursprünglich hatte sich der katholische Pfarrer für das "Blind Date Special" beworben. Der 50-Jährige hatte eine besondere Erklärung: "Ich bin Single! Allerdings suche ich eine Haushaltshilfe und habe bislang keine gefunden..."

Eine volle Stunde dauerte die Odyssee der Studentin aus Duisburg bei Jauch. Die auf der Zunge zergehende Bilanz: Potschka stieg mit 4.000 Euro aus. Sie hatte da nämlich schon alle drei Joker verbraten. Bereits der Anfang passte da voll ins Bild. Potschka hatte Schuhe mit derart hohen Absätzen an, dass sie den kurzen Gang zum heißen Stuhl fast nur mit Hilfe Jauchs bewältigte. Der Moderator fragte mitfühlend, ob sie die Schuhe zum ersten Mal anhabe.  "Ne", entgegnete die unbekümmerte Blondine, "die trage ich immer, wenn ich betrunken bin. Weil: Da macht man sich keine Gedanken mehr und da kann man das." Diese Aussage gab quasi das Motto der folgenden denkwürdigen Stunde vor.

Die Folter geht los

Den ersten Joker zog die Studentin der Kunstgeschichte und Religionswissenschaften bereits bei 300 Euro. Jauch war völlig unvorbereitet und konnte es gar nicht glauben, als die Kandidatin nach Verlesen der Frage so gar nichts sagte. Die lautete: "Was wird heute zumindest im übertragenen Sinn immer noch angesetzt, wenn man auf jemandem massiven Druck ausübt: A) Fingernägel, B) Zehendübel, C) Daumenschrauben, D) Fußnieten". Potschka hatte tatsächlich noch nie etwas von den Daumenschrauben gehört und stolperte beim Verlesen der möglichen Antworten derart über die Wörter, dass Jauch nach einem ersten Abwinken dann doch stark zum ersten Joker riet.

Es wurde schlimmer. 500-Euro-Frage: "Beim Käse im Kühlregal des Supermarkts findet … : A) liver Pool, B) shef Field, C) birming Ham, D) man Chester". Jauch wollte der hilflos kichernden Kandidatin bei diesen irreführenden britischen Städtenamen helfen und wechselte gar die Seite, um ihr buchstäblich beizustehen. Jauch riet, die Antworten doch mal deutsch auszusprechen. "Män Schäster", sagte Potschka folgsam, aber ahnungslos. Per "Ausschlussverfahren" tippte sie dennoch auf D. "Wir drücken die Damen", erwiderte Jauch, der zusehends selbst aus der Spur geriet.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Nach einer geschlagenen halben Stunde war die Kandidaten dann doch schon bei der 1.000-Euro-Frage angelangt, die sie zur Abwechslung mal sofort beantworten konnte, woraufhin Jauch jauchzend die Arme nach oben riss. Bei 4.000 Euro war die Duisburgerin dann aber der Ansicht, dass Anfang Februar die Kontodaten von Florida mehr von Interesse waren als die Vorwahl von Iowa ("Da geht es um Telefon") mit der Begründung: "Kontodaten sind immer interessant".

Mit dem 50/50-Joker rettete sich Potschka zur nächsten Runde. "Worin werden manchmal Leckereien serviert: A) Olivenboot, B) Pralinenkahn, C) Kaviarschiff, D) Erdnusskutter." Die Studentin tippte umgehend auf das Kaviarschiff. Jauch: "Können Sie mir das erklären?" Sie: "Olivenboot gibt’s nicht" Jauch: "Wie Sie meinen … Und wie sieht so ein Kaviarschiff aus?" Der Moderator beschloss schließlich quasi im Alleingang, dass es an der Zeit für den letzten Joker war. Potschka ließ ihren Vater anrufen. Der war dann in puncto Durchblick und Eloquenz seiner Tochter so ähnlich, dass Jauch vor unterdrückten Lachen ganz rot im Gesicht wurde. Anstatt etwas zu wagen, hisste die Kandidatin die weiße Flagge: "Dann hör ich auf. Schade, dass ich nichts wusste." Gewinner der Doppelfolge war der Hamburger Radiomoderator André Kuhnert mit 64.000 Euro. Straßenbahnfahrerin Patricia Grundhöfer erspielte sich 16.000 Euro.

Bleibt nur eine Frage offen: Wo war Überhangskandidat Mohamed Mahjoubi? Der Jurist hatte zum Ende der letzten regulären Sendung am 15. Februar beim Stand von 8.000 Euro noch alle Joker. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass er sich auf dem Weg ins Studio vielleicht verirrt hat. Schließlich war Mahjoubi mal statt in Frankfurt am Main in Frankfurt/Oder gelandet. Wir warten auf die Auflösung. Nächsten Montag aber gibt es erst mal ein Überraschungs-Special, dieses Mal wieder im zwei-Stunden-Format.

Quelle: n-tv.de

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