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Sollte Spiderman mal in der Bredouille stecken, Leon würde was einfallen.
Sollte Spiderman mal in der Bredouille stecken, Leon würde was einfallen.(Foto: picture-alliance / dpa)
Sonntag, 12. Mai 2013

Nur für Jungs: Auch Superhelden brauchen Hilfe

Von Solveig Bach

In einer Welt voller Superhelden ist es nicht so leicht, der einzige Normalo zu sein. Nicht mal dann, wenn man, wie Leon mit seiner einfachen Existenz ganz zufrieden ist. Dabei kann Leons Superfamilie froh sein, dass sie Leon hat. Denn am Ende kann nur er den echten Bösewicht erkennen und besiegen.

Seit einigen Jahren tobt eine leidenschaftliche Debatte darüber, wie Jungs dazu zu bewegen wären, mehr zu lesen. Die neueste Überlegung zu dem Thema lautet: Jungs brauchen speziell für sie erdachte Geschichten, extra Jungs-Bücher sozusagen. In diese Kategorie gehört Heiko Wolz' "Allein unter Superhelden".

Das Buch ist bei dtv erschienen und kostet 12,95 Euro.
Das Buch ist bei dtv erschienen und kostet 12,95 Euro.

Leon ist ein stinknormaler Junge, das wäre auch nicht weiter besonders, hätten nicht alle anderen in seiner Familie Superkräfte. Papa ist The Ray, Mama ist IceMadam und seine Schwester Laura kann sich von einem Moment auf den anderen an jeden Ort der Welt ploppen. Damit nicht genug erklingen Superheldenmelodien, jedes Mal, wenn seine Eltern den Raum betreten und auch sämtliche Nachbarn sind Superhelden. Leider kann Leons Familie so gar nicht verstehen, warum Leon nicht wenigstens ein paar klitzekleine Kräfte hat. Also schicken sie Leon auf die Schule für Superhelden von Dr. Schröder. Hier soll er seine verborgenen Talente entdecken.

Dieser Dr. Schröder ist furchtbar unsympathisch, aber das Schlimmste an der neuen Schule ist, dass Leon dann nicht mehr mit seinem Freund Paul in eine Klasse gehen kann. Paul ist zwar blind wie ein Maulwurf, also so kurzsichtig, dass er sich auch zehn Minuten mit einer Lampe unterhalten kann, ohne es zu merken. Aber mit niemandem auf der Welt lässt es sich besser abhängen, Comics lesen und Computer spielen. Leider funktioniert nicht eine von Pauls Ideen, Leons Schulwechsel zu unterbinden.

Manchmal hilft die richtige Idee

In der neuen Schule ist es erwartungsgemäß furchtbar, alle haben Superkräfte außer Leon. Er ist immer der Letzte und muss dazu auch noch den Spott der anderen ertragen. Besonders fies ist Marvin Möller, der ihn in der Schulkantine in Tomatensalat tunkt. Gerade will sich Leon aufs Schwänzen verlegen, da lädt Dr. Schröder zur Elternversammlung ein. Doch die entpuppt sich als tückische Falle und Dr. Schröder als mieser Bösewicht, der es auf die Superhelden abgesehen hat.

Nun liegt es an Leon, sie alle zu retten. Denn manchmal braucht man keine Superkräfte, sondern nur die richtige Idee. Gut, dass er in Marie, die nur zu gern auf ihre Solarpower verzichten würde, eine Freundin gefunden hat. Natürlich wird der böse Dr. Schröder am Ende besiegt, wenn auch erst im zweiten Anlauf.

Heiko Wolz hat ein witziges Buch mit einer zwar schlichten, aber dennoch stimmigen Geschichte geschrieben. Die comicartigen Illustrationen von Anke Kuhl ergänzen die unterhaltsame Erzählung wunderbar. Ein gutes Buch für Erstleser mit vielen schrägen Typen und überraschenden Wendungen. Ob es nun wirklich Geschichten extra für Jungs braucht, bleibt damit wahrscheinlich weiter unbeantwortet. Die Fortsetzung ist jedenfalls schon in Arbeit.

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Quelle: n-tv.de

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