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Verflucht gut: "Blood Night: Die Legende von Mary Hatchet".
Verflucht gut: "Blood Night: Die Legende von Mary Hatchet".
Dienstag, 15. August 2017

Eine Axt, eine Party, viel Blut: "Blood Night": Die Legende von Mary Hatchet

Von Thomas Badtke

Eine junge Frau löscht erst ihre Familie mit einer Axt aus, dann läuft sie in einer Nervenheilanstalt Amok - bevor die Polizei sie erschießt. Genug Stoff für einen Horrorfilm. Aber auch genug Stoff für eine blutige Legende?

Der Name Hatchet hat in Horrorkreisen einen äußerst blutigen Ruf. Die "Hatchet-"Trilogie von Adam Green ist daran nicht ganz unschuldig. Doch außerhalb von Sümpfen sorgt der Name "Hatchet" für Gänsehaut und Todesangst. Hier kommt "Blood Night" ins Spiel, ein Horrorslasher, der sich der Legende der Mary Hatchet widmet.

Mary Hatchet hatte keine leichte Kindheit. So viel sei verraten.
Mary Hatchet hatte keine leichte Kindheit. So viel sei verraten.

Und wie wird man zu einer Legende? Man greift sich in jungen Jahren eine Axt und bringt ratzfatz die gesamte Familie um. Daraufhin landet man in einer Nervenheilanstalt. Geschichte vorbei, möchte man meinen. Nicht so bei Mary Hatchet. Der jungen Dame gelingt es doch tatsächlich, auch in der zwangsbejackten Umgebung Amok zu laufen und die Zahl der Insassen und Angestellten drastisch zu reduzieren, ehe sie von der Polizei getötet wird.

Wenn Gruselgeschichten wahr werden ...

So viel zur Legende. Das Ganze ist gefühlt Jahrzehnte her. Das Leben geht weiter. Auch für Gus (Bill Moseley; "The Devil's Rejects"), den Friedhofswärter. Er war einer der Überlebenden des Massakers in der Nervenheilanstalt. Das behält er aber schön für sich, die Horrorgeschichten, die er interessierten Jugendlichen auftischt, sind auch so schon gruselig genug. Vor allem die Legende von Mary Hatchet.

Auch an diesem Abend will sie wieder eine Gruppe Heranwachsender hören, auf dem Friedhof versteht sich. Denn wo kommt eine Geschichte über eine axtschwingende Massenmörderin besser als zwischen Grabsteinen und bei düsterem Licht? Wer weiß, vielleicht treibt sie sich ja noch hier herum? Es ist schließlich ihr Todestag!

"Blood Night: Die Legende von Mary Hatchet" ist bei Tiberius erschienen.
"Blood Night: Die Legende von Mary Hatchet" ist bei Tiberius erschienen.

Und so lauschen Alissa (Danielle Harris; "See the Evil 2", "Hatchet 3") und ihre Freunde Gus und seiner mörderischen Erzählung. Angeblich war Mary Hatchet schwanger, das Kind aber eine Totgeburt. Als Mary dann von der Polizei erschossen wurde, kam sie auf einen anderen Friedhof als ihre kleine Tochter. Und deshalb gruselt Mary an ihrem Todestag immer durch die Gegend, auf die Suche nach ihrer toten Tochter. "Man hätte sie nicht trennen dürfen", sagt Gus verschwörerisch.

Die Gruppe hat genug. Sie will jetzt endlich feiern. Ein Ritual, wie bei Halloween. Die Party startet. Es gibt Alkohol, den ein oder anderen Joint und im Fernsehen läuft "Der Angriff der Killer-Tomaten". Doch dann gibt es den ersten Toten. Die Party-Meute ist aufgeschreckt. Doch wie im Hühnerstall, wenn der Fuchs einfällt, laufen sie nur wild umher, schreien - und sterben. Reihenweise.

Wer steckt hinter all dem? Ist es Gus, der sich für alle Demütigungen und Witze über ihn rächen will? Ist es ein Scherz von Freunden? Versucht hier jemand, "Scream" nachzuspielen? Oder ist es wirklich Mary Hatchet, die an ihrem Todestag ihren Hunger nach frischem Blut stillt?

A very bloody night!

Na, verraten wird dazu hier erst einmal nichts. Das würde dem Film das doch einigermaßen überraschende Ende verderben. Der Spaß, den der Zuschauer vorher an dem klassischen Slasher-Movie hatte, wäre auf einen Schlag verflogen. Auf einen Axthieb quasi.

Nein, dazu ist "Blood Night: Die Legende von Mary Hatchet", Spielfilm-Debüt  des Regisseurs Frank Sabatella, einfach zu gut gemacht. Back to the roots: ein paar Jugendliche, Alkohol und eine alte Grusel-Mär, die vielleicht doch tiefgründiger ist, als sie auf den ersten Blick scheint. Dazu eine Menge Kunstblut, die typischen Slasher-Geräusche und eine ansehnliche Kameraoptik.

Die Darstellerriege kann da schon etwas in den Hintergrund treten. Sie tut es auch. Obwohl man vor allem Bill Moseley sympathisch findet. Er ist eine Type und passt in "Blood Night" wie Freddy Krueger zur "Nightmare on Elm Street"-Reihe. Und wer jetzt einen "Aha"-Effekt haben sollte: Gus ist nicht der Massenmörder in diesem blutigen Spiel. So viel sei verraten. Axt drauf!

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